+
Schwierige Auszählung: In vier Stimmbezirken im Landkreis sind die Ergebnisse der Kreistagswahl nicht plausibel, es muss nachgezählt werden. Betroffen sind Gauting, Gilching und Berg. Möglicherweise lag es an der Software für die Stimmenerfassung. Der Umgang mit den großen Stimmzetteln – wi e auf unserem Bild in Starnberg, in dem alle Ergebnisse in Ordnung sind – war auch nicht unbedingt einfach. 

Unklare Ergebnisse

Nachzählung bei Kreistagswahl nötig - mit Auswirkungen auf die Sitzverteilung?

Die Stimmzettel der Kreistagswahl müssen neu ausgezählt werden. Das hat der Wahlausschuss so beschlossen. Das Ergebnis könnte Konsequenzen für die Zusammensetzung des Gremiums haben.

Landkreis – Bei der Kreistagswahl am 15. März gab es mehrere Auszählpannen, die womöglich Auswirkungen auf die Sitzverteilung haben. Der Kreiswahlausschuss beschloss daher am Donnerstag einstimmig, vier Stimmbezirke neu auszählen zu lassen – zwei davon in Gilching, einen in Gauting und einen in Berg. 1179 Stimmzettel werden im Laufe der nächsten Woche neu ausgewertet. Bisher sieht es so aus, als könnte es dadurch zu einer Sitzveränderung im Kreistag kommen. Nachdem Kreiswahlleiter Holger Albertzarth mit seinem Team die Ergebnisse bis spät in die Nacht am Mittwoch geprüft hatte, war die Sitzverteilung schon anders als bisher veröffentlicht. Nach dem vorläufigen Ergebnis hatte die CSU 21 Sitze und die Linken keinen. Derzeit scheint es, als ob die CSU ihren 21. Sitz verliert, die Linke einen Sitz bekommt.

Ausgangspunkt der Zweifel in den Stimmbezirken sind Differenzen zwischen den Wahlniederschriften, die über die Gemeinden an das Landratsamt in der Woche nach der Wahl weitergeleitet werden mussten, und dem endgültig verkündeten Wahlergebnis. „Abweichungen sind keine Seltenheit, aber die Wahlvorstände müssen dem Wahlausschuss solche Differenzen plausibel begründen können“, sagte Wahlleiter Albertzarth.

Ungültgier Stimmzettel: Fehlermeldung in der Wahlsoftware

In Berg wurde zum Beispiel ein Stimmzettel nachträglich für ungültig erklärt. Diese Änderung habe aber in der Wahlsoftware für eine Fehlermeldung gesorgt: Die Stimmen für einzelne Kandidaten deckten sich nicht mehr mit den Gesamtstimmen, die für ihre jeweiligen Parteien verzeichnet wurden. In Gauting sei es ähnlich gewesen. Die Gemeinde vermutet, dass technische Schwierigkeiten beim Einlesen der Stimmen die Ursache für entstandene Differenzen waren. Sie ist bereits mit dem Software-Anbieter in Kontakt.

Bei den zwei Bezirken in Gilching könnten Daten aus einer Testdatei, die für einen Wahl-Probelauf genutzt wurde, in der Wahlsoftware mit dem tatsächlichen Wahlergebnis verrechnet worden sein. Dies gilt es nun zu überprüfen, eine Neuauszählung bleibt in allen vier Fällen unumgänglich.

Wahlurne vergessen: Frey dennoch Sieger

Auch die Landratsstichwahl am vergangenen Sonntag war im Ausschuss Thema: Eine vergessene Wahlurne in Gauting hatte das Ergebnis verzögert. Der Wahlausschuss bestätigte Stefan Frey (CSU) aber endgültig als Wahlsieger und Landrat.

Bei der Landratswahl wurden 74 Briefwahlbezirke, bei der Kreisratswahl 224 Stimmbezirke ausgezählt. „Wir werden die entstanden Probleme bis zum nächsten Mal aufarbeiten“, sagte Albertzarth und verwies auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr. Die vier Stimmbezirke sind benachrichtigt und müssen in einer Woche neu ausgezählt haben. In 14 Tagen will der Wahlauschuss noch einmal tagen, um über das endgültige Wahlergebnis zu beratschlagen. 

Alice Beckmann-Petey

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fitness-Studios können aufatmen
Ministerpräsident Markus Söder hat am Dienstag weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Bayern verkündet. Und diesmal wurde auch eine schwer getroffene Branche …
Fitness-Studios können aufatmen
„Es war grausam“: Mann rast mit Auto in Menschengruppe - neue Details über Hintergründe
In Pöcking im Landkreis Starnberg hat sich am Dienstag (26. Mai) offenbar eine schreckliche Beziehungstat ereignet: Ein Autofahrer ist in eine Menschengruppe gefahren.
„Es war grausam“: Mann rast mit Auto in Menschengruppe - neue Details über Hintergründe
Jugendherberge Possenhofen: Sorgen trotz Rettungsschirm
Die staatliche Hilfe ist zwar noch nicht angekommen, aber fest versprochen. Leiter und Mitarbeiter der Jugendherberge in Possenhofen atmen deshalb auf. Doch zum Neustart …
Jugendherberge Possenhofen: Sorgen trotz Rettungsschirm
Sieben neue Fälle in einer Wohnanlage
Die Lage in der Corona-Krise hat sich in den vergangenen Wochen entspannt. Die Gesamtzahl der Fälle ist am Dienstag deutlich gestiegen.
Sieben neue Fälle in einer Wohnanlage

Kommentare