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Etwa 600 Meter lange Bauzüge wälzen sich für den Gleisaustausch von Starnberg nach Tutzing und zurück.

Eines der größten Bahn-Projekte heuer in Bayern

Neue Gleise zwischen Starnberg und Tutzing: Bahn meldet Ende der Bauarbeiten

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Sie waren beeindruckend und laut: Am Mittwoch beendet die Bahn ihre Bauarbeiten zwischen Starnberg und Tutzing. Dort wurden die Gleise erneuert. 

Landkreis – Die Bahn schließt bis Mittwoch eines ihrer größten Bauprojekte heuer in Bayern ab: Sie wird dann auf rund acht Kilometern zwischen Starnberg und Tutzing 29 580 Meter Schienen, 25 040 Schwellen, 24 400 Tonnen Schotter und 6600 Tonnen Boden ausgetauscht haben. 

Die Gleiserneuerung mit den etwa 600 Meter langen, laut ratternden Bauzügen hat fünfeinhalb Wochen gedauert und mehr als elf Millionen Euro gekostet. Das Unternehmen betont in einer Pressemitteilung von gestern, die Arbeiten trotz Corona problemlos und pünktlich abwickeln zu können.

Ab Mittwoch verkehren die S-Bahnen der Linie S 6 dann wieder von und nach Tutzing. Auch die Regionalzüge der Werdenfelsbahn fahren wieder zu den gewohnten Zeiten von und nach München. Bis einschließlich Sonntag, 17. Mai, gilt dabei der sogenannte Grundfahrplan aufgrund der Corona-Beschränkungen. Ab Montag, 18. Mai, fahren die Züge dann im Regelfahrplan wie vor der Corona-Zeit.

Ein Bahnsprecher spricht von einer „stark frequentierten Pendlerstrecke“, die möglichst robust und wenig störungsanfällig sein müsse. Seit 6. April seien unter anderem auch Signalkabel und Leitungen überprüft worden. „Wenn wir schon mal was reparieren, dann richtig. Da wird mehr angefasst als nur die Gleise“, sagt er.

Das Ende des Hupens ist in Sicht

Für manche Zugfahrer bedeutet die Baustelle eineinhalb Monate Schienenersatzverkehr. Nicht nur dieses Ende sehnen viele herbei – sondern auch das Ausbleiben der lauten Hupen, die die Gleisarbeiter vor herannahenden Zügen warnen. Die heulenden Töne waren in Starnberg, Feldafing, Pöcking und Tutzing zu hören. Vereinzelte Beschwerden über das automatische Warnsystem, das auch Rottenwarnanlage genannt wird, gingen bei Bahn, Gemeinden und dem Landratsamt ein – unter anderem von Monika Wolf aus Pöcking, die 60 Meter Luftlinie von einem der rund 30 Warnhörner entfernt wohnt. Sie habe am Sonntag frühmorgens 16 Töne in Folge gezählt und 70 Dezibel in ihrer geschlossenen Wohnung gemessen, sagt die 54-Jährige. „Die letzten vier Wochen waren schrecklich.“

Der Bahnsprecher verteidigt die Anlage: „Sie rettet Leben. Seit sie im Einsatz ist, kommt es bei Gleisarbeiten zu wesentlich weniger Unfällen.“ Und er sagt: „Das Hupen muss die Baugeräusche übertönen. Selbst, wer gerade mit einem lauten Bohrer arbeitet, muss es hören können.“ Eine andere Warnung der Arbeiter, etwa durch Kopfhörer, sei nicht zugelassen. 

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Nach dem Ende der Arbeiten berichten Anwohner in Tutzing von neuartigem Zuglärm - die Bahn hat dafür keine Erklärung.

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