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So könnte das neue Quartier aussehen. Holz soll das Erscheinungsbild prägen.

Wohnraum und eine Brücke zum See

Neue Ideen fürs alte Gewerbegebiet

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Mit diesem Projekt will Houdek sich ein zweites Standbein schaffen: „Moosaik“ lautet der angedachte Name für das neue Viertel, das im Gewerbegebiet am Leutstettener Moos entstehen soll. Auch Feuerwehr und Rettungsdienste könnten dort unterkommen.

Starnberg – Das Quartier soll Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden: In den Räumlichkeiten des fleischverarbeitenden Familienunternehmens Houdek an der Moosstraße stellten die Cousins Robert und Rudolf Houdek gestern ihre Vision vor. Aktuell lasse der Standort im Hinblick auf die Infrastruktur zu wünschen übrig, erklärte Rudolf Houdek. Es gebe keine Möglichkeiten der Kinderbetreuung, keine Nahversorgung für die Mittagspause, lediglich einen Imbissstand. Alles Punkte, die sich negativ auf die Mitarbeiterakquise auswirkten.

Also haben sich die Houdeks im Dezember 2018 mit anderen umliegenden Grundstückseigentümern zur Interessengemeinschaft Moosanger zusammengeschlossen, um das in die Jahre gekommene Gewerbegebiet weiterzuentwickeln. Mit im Boot sind derzeit Carl Ferdinand Baasel, Harald Wimmer, Josef und Peter Kirchmayr sowie Monika und Peter Hauser. Mit allen stehe man in engem Austausch.

Firma Houdek stellt gemeinsame Idee vor

Erste Einblicke in die gemeinsame Idee gab es am Montagvormittag. Konkret wurde es bei dem Termin jedoch noch nicht. Weder im Hinblick darauf, wie viele Wohnungen letztlich entstehen können, noch welche Flurstücke nun genau in die Planung einbezogen werden. Die Pläne seien „derzeit noch Vision – offen für Vorschläge und Bedürfnisse der Öffentlichkeit“, wie es in der Pressehandreichung heißt. Bürgermeisterin Eva John dankte den Unternehmern jedoch schon jetzt dafür, dass sie Verantwortung übernehmen und „die besonderen Potenziale“ des Gewerbegebiets erkannt hätten.

Blaulichtzentrum und eine Brücke zum See

Neben wohnortnahem Arbeiten soll auch ein Blaulichtzentrum für Feuerwehr und Rettungsdienste entstehen. Erste Visualisierungen sehen zudem eine Holzbrücke aus dem Quartier über die Münchner Straße direkt an den See vor. Sie soll den Standort aufwerten. Insgesamt stehe eine Fläche von rund 30 000 Quadratmetern – viereinhalb Fußballfelder – zur Überplanung bereit. Das genaue Flächenkonzept sei jedoch noch zu erarbeiten.

Robert und Rudolf Houdek führen das 1926 gegründete Unternehmen in dritter Generation. Nach dem Umzug der Produktion nach Arzberg in den 1990er Jahren sollten ursprünglich internationale Investoren das Gelände übernehmen. Doch die Cousins entschlossen sich, es 2016 von ihren Geschwistern zu kaufen und es selbst zu entwickeln, erklärten die beiden bei dem Rundgang durch die dem Abriss geweihten ehemaligen Produktionsstätten.

Verwaltung und Vertrieb sollen in Starnberg bleiben

Das Herzstück des Unternehmens – rund 1800 Quadratmeter große Produktionsflächen in Hallen aus dem Jahr 1962 – stehen seit 20 Jahren leer. Die oberen Stockwerke sind kaum nutzbar, da der Aufzug nicht funktioniert, der ebenerdige Teil ist als Abstellfläche vermietet. Nur Vertrieb und Verwaltung sind heute noch am Starnberger Standort. „Das soll auch so bleiben“, betonte Rudolf Houdek bei dem Rundgang. Derzeit sind dort zirka 50 Personen beschäftigt.

Als die Cousins vor dem baufälligen Haus mit 100 ehemaligen Werkswohnungen an dem der Petersbrunner Straße zugewandten Teil des Firmengeländes standen, erklärte Robert Houdek: „Wir wollen Wohnraum schaffen mit 30 Prozent gefördertem Wohnen.“ Insgesamt solle der Standort jedoch ein Gewerbestandort bleiben.

Vision für das Areal am 23. Januar im Bauausschuss

Das Konzept ist am 23. Januar in der öffentlichen Bauausschusssitzung Thema, in nichtöffentlicher Sitzung hat es der Stadtrat bereits behandelt. Bis dahin soll auch eine Visualisierung fertig sein, die alle betroffenen Flurstücke zeigt, erklärte Marco Eisenack, der das Projekt als Kommunikationsberater begleitet, auf Nachfrage des Starnberger Merkur. Läuft dann alles nach Plan, soll der Bebauungsplan bis 2021 in trockenen Tüchern sein, damit ab 2022/23 gebaut werden kann. „Zum 100-jährigen Firmenjubiläum möchten wir gerne in den neuen Räumen sein“, sagte Rudolf Houdek. Die Fertigstellung des Quartiers ist zwischen 2025 und 2028 vorgesehen.

Lesen Sie auch: Zum alten Gewerbegebiet im Norden Starnbergs könnte bald ein zweites dazu kommen. Doch gegen das regt sich schon jetzt der Widerstand.

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