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Handschlag in die Zukunft: Der Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Peter Küspert (l.), mit Gerichtsdirektor Dr. Ulrich Kühn und dessen Vorgängerin Sibylle Gräfin zu Dohna.

Amtsgericht

„Die beste Wahl“ für Starnberg

Der Wechsel in der Leitung des Amtsgerichts Starnberg ist nun auch offiziell vollzogen.Dr. Ulrich Kühn ist Nachfolger von Sibylle Gräfin zu Dohna.

Starnberg – Im Rahmen einer Feierstunde im kleinen Saal der Schlossberghalle ist der Wechsel gestern offiziell vollzogen worden. Der Präsident des Bayerischen Verfassungs-gerichtshofs und des Oberlandesgerichts München, Peter Küspert, verabschiedete die sieben Jahre in Starnberg tätige Sibylle Gräfin zu Dohna und begrüßte ihren Nachfolger Dr. Ulrich Kühn, der bereits am 1. August sein Amt an der Spitze des Amtsgerichts angetreten hat.

Küspert, ranghöchster Vertreter der bayerischen Justiz, hatte es sich nicht nehmen lassen, im Beisein von Landrat Karl Roth und zahlreichen Repräsentanten des öffentlichen Lebens im Landkreis den Amtswechsel persönlich zu würdigen. Über das Wirken der schon am 1. Mai ans Oberlandesgericht berufenen Gräfin zu Dohna sagte er: „Als Verwaltungschefin haben Sie das Gericht zupackend und selbstbewusst geleitet. Durch Ihr den Menschen zugewandtes und fachlich kompetentes Auftreten wurden Sie sowohl im Kollegen- und Mitarbeiterkreis als auch von den Repräsentanten des öffentlichen Lebens im Landkreis anerkannt und hochgeschätzt.“ Legendär, so Küspert, seien die „persönlichen Eingangskontrollen“ der scheidenden Amtsgerichtsleiterin gewesen, als in Starnberg noch weibliche Sicherheitskräfte fehlten und die Chefin zuweilen beim Durchleuchten weiblicher Gerichtsbesucher selber mitgeholfen habe.

Ihren Nachfolger Dr. Ulrich Kühn bezeichnete der Präsident als „beste Wahl“. Der frühere Leiter des größten Registergerichts in Deutschland und Experte in Sachen Digitalisierung des Justizwesens werde am Starnberger See auch die seltene Gelegenheit haben, „sich in das Gebiet des Binnenschifffahrtsrechts einzuarbeiten“, merkte Küspert in seiner launigen Ansprache an. Die leitende Stelle am Amtsgericht pries er als „eine der begehrtesten und schönsten unter den 40 Amtsgerichten des OLG-Bezirks München“.

Die passionierte Seglerin Gräfin zu Dohna musste bei ihren vom Chor des Amtsgerichts München umrahmten Adieu-Worten zugeben, dass „dieser Abschied mir so schwer fällt wie keiner zuvor“. Gleich danach benannte der neue Amtsgerichtsdirektor Kühn – „nach einer Zeit des gegenseitigen Beschnupperns“ mit den Mitarbeitern – seine künftige Priorität: „Mir ist wichtig, dass das Amtsgericht als Dienstleiter für das gesellschaftliche Zusammenleben erkannt wird. Es wäre schön, wenn wir da alle zusammenwirken könnten.“

Einen konkreten Ansatz hierzu lieferte August Mehr, der als Sprecher der Anwaltschaft gleich mal die äußere Optik des Amtsgerichts zum Thema machte: „Die derzeitige Eingangssituation wirkt wie Stacheldraht ohne Stachel.“ Es gibt viel zu tun für den neuen Amtsgerichtsleiter.

Thomas Lochte

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