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Halbwegs im Zeitplan: Im Sommer soll der Dachstuhl auf den Anbau ans Starnberger Landratsamt kommen, ein Richtfest wird es aber nicht geben. Die Fertigstellung ist mittlerweile von Frühjahr auf Herbst 2021 verschoben worden. 

Arbeiten an Behörde

Neuer Landratsamt-Anbau leidet unter Corona-Krise - Kosten sind ein Reizthema

  • vonMichael Stürzer
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Der Anbau ans Starnberger Landratsamt ist derzeit eine der größten Baustellen in der Stadt. Die Corona-Krise zeigt dort allerdings Wirkung – nicht nur, weil es wohl im Sommer kein Richtfest geben wird.

Starnberg– Der Anbau ans Starnberger Landratsamt dürfte noch einmal etwas teurer werden als geplant – und Ursache ist die Corona-Krise. Insgesamt ist das Projekt aber noch im aktuellen Zeitplan.

Der Neubau im Stil des Altbaus läuft insgesamt ruhig und wie geplant. „Aktuell steht die Errichtung aller Geschossdecken kurz vor dem Abschluss“, berichtet Kreissprecherin Barbara Beck auf Anfrage. Die eigentlichen Bauarbeiten hatten vor einem Jahr begonnen, die Grundsteinlegung war Mitte Juli 2019. So geht’s weiter: „Eine weitere Bauetappe, nämlich die Errichtung der Dachkonstruktion und der Einbau der Fassade, wird ab Sommer 2020 in Angriff genommen. Bis zum Winter soll das abgeschlossen sein, damit der Bau vor Einbruch der Kälteperiode dicht ist.“

Im Sommer soll dann auch der Dachstuhl fertig sein – normalerweise Termin des Richtfestes. Dass es eines geben wird, erscheint unwahrscheinlich: „Das muss aufgrund der aktuellen Corona- Situation leider entfallen“, erklärt Barbara Beck. Die Corona-Krise habe auch anderweitig Folgen, sagt sie. So seien unter anderem Materialien nicht immer termingerecht verfügbar gewesen, weil Lieferketten aus dem Ausland unterbrochen waren. „Und für alle Arbeiten gelten erhöhte Hygieneanforderungen, die auf der Baustelle beachtet und umgesetzt werden müssen. Die Firmen haben dafür auch schon Mehrkosten angekündigt.“

Vorhaben hat sich mehrfach verteuert

Kosten sind beim Landratsamtsbau fast vom ersten Tag an Reizthema. Wie berichtet, hat sich das Vorhaben mehrfach verteuert. Letzter Stand des Kostenrahmens waren 22,5 Millionen Euro. Im Frühjahr 2016 hatte der Rahmen bei einer ersten halbwegs verlässlichen Angabe noch bei 14,6 Millionen Euro gelegen. Zuletzt musste der Kreis wegen der Baukonjunktur noch mal 1,5 Millionen auf eben 22,5 Millionen drauflegen. Die neuerlichen Kostensteigerungen sind noch nicht in Zahlen benannt.

Den Zeitplan hofft der Kreis trotz Corona-Pandemie einhalten zu können – doch der ist schon aktualisiert worden, denn noch im Oktober 2019 hatte man das Frühjahr 2021 als Einzugstermin im Auge. Inzwischen ist es Herbst 2021. „Wenn bei der Erteilung von öffentlichen Bauaufträgen keine unerwarteten Schwierigkeiten auftreten, kann die weitere Realisierung gemäß der avisierten Bauzeitenplanung fristgerecht erfolgen“, erklärt Barbara Beck zum Stand. Der Rohbau soll diesen Sommer fertig sein, Dach und Fassade bis zum Winter, der Innenausbau bis Sommer 2021. Die Sprecherin: „Wir sind und bleiben optimistisch und können den Fortschritt der Bauarbeiten jeden Tag beim Blick aus dem Fenster verfolgen.“

Der Anbau ist nötig, weil derzeit die Mitarbeiter der Kreisbehörde auf mehrere Standorte in Starnberg verteilt sind, die mit Ausnahme des Hauptgebäudes aus dem Jahr 1987 alle Miete kosten. Im Anbau sollen bis zu 160 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz haben. Insgesamt hat der Kreis über 550 Mitarbeiter. Beim Bau des Altbaus vor 35 Jahren waren es 270.

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