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Schlüsselübergabe: Mario Kurivon (Regierung von Oberbayern), Mehmet Pekince (IMM), Dr. Farahnaz Nejadensan (IMM), Katja Herzum (Hilfe von Mensch zu Mensch) und Andrea Betz (IMM).

Das Netz wächst

Neuer Weg: So organisiert die Innere Mission die Flüchtlingsberatung im Landkreis

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Die Flüchtlingsberatung im Landkreis ist unter dem neuen Träger angelaufen. Die Innere Mission München ist bereits in 12 von 14 Gemeinschaftsunterkünften präsent. Für Inning und Andechs muss noch Personal gefunden werden, besonders ist die Situation in Berg.

Landkreis – Das Netz der Flüchtlingsberater im Landkreis wächst: Am vergangenen Freitag bezogen die Mitarbeiter der Inneren Mission München (IMM) ihre Büros in Gauting und Seefeld. Damit ist der neue Träger, der den Auftrag wie berichtet Mitte Januar vom Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ übernommen hatte, in zwölf staatlichen Gemeinschaftsunterkünften vertreten. Derzeit leben rund 1500 Menschen in den 14 Einrichtungen im Landkreis. „Für Andechs und Inning suchen wir noch Berater“, berichtet die IMM-Koordinatorin Andrea Betz. Die Bewohner aus diesen Gemeinden können zur Sprechstunde in die Starnberger Unterkunft an der Petersbrunnerstraße kommen.

Das Team soll bald aus zehn Kräften bestehen, die Flüchtlingen bei Anträgen helfen, Alltagstipps geben und bei Problemen zuhören. „Wir werden uns nach dem Bedarf in den einzelnen Unterkünften richten“, sagt Betz. Dazu gehöre zum Beispiel, die Bürozeiten sinnvoll zu organisieren. Denn in manchen Einrichtungen haben viele, in anderen wenige einen festen Arbeitsplatz. Um die Gegebenheiten in den Orten zu verstehen, werde es auch noch mehr Gespräche mit den Helferkreisen geben. Geplant sind laut Betz regelmäßige Austauschtreffen, bei denen alle Akteure an einen Tisch kommen: die Berater, die ehrenamtlichen Helfer und die Dienstleister, die sich zum Beispiel um die Reinigung der Unterkünfte kümmern. Einen Kennenlerntermin gab es vergangene Woche im Landratsamt. Dort wurden die IMM-Mitarbeiter den Helferkreisen offiziell vorgestellt.

Lesen Sie zum Trägerwechsel: So soll die Flüchtlingsberatung im Landkreis verbessert werden

Die zehn Flüchtlingsberater werden sich exakt 7,14 Stellen teilen. In Bayern kommt derzeit im Schnitt ein Berater auf 250 Flüchtlinge, zu denen auch anerkannte zählen. „Wir bräuchten aber einen Schlüssel von 1:150“, sagt Betz. Dieser galt, bevor der Freistaat Anfang 2018 die umstrittene Beratungs- und Integrationsrichtlinie einführte. Betz betont: „Die Mittel reichen nicht aus für eine bedarfsgerechte Betreuung.“

So sehen das auch die freiwilligen Helfer in Berg. Deshalb beschloss der Gemeinderat Ende Januar, der Inneren Mission 20 000 Euro zukommen zu lassen. Damit soll die Stelle des Beraters auf 50 Prozent aufgestockt werden. Wie genau die Stelle verändert wird, werde noch festgelegt, sagt Betz. „Wir können die Sprechstunden dann verdoppeln.“ Derzeit ist ein Berater jeden Mittwochnachmittag und Freitagvormittag präsent, alle zwei Wochen bietet er eine Abendsprechstunde an.

Solche Signale hat die IMM bisher von keiner anderen Gemeinde erhalten: Dass Berg von sich aus Geld für die Asylberatung zuschießt, findet Betz „grandios. Aber das nimmt die Regierung nicht aus der Pflicht. Die staatliche Förderung muss trotzdem verbessert werden.“

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