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Bürgermeisterin Eva John (rechts) mit interessierten Bürger und Stadträten bei der Ortsbesichtigung.

Ortsbesichtigung

Neues Feuerwehrhaus: Wangen sucht den Superstandort

Wangen braucht ein neues Feuerwehrgerätehaus. In dieser Frage herrscht durchaus Einigkeit. Aber wo es gebaut werden soll, da gehen die Meinungen noch deutlich auseinander. Deswegen schaute man sich jetzt vor Ort um.

Wangen – Einstimmig hat die Versammlung der Wangener Bürger dem von Alois Brunner formulierten Antrag zugestimmt, dass alle neun möglichen Standorte für das neue Feuerwehrhaus auf Machbarkeit untersucht werden. Gemäß Artikel 18 Gemeindeordnung muss dieser Antrag nun innerhalb von drei Monaten im Starnberger Stadtrat behandelt werden. Das heutige Domizil an der Mehrzweckhalle wurde schon 2013 bei einer Prüfung beanstandet: zu klein, zu enge Zufahrt, zu lange Wege zum Einsatz.

Auch der Regen konnte die rund 40 interessierten Dorfbewohner am Dienstagabend nicht abhalten, die insgesamt neun möglichen Flächen für das Feuerwehrhaus vor der Bürgerversammlung selbst in Augenschein zu nehmen. Mit dabei Bürgermeisterin Eva John, Stadtbaumeister Stephan Weinl sowie Augustin Ullmann, im Rathaus für Feuerwehrbelange zuständig.

Der Reihe nach begutachteten sie den Spielplatz in der Dorfmitte, der als einziger im Eigentum der Stadt befindlich ist, den Gasthof Holzeder und die ehemalige Alte Schmiede daneben, die zwei Standorte südlich der Autobahn Richtung Percha, die Fläche an der Zimmerei Scharl an der Olympiastraße, die neben dem Reitbetrieb „Flying Horse“ an der gleichen Straße am Ortsende Richtung Unterschorn sowie noch zwei Flächen an der Wildmoosstraße am Rand der Bebauung.

Anschließend ging es in die Mehrzweckhalle zur Bürgerversammlung, an der rund 60 Wangener der Bürgermeisterin ihre Meinung zu den möglichen Varianten mit auf den Weg für den Stadtrat gaben. Dabei zeigte sich: Die Bürger haben zwei Favoriten. Der Standort am ehemaligen Gasthaus Holzeder an der Olympiastraße ist aus Sicht einiger Wangener geeignet, weil er verkehrsgünstig an der Autobahn und dem Gewerbegebiet Schorn liege. „Aus Sicht der Aktiven ist der Kinderspielplatz der einzig mögliche Standort“, lautete dagegen die Stellungnahme von Feuerwehrkommandant Florian Feuerlein.

Viele im Dorf haben Angst, die Stadt Starnberg könnte das ihr gehörende 1800 Quadratmeter große Grundstück, von dem 700 Quadratmeter für das Feuerwehrhaus benötigt würden, versilbern oder, wie es der Bebauungsplan erlaubt, mit Wohnhäusern bebauen. Zahlreiche Bewohner möchten dort lieber ihr lebendiges Ortszentrum festschreiben, mit einem Bürgerhaus und Möglichkeiten, Feste zu feiern. Sie wollen keine technische Einrichtung, schon gar nicht ein „so wenig schönes“ Feuerwehrhaus wie in Leutstetten. „Wir wollen unseren tollen Spielplatz so behalten, wie er ist“, verlangte eine Mutter, ganz auf die Fläche zu verzichten. Die aktiven Feuerwehrler glauben dagegen, nur der Bau des Feuerwehrhauses helfe, den Verkauf für alle Zeit zu verhindern.

Bürgermeisterin John will nun prüfen lassen, ob sich dort alle gewünschten Funktionen unter einem Projekt realisieren lassen. Welcher Standort am Ende zum Zuge kommt, ist weiterhin offen.     irl 

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