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Appell für mehr Klimaschutz: Unternehmer Michael Willberg warb um Unterstützung – nur so lasse sich die große Katastrophe verhindern. 

Neujahrsempfang der Kreis-Grünen

Mit Klimaschutz ins EU-Parlament

Beim Neujahrsempfang der Kreis-Grünen ging es um Klimaschutz und mehr. Geschimpft wurde aber auch. 

Landkreis/Weßling – Der Schwung aus dem Jahr 2018 soll den Grünen auch bei der anstehenden Europawahl und bei der Kommunalwahl 2020 zu guten Ergebnissen verhelfen. Beim Neujahrsempfang in Weßling machte Kreissprecherin Kerstin Täubner-Benicke nach wie vor ein großes Interesse an Klimaschutz und Umwelt aus – das zeigten die Resonanz aufs Volksbegehren („die Rathäuser werden gerade gestürmt“) und die Schüler-Demos für den Klimaschutz. Die Grünen positionieren sich auch klar pro Europa, weswegen sie die Spitzenkandidatin der bayerischen Grünen für die Europawahl, Henrike Hahn, eingeladen hatten.

„Den Schwung nehmen wir furchtbar gerne mit“, scherzte die Münchnerin, die sehr gute Chancen auf einen Sitz im Europaparlament hat. Sie ist auf Platz 13 der deutschen Liste, was bei 13 bis 14 Prozent erfahrungsgemäß für den Einzug reicht. Die Prognosen lägen derzeit aber eher bei 20 Prozent. „Es gibt keine Alternative zu Europa“, sagte sie und warf der CSU unter Markus Söder vor, mit Grenzkontrollen offen gegen das Schengen-Abkommen zu verstoßen – damit war der Hauptgegner für den Wahlkampf schon mal geklärt. Die CSU wolle die Schadstoffmessstellen ändern, statt die Grenzwerte einzuhalten, schimpfte Hahn und beklagte, Deutschland habe beim Klimaschutz seine Vorreiterrolle verloren.

Hauptredner des Abends war der Tutzinger Unternehmer Michael Willberg, der durch sein Kopfhörer-Unternehmen Ultrasone bekannt wurde und inzwischen hochaktiv in Sachen Klimaschutz unterwegs ist – auch im Elektroauto – und ein Gründer der Klimainitiative Starnberg Ammersee. „Wir haben am meisten zu verlieren und kümmern uns am wenigsten“, sagte er über den Klimaschutz in der Region. Wenn eines Tages ein Großteil Afrikas unbewohnbar sei, würden die Menschen von dort nur in eine Richtung migrieren können – nach Norden. Jeder einzelne, forderte er, müsse etwas tun, denn „die Staaten schaffen es nicht ohne uns“.

Der Unternehmer ist mit der Automobilindustrie hoch unzufrieden. Er habe schon überlegt, diese zu verklagen für das, was sie durch den Dieselskandal mit der Marke „Made in Germany“ angerichtet hätten – das treffe auch sein Unternehmen. Allerdings prophezeit er den Autokonzernen keine große Zukunft: Mit der Digitalisierung werden Autos auf Abruf zur Verfügung stehen, eigene Autos wird kaum noch jemand besitzen. Das reduziert deren Gesamtzahl auf ein Viertel, von dem wiederum die Hälfte aus Asien stammen werde.

Bei den Zuhörern kamen viele, aber nicht alle Aussagen Willbergs an. Für dessen These, es gebe eine Änderung beim Klima und in der Gesellschaft, gab es Zuspruch, aber auch Ablehnung. Gilchinger Grüne etwa verwiesen auf das einjährige Bemühen, Bürger und Gemeinderäte zum Umstieg auf Ökostrom zu bewegen. Es hätten sich gerade einmal 40 Interessierte gemeldet.  

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