Erster Kontakt mit dem Starnberger See: Der Neuzugang der Schifffahrt, das Elektro-Schiff ohne Namen, wurde bereits vor einigen Wochen ins Wasser gelassen. Derzeit läuft der Innenausbau.
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Erster Kontakt mit dem Starnberger See: Der Neuzugang der Schifffahrt, das Elektro-Schiff ohne Namen, wurde bereits vor einigen Wochen ins Wasser gelassen. Derzeit läuft der Innenausbau.

Vorbereitungen auf die Saison

E-Dampfer auf dem Starnberger See: Der Neuzugang schwimmt schon, Schifffahren wird teurer

Wann, wie und unter welchen Bedingungen Einheimische und Besucher in diesem Jahr mit der weiß-blauen Flotte fahren können, weiß derzeit niemand. Die Seenschifffahrt hat Fahrpläne und Preislisten bereits fertig. Um eine neuerliche Erhöhung kam sie nicht herum – für den Klimaschutz.

Starnberg/Stegen – Ein Schiff wird kommen – nur wann, das ist auch in der Schifffahrtssaison 2021 die große Frage. Die Bayerische Seenschifffahrt ist auf alles vorbereitet, die neuen, kompletten Fahrpläne sind fertig, die neuen Preislisten auch, das neue Schiff für den Starnberger See macht Fortschritte. Nur wie die Pandemie den Start am 2. April beeinflussen wird, ist derzeit nicht absehbar. Die Schiffe der weiß-blauen Flotte allerdings gelten als Verkehrsmittel, nicht als Freizeitdampfer. Die Preiserhöhung wollte die Schifffahrt niedrig halten, doch muss die neue CO2-Steuer wieder reinkommen.

Die Pandemie hatte der Schifffahrt die vorige Saison verhagelt mit einem Fahrgast-Minus von rund 50 Prozent. Die Aussichten für heuer sind wohl etwas besser, aber so genau weiß das derzeit niemand. Die Seenschifffahrt hat aber alles für eine normale Saison vorbereitet. Die Fahrpläne für Ammer- und Starnberger See sind veröffentlicht, sie basieren auf einem normalen Betrieb. Wie jedes Jahr, sind ab dem Start anfangs nur eine Rundfahrt geplant. „Wenn wir Ostern starten können“, sagt Geschäftsführer Michael Grießer. „Wir schauen, was geht.“ Er baut darauf, bis Ende März mehr Klarheit zu haben, was in der Saison möglich ist und was nicht. Sollten in Infektionszahlen dann noch so hoch sein, dass Ausflugsziele geschlossen bleiben, werde das auch die Schifffahrt betreffen.

Die Fahrpläne ändern sich von Jahr zu Jahr eher wenig. Für 2021 jedoch sind im Vergleich zu 2020 mehr Stopps am Ostufer in Berg vorgesehen, wie angekündigt. Ein Halt mehr am Nachmittag Richtung Starnberg ist eingeplant, in Berg, nicht in Leoni. Die geplante Saison dauert heuer bis 17. Oktober.

Neu sind auch die Preise

Neu sind auch die Preise für Fahrten mit den Schiffen der weiß-blauen Flotte. Sie liegen zwei bis drei Prozent höher als 2020; die Erhöhung ähnelt denen früherer Jahre. Die große Rundfahrt am Starnberger See koste künftig 20,70 Euro, nicht mehr 20 Euro, nennt Grießer ein Beispiel. Auf Teilstrecken fallen die Erhöhungen geringer aus, auch weil krumme Beträge vermieden werden sollten. Gründe sind Kostensteigerungen fürs Personal durch jährliche Anpassungen – und die seit Jahresbeginn fällige CO2-Steuer. Deren Höhe sei „nicht ganz unwesentlich“, sagt Grießer, und mache sieben bis acht Cent je Liter Treibstoff aus.

Das neuste Schiff der Flotte, der derzeit noch MS 2020 betitelte Dampfer für den Starnberger See, tankt nichts, es fährt mit Strom. Der Neuzugang wird derzeit auf der Werft in Starnberg ausgebaut. Bereits knapp eine Woche nach der Lieferung im November war er zu Wasser gelassen worden. Geschwommen ist er vorher schon, schließlich war das Schiff mit eigenem Antrieb von der Werft die Donau hinabgefahren und dann auf Lkw verladen worden. Der Ausbau bewege sich im Zeitplan, und der sei bei einem schwimmenden Schiff einfacher. Andernfalls hätte man ein Gerüst aufbauen müssen. Probefahrten gab es noch nicht, das wird wohl auch noch ein paar Wochen dauern.

Wie soll der neue E-Dampfer heißen?

Bleibt die Frage des Namens. Wie berichtet, gibt es mehrere Interessenten – Gemeinde bzw. Ort am See –, die gerne Pate sein würden. Es gebe einige Anfragen, sagt Michael Grießer. Vermutlich Ende Januar oder Anfang Februar soll eine Namensentscheidung fallen – intern, nicht mit Vorschlägen der Öffentlichkeit wie bei früheren Schiffen. Da die Seenschifffahrt dem Freistaat gehört, wird er – in Persona von Finanz- und Heimatminister Albert Füracker – ein sehr gewichtiges Wörtchen mitzureden haben. Wenn der Name vergeben ist, wird es die Öffentlichkeit wohl nicht erfahren. Derzeit ist geplant, den Namen erst bei der Taufe voraussichtlich Ende März bekannt zu geben. Eines hat man bei der Schifffahrt noch nie gemacht: Zwischen Namensvorschlägen ausgelost.

Fahrpläne und Preise

Fahrpläne und Preise sind auf www.seenschifffahrt.de zu finden.

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