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Nordosttangente: Qual der Wahl

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Starnberg - Sinnvoll, sinnlos, die Lösung? Der Starnberger Stadtrat wird sich noch diesen Monat mit denkbaren Trassen einer Nordost-Tangente befassen. Nicht alle Vorschläge sind auch machbar.

Die Stadt Starnberg hat im vergangenen Jahr eine Machbarkeitsstudie für eine Nordost-Tangente in Auftrag gegeben. Ergebnis: Unter elf Varianten muss nun die wünschenswerte und machbare heraus gefiltert werden. Die Stadtratsfraktionen mussten bis Ende Januar ihre Stellungnahmen abgeben. Noch in diesem Monat wird sich, so die Aussage von Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger, der Bauausschuss mit dem Thema befassen.

Drei Varianten (1; 5; 10) schließt die Ingenieurgesellschaft Steinbacher-Consult aus Neusäß selbst aus, weil sie eine Wasserschutzzone der Kategorie II durchqueren würden. Auch die Variante 7 wird nicht empfohlen, weil sie mit 200 Metern das FFH-Gebiet Leutstettener Moos durchschneidet. Auf diese vier Varianten gehen wir deshalb vorerst nicht ein. Von den restlichen sieben Varianten verlaufen fünf ortsnah, zwei ortsfern. Ortsnah bedeutet, dass eine Verbindung zwischen der Umgehungsstraße von Hanfeld zur Gautinger Straße geschaffen würde. Ortsfern heißt, dass die Umgehung Hanfeld eine neue Verbindung zur Autobahn A 95 erhielte. Im Folgenden werden die Varianten 2, 3, 6, 9 und 11 dargestellt, die davon abgeleiteten Varianten 4 und 8 kurz erklärt.

Variante 2 verlässt die Hanfelder Umgehung (St 2069) südlich von Taubenhüll, quert südlich von Gut Rieden die Bahn und trifft nördlich des Wohngebiet Starnberger Wiese am südlichen Ende des Golfplatzes auf die Gautinger Straße (St 2063), führt von hier Richtung Starnberg. Gebaut werden müssen zwei Brücken und ein 550 Meter langer Tunnel. Länge der Tangente: 4,5 Kilometer; Kosten: 26,1 Millionen Euro.

Variante 3: Wie Variante 2 bis zur Querung der Bahn, aber mit 750 Meter langem Tunnel unter Bannwald und Riedener Weg, dann schwenkt sie über den südlichen Teil des Golfplatzes Richtung Petersbrunn, trifft südlich davon auf die St 2063, folgt dieser bis zur Würmbrücke, taucht hier in einen 560 Meter langen Tunnel unter dem Höhenrücken nordwestlich von Leutstetten ein. Nach dem Tunnel verläuft die Straße nördlich an Leutstetten, südlich an Gut Schwaige vorbei, dann durch Wald und trifft zwischen Wangen und Unterschorn auf die alte Olympiastraße, überquert diese und wird ans Autobahnkreuz Starnberg angebunden. Länge: 8,5 Kilometer; Kosten: 68,5 Millionen Euro.

Variante 4: Wie Variante 2, doch trifft die Tangente zwischen Starnberger Wiese und Obi auf die St 2063. Der Tunnel unter Bannwald und Riedener Weg ist 700 Meter lang. Länge neu: 4,2 Kilometer; Kosten: 30,3 Millionen Euro.

Variante 6 beginnt an der Hanfelder Umgehung südlich Taubenhüll, kreuzt den Waldweg in Verlängerung der Schießstättstraße (Brücke), verläuft im 1,6 Kilometer langen Tunnel in südöstlicher Richtung, unter der Bahn und dem Bereich südlich des Sportplatzes am Riedener Weg sowie ein Stück unter der Gautinger Straße und kommt nach der Einmündung Finkenstraße an die Oberfläche. Über die Petersbrunner Straße wird die Tangente an die Münchner Straße angeschlossen. Neubaustrecke: 4 Kilometer; Kosten: 53,3 Millionen Euro.

Variante 8 beginnt am Kreisverkehr der Hanfelder Umgehung, macht einen Bogen nach Norden, dann nach Osten und trifft nördlich der Starnberger Wiese auf die St 2063. Die Variante benötigt einen 900 Meter langen Tunnel unter dem Bannwald und dem Riedener Weg hindurch, überquert die Bahn, ist 4,4 Kilometer lang und kostet 33,9 Millionen Euro.

Variante 9 beginnt am Kreisverkehr südlich von Hanfeld, schwenkt nach Osten, geht in der nördlichen Verlängerung der Schießstättstraße in einen 1,6 Kilometer langen Tunnel, der sich nach Südosten wendet und dann wie bei Variante 6 geführt wird. Länge der Neubaustrecke: 3,4 Kilometer; Kosten: 50 Millionen Euro.

Variante 11 beginnt wie Variante 3, verläuft ebenfalls nördlich von Leutstetten, dann aber auch nördlich von Gut Schwaige und wird nach Durchquerung des Waldes bei Oberdill an die Autobahn A 95 angebunden. Dafür müssten 8,7 Kilometer neu gebaut werden, ebenso zwei Tunnel wie bei Variante 3. Kosten: 69 Millionen Euro.

Die Wahl der Variante hängt von der Leistungsfähigkeit der Anbindungen an die Münchner Straße oder die Autobahn ab. Erst wenn dies geklärt ist, kann eine Kosten-Nutzen-Bewertung vorgenommen werden. Die Trassen 3 und 11 stellen laut Ingenieurbüro einen geringen Eingriff in das „Schutzgut Mensch“ dar, führen aber zu einem hohen Eingriff in die Schutzgüter Boden, Tiere und Pflanzen, Landschaft und Luft. Bei den ortsnahen Varianten sei die Nummer 9 wegen ihrer Kürze interessant. Die Varianten 2, 4 und 8 beeinträchtigten das Schutzgut Mensch. Variante 2 sei die kostengünstigste, Variante 6 und 9 brächten die geringsten Beeinträchtigungen für alle Schutzgüter mit, auch wenn sie Wasserschutzzonen der Kategorie III berührten.

Barbara Irlbauer

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