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Überglücklich nach dem letzten Rennen der Saison (v.l.): Kay Niederfahrenhorst, Caroline Heine, Bastian Henning und Maximilian Adami vom Münchner Yachtclub waren das einzige Team vom Starnberger See, das sich freuen konnte. 

Segel-Bundesliga

Nur der MYC kann beim Finale jubeln

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Während der Deutsche Touring Yacht-Club beim Finale der Segel-Bundesliga in Berlin krachend scheitert, sichert sich Münchner Yacht-Club im letzten Rennen den Klassenerhalt. Auch der Bayerische Yacht-Club verpasst sein Ziel.

Starnberg/Tutzing Kay Niederfahrenhorst schlug sich die Hand vor die Stirn, als könnte er den ganzen Irrsinn nicht begreifen. Der Skipper des Münchner Yacht-Clubs hatte seine Crew im abschließenden Bundesliga-Rennen zu einem ersten Platz verholfen, nachdem er fünf Wettfahrten zuvor nie über einen vierten Rang hinausgekommen war. „Ich könnte ausflippen“, sagt Niederfahrenhorst. Er war kurz davor, die Kontrolle über sich zu verlieren, denn eigentlich war sein Team bereits abgestiegen. Ein erster oder zweiter Platz musste es im Showdown um den Klassenerhalt schon sein. Und den lieferte der Steuermann dann mit einer Selbstverständlichkeit, die seine Teammitglieder Caroline Heine, Bastian Henning und Max Adami in Ekstase versetzte. Vielleicht waren die Münchner an diesem späten Samstagnachmittag die glücklichsten Menschen auf dem Berliner Wannsee.

Das spannendste Finale der Geschichte

Das Finale der Segel-Bundesliga in der Bundeshauptstadt durfte zurecht für sich in Anspruch nehmen, das spannendste in der fünfjährigen Geschichte dieser Vereinsmeisterschaft zu sein. „Hier kann jeder gewinnen oder verlieren“, stellte Niederfahrenhorst fest, dass das Niveau so hoch und so ausgeglichen wie selten war. Und so verlor der Deutsche Touring Yacht-Club nach einer tollen Saison am letzten Spieltag noch die anvisierte Meisterschaft. Der souveräne Tabellenführer wurde am Ende auf den 16. Platz durchgereicht. Dass es dem Gastgeber und Sieger von Glücksburg, dem Verein Seglerhaus am Wannsee, als Letztem nicht unbedingt besser erging, war nur ein schwacher Trost. Die historische Chance, als erster Club die Deutsche Meisterschaft zum dritten Mal in Serie zu gewinnen, wurde auf tragische Weise verspielt. Während sich die Münchner freuten, schlichen die Tutzinger mit versteinerten Mienen zur Siegerehrung, um sich für die Vize-Meisterschaft huldigen zu lassen.

Tutzing geht auf dem Wannsee unter

Die Enttäuschung war gewaltig, hatte die Crew in den vergangenen Jahren doch alles gewonnen, was zu gewinnen war. Und dann ging sie auf dem Wannsee einfach unter. „Man hat im Grunde alles falsch gemacht, was man falsch machen kann“, räumte Michael Tarabochia ein. Der Teammanager des DTYC mutmaßte, „dass der eine oder andere mit dem Druck nicht klar gekommen ist“. Und so holte sich der Norddeutsche Regatta Verein nach zwei mageren Jahren wieder den Titel nach Hamburg zurück. Aber auch die Hanseaten gewannen erst am letzten der drei Regattatage jene Selbstsicherheit, die nötig war, um sich zum Meister zu küren. Und weil viele Teams mit sich und ihrem Abschneiden beschäftigt waren, gewann in Berlin der Lindauer Segler-Club vor dem Chiemsee und dem Düsseldorfer Yacht-Club.

BYC verpasst Champions-League-Qualifikation

Diese Konstellation war genauso wenig zu erwarten, wie der zehnte Rang des Bayerischen Yacht-Clubs. Zwar lag dieses Ergebnis in der Kontinuität der vergangenen Spieltage, doch Ilja Wolf hatte seiner Crew insgeheim mehr zugetraut, um den vierten Rang in der Gesamtwertung zu verteidigen und damit die Qualifikation zur Sailing Champions League sicher zu stellen. „Als Segler muss man leidensfähig und nervenstark sein“, stellte der Teammanager klar, dass Niederlagen zum Leben gehören. Am Ende fehlten dem Club vom Starnberger Nepomukweg nur drei Punkte zu seinem Glück. Die hätte die Crew in den 15 Flights sicherlich irgendwo einsparen können. „Im Grunde war die Leistung nicht gut genug“, gab Skipper Philipp Hibler zu, dass das eigene Abschneiden zwar frustrierend, aber auch verdient gewesen ist.

Während er sich grämte, kramte Niederfahrenhorst die erste Anekdote aus. „Wir wollen das Ding hier gewinnen“, hielten dem Münchner Steuermann seine Crew-Mitglieder entgegen, als er ihnen vor der Regatta die Zielsetzung Klassenerhalt näher brachte. Vielleicht muss man sich hohe Ziele setzten, um Großes zu erreichen – oder gewaltig zu scheitern.

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