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Auftritt der witzigen Art: Neben Kabarettistin Monica Calla als Bundeskanzlerin Angela Merkel gab es im Café Prinzregent auch Darbietungen mit ernstem Hintergrund.

Kleinkunst

„Offene Bühne“ mit offener Zukunft

Die vierte Veranstaltung mit Schauspielern und Kabarettisten im Café Prinzregent kommt gut an. Organisator Hain spricht mit dem Hotel-Pächter über die Zukunft der „Offenen Bühne“. 

Starnberg – Die vierte „Offene Bühne“ im Café Prinzregent: Sieben ganz unterschiedliche, aufgeregte Künstler und mehr als 50 Zuschauer. Die ungewöhnliche Starnberger Veranstaltungsreihe kommt bei den Besuchern offensichtlich sehr gut an. Viel mehr Publikum hätte der Gastraum am vergangenen Freitagabend nicht gefasst. Dennoch ist unsicher, ob diese Kultur-Reihe fortgeführt wird.

Jannis Hain ist Initiator dieses neuen Konzepts, von Beruf und Berufung Schauspieler, nebenbei Mitarbeiter des Hotels Bayerischer Hof in Starnberg. Das Café habe ihn quasi gerufen, um den Raum mit Kultur zu füllen, so erzählte er in der Pause des zweistündigen Programms. Im vergangenen Winter gründete er die „Offene Bühne“, die angehenden oder bislang unentdeckten Künstlern die Möglichkeit bietet, vor Publikum aufzutreten – ganz egal, mit welchem Programm. So kam bereits eine bunte Mischung an kleinen Vorstellungen zusammen: Lesungen von Kurzgeschichten und Gedichten, Vorträge, Ausstellungen, Kurzfilme, Gesang, Musik, Zauberei. Sogar ein Karl-Valentin-Darsteller trat schon einmal auf und sorgte mit seiner Darbietung für ausgelassene Stimmung.

Initiator Schrogl hat noch andere Ideen

Am Freitag machte Monica Calla mit einer kabarettistischen Einlage den Anfang: Unverkennbar als Angela Merkel, die „ohne Horsti“ nach Bayern gereist war, um eine Nachfolgerin für sich selbst zu suchen, erntete sie viel Beifall. Es folgte Jannis Hain, der selbst verfasste philosophische Texte über die Betrachtung des Lebens vortrug. Sigrid Voß, eine Spätberufene der Kunst, las bunt und bildhaft erzählte Erinnerungen aus ihrer Kindheit vor. Was hinter dem bekannten Kinderlied „Hänschen klein“ steckt, darüber klärte die Märchenerzählerin Christine Obermeyr auf.

Ganz besonders berührte die Kurzgeschichte „I need my mother“ von Karin Schreiber aus Herrsching. Sie erzählte feinsinnig und bewegend von einer jungen Frau aus Eritrea, die sie als Betreuerin von Asylbewerbern kennengelernt hatte. Schreiber hat zum Thema „Fremd sein“ eine Reihe an Geschichten verfasst. Nach all den ernsten Vorträgen zeigten sich zum Abschluss Claudia Wittmaack und Elke Ebert von der Theatergruppe Tragaudion mit humorvollen Szenen.

Obwohl die „Offene Bühne“ ihre feste Fangemeinde gefunden hat, ist noch unsicher, wie es weitergeht. Jannis Hain ist aktuell im Gespräch mit dem Pächter des Hotels, Nicolas Schrogl. „Wenn nicht, dann habe ich noch andere Ideen, was man in Starnberg oder in diesem schönen Hotel an Kultur anbieten kann“, sagt Hain dem Starnberger Merkur. Eine Idee von ihm: eine „Krimi-Führung“. Unterstützt von Schauspielern könnten die Besucher durch die Geschichte des Hotels geführt werden.

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