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Vorbereitungen für den Umzug: Rudi Schwab, Isabell Bernlochner, Utta Eckbauer, Elisabeth Buchner, Manfred Schulz und Conny Schulz (v.l.) vom Heimat- und Volkstrachtenverein schmücken das Beiboot des höfischen Prunkschiffs Bucentaur. 

Oktoberfest

Mit 104 Schritten pro Minute durch München

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Der Landkreis Starnberg ist auch heuer wieder bestens beim traditionellen Wiesnumzug in München vertreten. Wer dieses Mal eingeladen wurde, lesen Sie hier:

Landkreis – Stell dir vor, du marschierst über die schönsten Straßen Münchens und links und rechts jubeln dir die Menschen zu. Die Botschaft lautet Freude, Friede, Brauchtum. Tausende demonstrieren, Hunderttausende säumen die Straßen, um dem Zug zuzujubeln. Die Stimmung ist bestens, und jeder, der mitmarschiert, weiß: Nach sieben Kilometern gibt es eine Mass Bier und ein halbes Hendl. Aus dem Landkreis Starnberg sind der Heimat- und Volkstrachtenverein und die Stadtkapelle Starnberg dieses Jahr beim Wiesn-Trachten- und Schützenumzug dabei, dazu die Blaskapelle Pöcking und die Hechendorfer Blasmusik.

Starnberger mit Startnummer 3

An fast vorderster Stelle, mit Startnummer drei, marschieren heuer die Starnberger Trachtler. „Den guten Platz haben wir wegen unseres 110. Jubiläums heuer bekommen“, sagt die Vorsitzende des Heimat- und Volkstrachtenvereins, Judith Bucher. Mit 90 Leuten reisen die Starnberger Trachtler an, von der Stadtkapelle Starnberg sind nochmals knapp 50 Musiker, Taferlbuam und Marketenderinnen dabei. Der Trachtenverein bringt sein Beiboot des Bucentaur auf einem Pferdewagen mit, wie immer mit Buchs und Blumen festlich geschmückt. Die Starnberger sind gefragt: „Wir haben die historische Fischertracht, das freut die Stadt München sehr“, sagt Bucher. „Deshalb müssen wir uns nicht bewerben, sondern werden alle zwei Jahre angerufen, damit wir mitmachen.“ Die sieben Kilometer gehen die Teilnehmer zügig und mit kaum Pausen. „Für unsere rund 30 Kinder ist es fast zu zügig“, sagt Bucher.

„Aber nein, ganz normal, knapp zwei Schritte pro Sekunde“, erklärt der Vorsitzende der Stadtkapelle, Martin Rüeck. „Das ist Tempo 104 auf dem Metronom.“ Seit 1990 sind die Musiker alle zwei Jahre dabei. „Bisher gab es noch keine Ausfälle“, sagt Rüeck mit einem Lächeln. „Inzwischen weiß man schon, wo man das Blasenpflaster prophylaktisch hinkleben sollte.“

Pöckinger machen die 380 Kilometer voll

An so etwas denken die Musiker der Pöckinger Blaskapelle nicht. Sie marschieren zum 54. Mal mit. „Wir machen heuer die 380 Kilometer voll“, sagt Vorsitzender Georg Engesser nicht ohne Stolz. Und voll Dankbarkeit, weil es einfach so schön ist. „Es ist etwas Besonderes. Die Menschen an den Straßen, die uns zuwinken, und die Wiesn, die man lange nicht sieht, aber schon riechen kann.“ Engesser gerät ins Schwärmen. Natürlich habe man viel geübt – auch fürs Fernsehen. Damit der Moderator etwas zu erzählen hat, sollen die Pöckinger am Max-II-Denkmal vor den Kameras den Marsch „Freude zur Musik“ spielen.

Marschieren und musizieren ist anstrengend

„Wir dürfen an dieser Stelle nicht spielen“, sagt dagegen der Vorsitzende der Hechendorfer Blasmusik, Stefan Pfeifer, trocken. Das klingt zunächst etwas enttäuscht, doch dann präzisiert Pfeifer: „Gedreht wird die Kapelle vor uns, mit der stimmen wir uns während des Zuges ab. Wir spielen abwechselnd.“ Das macht den Marsch für die Musiker leichter – marschieren und musizieren ist durchaus anstrengend. Die Hechendorfer sind jedes Jahr dabei. Wie die Pöckinger gehen sie im Schützenblock auf Einladung der Sportschützen mit. Heuer erstmals in der ledernen Bundhose und nicht mehr in schwarzer Stoffhose.

Die Vereine nehmen einiges auf sich, um sich am Festzug zu beteiligen. Sie üben vorher, fahren morgens nach München, und natürlich ist der Rundgang auch anstrengend. Einmal haben die Instrumente der Pöckinger in der S-Bahn sehr gelitten, seitdem chartern sie einen Bus. Die Hechendorfer haben am Mittwoch eine Marschprobe gemacht. „Auf dem Parkplatz am Schloss Seefeld haben wir gübt, wie man stehenbleibt und weitergeht“, berichtet Pfeifer. Er freut sich schon sehr auf Sonntag: „Der Wiesn-Umzug ist das Highlight im Jahr.“ Das seit vielen Jahren auch noch belohnt wird: mit Bier, Hendl und einer Reservierung im Festzelt.

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