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Eine Kutsche als Auto: Der Benz Vis-à-Vis aus dem 19. Jahrhundert ist der ganze Stolz von Max Hagenberger aus Inning. Besucherin Ina Oppel aus Königsbrunn hat in dem Wagen sehr gerne Platz genommen.

Oldtimer-Treffen des Lions Clubs

Stelldichein der Traumkarossen

Gut 30 Fahrer mit ihren Oldtimern haben am Wochenende an einer Ausfahrt des Lions Clubs Starnberg teilgenommen. Danach präsentierten sie ihre Karossen auf der Seepromenade.

Starnberg – „Der da ist der Schönste“, schwärmt eine Besucherin. Ihre Worte gelten einem Mercedes 300 SL Roadster Baujahr 1960, der gerade auf der Seepromenade an seinen Platz rangiert wird. Eric Bach, Besitzer des rund 1,1 Millionen Euro teuren Traums in Metallicblau, kommt gerade von einer Ausfahrt des Lions Clubs Starnberg vom Walchensee zurück, an der gut 30 Fahrer mit ihren Oldtimern teilgenommen haben. Südlich des Undosa trifft man sich an diesem Samstag mit seinen Edelkarossen für einen guten Zweck, zu einem Parc fermé.

Der Lions Club verkauft Lose einer Tombola, die der Starnberger Tafel und dem Verein Nepalhilfe zu Gute kommen sollen. Zugleich wirbt das BMW-Autohaus Michael Schmidt unter dem Motto „Oldtimer meet E-mobility“ für Elektro-Fahrzeuge und Hybride wie den BMW i8 – Vergangenheit trifft quasi auf automobile Gegenwart.

Bürgermeisterin Eva John kommt mit dem Fahrrad, um ein Grußwort zu sprechen: „Das beste Fleckchen am See“ habe man für diese Veranstaltung reserviert. Schauspielerin Katerina Jacob ist mit einem dunkelblauen Renault 4 CV vertreten, im Volksmund Cremeschnitte genannt. Die Ausfahrt hat sie gut überstanden, nur die Motorhaube geht nicht mehr richtig zu.

Dem 300 SL von Eric Bach geht es ähnlich: Eine Schraube ist locker, an der in Leder gehaltenen Einfassung der Innenverkleidung. „Normalerweise habe ich immer einen Schraubenzieher dabei“, sagt Bach. Sollte der Klassiker auseinander fallen, hätte der leidenschaftliche Sammler noch sechs weitere Oldtimer zur Verfügung. „Man bewegt sich im Straßenverkehr schon besonders vorsichtig damit, höchstens mal zu solchen Ausfahrten oder zum Kaffeetrinken“, erzählt seine Frau.

Max Hagenberger aus Inning hält nur einem einzigen Oldtimer die Treue, und das seit 62 Jahren: In den Benz Vis-à-Vis Victoria, Baujahr etwa 1895, hat sich der heute 76-Jährige mit 14 verguckt. Der ehemalige Mitarbeiter von Opel-Häusler hat das ehrwürdige 3-PS-Gefährt – Höchstgeschwindigkeit 6 km/h – „damals immer poliert“ und schließlich den damaligen Besitzern abkaufen können. An der Ausfahrt hat es diesmal nicht teilgenommen, „weil ich kurz vorher aus Versehen die Ölleitung abgerissen habe“. Blickfang ist sein über 120 Jahre alter Liebling trotzdem.

In der Nähe steht ein schwarzer Rolls-Royce Silver Wraith von 1948, der einst einem leibhaftigen indischen Maharadscha gehörte, auf dem Nummernschild steht in Großbuchstaben der Familienname NABHAZ. „In England gekauft“, plaudert der Besitzer. Es ist ein sonniger Tag zum Träumen: Viele Besucher machen Selfies mit den Auto-Veteranen oder üben das würdevolle Ein- und Aussteigen beim 134 000 Euro teuren i8. Auch Katerina Jacob bleibt noch eine ganze Weile, ehe sie mit ihrer Cremeschnitte wieder heimfährt.  ty

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