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Eine Frau zwischen Hass und Verzweiflung: Marieke Wikesjo als Medea, Jason Papowitz (r.) als Jason und Timon Führ als König Créon bei einer Probe.

Oper in Starnberg

Eine Hochzeit und vier Todesfälle

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Die „Oper in Starnberg“ zeigt in diesem Jahr  Luigi Cherubinis „Medea“. 

Starnberg– Liebe, Verzweiflung, Hass und Tod: Der Mythos Medea geht mit den stärksten Gefühlen einher, die uns Menschen gefangen nehmen können. Am morgigen Donnerstag und am Sonntag, 8. Juli, bringt der Verein Oper in Starnberg Luigi Cherubinis „Medea“ auf die Bühne der Starnberger Schlossberghalle. In vielerlei Hinsicht erwartet das Publikum ein besonderes Opernerlebnis in drei Akten – präsentiert vom Starnberger Merkur.

Junge Profis und Laien aus dem Landkreis Starnberg und aller Welt gemeinsam auf der Bühne – das ist eins der Prinzipien von Oper in Starnberg. Zum vierten Mal stellt der Verein ein mutiges Projekt auf die Beine. Angefangen bei der Auswahl: Cherubinis Medea zählt nicht zu den großen Klassikern. Aber Andreas Schlegel aus Seefeld, Intendant und künstlerischer Leiter, kann sehr gut erklären, was ihn hier gereizt hat: „Cherubini bringt Emotion in die Musik. Seine Medea ist der Stoff zu einem echten Thriller.“ Sie sei Liebende, Betrogene, Verstoßene. „Es ist faszinierend, wie Cherubini diese vielen verschiedenen Böden hörbar macht.“

1797 wurde „Médéé“, so der Originaltitel, in Paris in französischer Sprache uraufgeführt. Auch die Macher von Oper in Starnberg haben sich zu dieser Fassung entschlossen, ohne Übertitel und mit gekürzten Dialogen. Verstehen die Zuhörer dann überhaupt, was auf der Bühne geschieht? Schlegel hat keine Zweifel: „Es geht um die Emotionen der Figuren, und die werden greifbar.“

Zum zweiten Mal konnte der Verein Oper in Starnberg auch die Choreografin Ada Ramzews gewinnen. Schon bei „Orpheus und Eurydike“ vor zwei Jahren hatte sich die Tänzerin für eine puristische Inszenierung entschieden. Auch Medea wird diese Handschrift tragen. Wobei da natürlich auch die Frage richtungsweisend war, was sich auf einer Bühne wie in Starnberg visuell darstellen lässt. Ramzews Fassung zeigt die Protagonisten in einer verlöschenden Welt ohne Farben. Die Vergangenheit Medeas wird in auf dem Boden liegenden Fotos gezeigt. Sie hat nichts mehr zu verlieren, und die Erinnerung an die Tragödie flutet die Gegenwart aller Beteiligten.

Dabei wird während der Aufführung gar nicht erzählt, was zuvor geschehen ist. Denn die Oper beginnt bei der Hochzeit von Dircé, Töchter des Königs Créon. Sie heiratet Jason, den Anführer der Argonauten, der ihretwegen seine Gattin Medea verstoßen hat. In der griechischen Sage hat Medea zuvor für ihn ihrem Vater das kraftverleihende Goldene Vlies gestohlen und ihren Bruder ermordet. Sie gebiert ihm zwei Söhne, dann aber bietet König Créon Jason seine Tochter Dircé zur Heirat an. Die Söhne werden der Mutter genommen. Dieser bleibt nichts als die Rache: Auf ihrem Feldzug finden die eigenen Söhne, Dirce und König Créon den Tod.

An der Aufführung in der Schlossberghalle sind das Vokalensemble Fünfseenland und das Orchester Capella München beteiligt – das Orchester wird wie schon bei der Inszenierung des Orpheus vor zwei Jahren hinter einem dünnen Vlies im hinteren Teil der Bühne sitzen. Als Solisten konnten Marieke Wikesjo (Medea), Jason Papowitz (Jason), Timon Führ (Créon), Yuna-Maria Schmidt (Dircé), Solgerd Isalv (Néris, Medeas Dienerin), Katherina Heißenhuber (1. Begleiterin Dircés) und Silvia Aurea De Stefano (2. Begleiterin Dircés) verpflichtet werden. Die beiden zehnjährigen Buben Leo Klammer und Caspar von Eisen aus Wörthsee spielen die Kinder Jasons und Medeas. „Aber keine Sorge, die schlimmen Szenen sieht man nicht“, sagt Andreas Schlegel. Er ist begeistert von der guten Zusammenarbeit und dem großen Engagement aller: „Es ist wirklich wunderbar.“

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