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Über 90 Feuerwehrleute waren in der Nacht zum Sonntag stundenlang damit beschäftigt, den Brand in einem Wohn-/Geschäftshaus in der Theresien-/Achheimstraße unter Kontrolle zu bringen.

Großfeuer

Großbrand in Starnberg: Opfer stehen vor dem Nichts

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Starnberg - Die Caritas und Starnberger Merkur organisieren eine Spendenaktion für die Bewohner des Brandhauses vom Wochenende.

Ihren gestrigen Geburtstag hatte sich Dagmar Schade ganz anders vorgestellt. Aber irgendwie ist das alles auch egal: „Wir haben Riesenglück gehabt. Wir sind gesund und am Leben“, sagte sie. Sie klingt gefasst. Gefasst angesichts des Umstands, dass sie in der Nacht zum Sonntag alles verloren hat. Frau Schade und ihre Familie wohnte in dem Wohn- und Bürohaus an der Theresienstraße/Ecke Achheimstraße, das komplett ausbrannte.

Ein technischer Defekt an einem elektrischen Gerät im Dachgeschoss hatte das Feuer ausgelöst. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn der Nachbarsjunge nicht gerade nach Hause gekommen wäre“, sagt Dagmar Schade. Der junge Mann alarmierte alle im Haus, so dass sich die Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Doch dann mussten sie mit ansehen, wie die Flammen und das Löschwasser so ziemlich alles vernichteten, was die Bewohner besaßen.

„Wir hatten noch das, was wir am Leibe trugen“, berichtet die Betroffene gestern. Sie hat nicht nur ihr Zuhause verloren. Auch ihre Werkstatt befand sich in dem Haus und steht unter Wasser. „1998 habe ich mich selbstständig gemacht. Seitdem habe ich hier Kostüme für Ballett- oder historische Aufführungen geschneidert“, berichtet Dagmar Schade. Die Industrienähmaschine, die anderen Geräte, die Stoffe, die eingelagerten Kostüme – „ich habe keine Ahnung, was das Feuer überlebt hat“, sagt sie.

Die erste Nacht hat sie bei Freunden verbracht, die sie auch notdürftig mit Kleidung ausstatteten. Wenn alles geklappt hat, haben Frau Schade und ihre Familie bereits am Montag eine Ferienwohnung beziehen können. „Dann haben wir wenigstens Handtücher und Bettwäsche“, sagt die tapfere Frau. Wie es ihren Nachbarn geht, konnte sie am Montag nicht sagen. Wie es weitergeht, auch nicht. „Ich hatte eine Haftpflichtversicherung, die übernimmt zumindest die Kosten für die Aufträge, die ich nicht fertigstellen konnte.“

Die 13 Asylbewerber, die im Dachgeschoss untergebracht waren, wurden nach Angaben von Stefan Diebl, Pressesprecher des Landratsamtes, auf die Einrichtungen in Pöcking und Gauting verteilt. Sie sollten am Montag in der Kleiderkammer die nötigsten Sachen erhalten, lehnten diese aber ab.

Allen Betroffenen hat gestern die Caritas Starnberg ihre Hilfe angeboten. „Die Leute müssen sich einfach bei uns melden – wir tun, was wir können“, sagte Caritas-Geschäftsführer Max Gerl. Ob nun Kleidung oder Möbel aus dem Sozialkaufhaus oder Hilfe bei der Wohnungssuche oder Behördengängen – auch ein Spendenkonto ist eingerichtet.

Wie kann man den Brandgeschädigten aus Starnberg helfen?

Die Caritas hat gestern in Zusammenarbeit mit dem Starnberger Merkur ein Spendenkonto für die Betroffenen eingerichtet. „Wichtig ist nur, dass auf dem Überweisungsträger deutlich der Verwendungszweck ,Hilfe Brandopfer Starnberg’ vermerkt ist“, sagt der Geschäftsführer der Caritas in Starnberg, Max Gerl. Wer Geld spenden möchte, kann das dem genanntem Verwendungszweck an das Konto DE 3470 2501 5004 3007 6679, BIC: BYLADEM1KMS bei der Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg überweisen. Die Caritas wird sich dann um die Verteilung an die Betroffenen kümmern.

Was wird konkret benötigt? 

Die Caritas bietet allen Betroffenen an, ihnen behilflich zu sein. „Das wichtigste ist derzeit, dass die Betroffenen so schnell wie möglich eine neue Bleibe finden“, so Gerl weiter. Die Betroffenen sollen einfach unter der Nummer z (0 81 51) 9 13 70 anrufen. Dann werde der Caritasverband prüfen, wie man schnellstmöglich helfen könne.

Was zahlt die Versicherung? 

Das ist derzeit noch unklar. Allerdings meinten verschiedene Betroffene gestern, ihnen sei gesagt worden, dass die Feuerversicherung der Vermieter einspringen würde. Ob das wirklich passiert, ist offen.

Gibt es weitere Ermittlungen seitens der Kripo zur Brandursache?

Nein, die Ermittlungen sind abgeschlossen. Bereits am Sonntag hatte die Pressestelle der Kriminalpolizei mitgeteilt, dass es ein Defekt an einem elektrischen Gerät handelte. Nach Informationen des Starnberger Merkur war ein defekter Laptop-Akku schuld.

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