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Im Herbst wird der Bayerische Landtag neu gewählt.

Landtagswahl

Kandidaten bringen sich in Stellung

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Höchstwahrscheinlich am 18. Oktober wird der neue Bayerische Landtag gewählt. Höchste Zeit für die Parteien, ihre Kandidaten in Stellung zu bringen. Denn das Wahlsystem ist überaus kompliziert und taktisch.

Landkreis – Die meisten im Landtag vertretenen Parteien stellen nicht einen, sondern gleich zwei Kandidaten auf – einen Direktkandidaten für den Stimmkreis und einen so genannten Listenkandidaten. Warum? Bei den Zweitstimmen kommt es wirklich auf jede Stimme an.

Bei der Bundestagswahl ist es vergleichsweise einfach. Derjenige Direktkandidat, der die meisten Stimmen bekommt, zieht sicher in den Bundestag ein. Das ist bei den Landtagswahlen ganz ähnlich. Bei den Zweitstimmen bei der Bundestagswahl ist es hingegen so, dass sie zusammengefasst werden. Je mehr Zweitstimmen eine Partei bekommt, desto mehr Kandidaten von der Liste ziehen ins Parlament ein – streng nach Listenreihenfolge.

Erst- und Zweitstimmen

Das ist bei den Landtagswahlen anders. Hier geht es auch auf der Zweitstimmenliste darum, wer genau die meisten Stimmen bekommen hat. Denn außerhalb ihres eigenen Stimmkreises stehen die Direktkandidaten ganz normal auf der Liste ihrer Partei. Ein Beispiel: Christian Winklmeier, der im September im Landkreis Starnberg für die SPD für den Bundestag kandidierte, bewirbt sich nun im Landkreis Landsberg/Lech um das Direktmandat. Sein taktisches Kalkül: Im Landkreis Starnberg kennen ihn die Wähler mittlerweile und kreuzen seinen Namen auf der Zweitstimmen-Liste an. Am Ende werden dann seine Direktstimmen aus dem Nachbarstimmkreis und seine Zweitstimmen zusammengezählt. Hat er im Vergleich zu seinen anderen SPD-Genossen dann besonders viele Stimmen, könnte er so in den Landtag einziehen.

Ähnlich taktieren auch die anderen Parteien. FDP-Stimmkreiskandidatin Britta Hundesrügge geht den genau entgegengesetzten Weg zu Winklmeier. Sie tritt im Stimmkreis Starnberg an, hofft aber – nach ihrem Bundestagswahlkampf – auf viele Stimmen aus Landsberg. Welchen Platz auf der Liste sie haben wird, entscheidet sich erst Mitte März. Hundesrügge, die bei der Bundestagswahl nach eigener Aussage bayernweit das zweitbeste FDP-Ergebnis einfuhr, gibt sich aber selbstbewusst: „Ein Platz unter den ersten zehn sollte es schon sein.“ Ihr zur Seite steht als Stimmkreiskandidat Willi Boneberger.

Kampf um Listenplätze

Die CSU schickt die bisherige Stimmkreisabgeordnete Ute Eiling-Hütig ins Rennen um das Direktmandat. Weitere Stimmen holen soll dann Vize-Landrat Georg Scheitz aus Andechs als Listenkandidat. Ob er sich wirklich auf der Liste wiederfindet, entscheidet die Delegiertenversammlung am 21. April – voraussichtlich in München. Weitere CSU-Besonderheit: Ein Hauen und Stechen um die besten Listenplätze wie bei anderen Parteien ist bei den Christsozialen eher unüblich: Hier werden die begehrten ersten zehn Plätze nach Proporz vergeben – Stadt und Land, Mann und Frau, Jung und Alt kommen zum Zuge. Anschließend werden die Bewerber einfach in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

Auf einen Extra-Kandidaten auf der Zweitstimmenliste verzichtet derweil die SPD. Die Genossen hatten ohnehin schon einige Probleme, mit Christiane Kern eine geeignete Direktkandidatin aufzutreiben. „Jetzt können wir auch keinen Zweitstimmenkandidaten mehr aufstellen – die Nominierungsfrist ist abgelaufen“, sagte die Kreisvorsitzende der SPD, Julia Ney, dem Starnberger Merkur.

Mehrere Bewerbern bei Freie Wählern

Die Freien Wähler haben sich nach Aussage von Albert Luppart noch nicht auf einen Direktkandidaten festgelegt. Am 21. Februar werden aber aller Voraussicht nach Matthias Vilsmayer aus Gilching und Ex-Bundestagskandidat Harald von Herget gegeneinander antreten. Auch für die Zweitstimmenliste gibt es mehrere Interessenten, so Luppart.

Mit einer Enttäuschung startete die Grünen-Direktkandidatin Anne Franke in den Wahlkampf. Sie hatte Listenplatz 6 angestrebt und war dann von ihren Parteifreunden auf die 25 durchgereicht worden. Nur wenig besser erging es dem Zweistimmenkandidaten Bernd Pfitzner aus Tutzing, der schlussendlich auf Listenplatz 58 gelandet ist.

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