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Pater Florian und seine Berufung: Seit 15 Jahren lebt er im kenianischen Illeret an der Grenze zu Äthiopien und gibt Kindern mit seiner Missionsarbeit eine Zukunft.

Hilfe für Kenia

Wittelsbacher auf Mission

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Als Kind war er selbst viele Jahre Ministrant in St. Maria in Starnberg. Auch bei den Pfadfindern war er dabei. Heute ist Pater Florian 60 Jahre alt und Missionsbenediktiner in Kenia. Von Geburt ist Pater Florian ein Prinz von Bayern. Jedes Jahr sammeln Sternsinger, das Kasbrettl der Kolpingsfamilie und die Pfarrgemeinde für seine Arbeit. Am Mittwoch will er sich dafür bedanken.

Starnberg Pater Florian ist als zweites von insgesamt sieben Geschwistern in Leutstetten und auf Gut Rieden aufgewachsen. Das ehemalige königliche Vorzeige-Gut seines Urgroßvater König Ludwig III. versorgte damals die Haunersche Kinderklinik in München mit Frischmilch. Die Jugend in dem landwirtschaftlichen Betrieb hat ihn geprägt und weckte sein Interesse für Technik, was sich der Priester seit Jahren in Kenia zu Nutzen machen kann.

In Illeret, an der Grenze zu Äthiopien, eine Drei-Tages-Reise von der kenianischen Hauptstadt Nairobi entfernt, lebt Pater Florian seit 15 Jahren auf eigenen Wunsch. Nachdem er lange in den Slums von Nairobi gearbeitet hatte, hatte er sich „nach echter Missionsarbeit so weit weg von der Großstadt wie möglich“ gesehnt, wie er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur erzählt.

Ein Dankeschön aus Illeret: die Kinder und ihr Gruß ans Kasbrettl, die Kabarettbühne der Kolpingsfamilie Starnberg.

Der Mönch aus der Erzabtei St. Ottilien hatte bereits als Erzieher, Kindergärtner und Sozialarbeiter gearbeitet, bevor er sein Abitur nachholte und Theologie studierte. In Illeret wurde er zum Handwerker und Baumeister. Er errichtete das Kloster und eine Werkstatt, in der er Automechaniker anlernt, und eine windbetriebene Anlage, über die Wasser aus einem Brunnen am See herauf zum Kloster gepumpt wird. Solarzellen auf dem Dach der Werkstatt liefern Strom.

Nachdem er auch die Krankenstation neu besetzte und ausstattete, leben um ihn herum mittlerweile 18 000 Menschen – die meisten von ihnen Nomaden, ein Viertel davon Kinder. Seine Hilfe ist vielen von unschätzbarem Wert. Genauso wie die regelmäßige Hilfe aus Starnberg, die den Unterhalt der Gebäude und die Einrichtung eines neuen Schulsystems sichert.

Alle drei Jahre kehren Missionsbenediktiner zu ihrem Mutterhaus zurück. In diesem Fall das Kloster St. Ottilien, in das Pater Florian 1982 als Novize eingetreten war. Vor fast genau 31 Jahren legte er dort die ewige Profess ab. Schon 1984 wurde er zum ersten Missionseinsatz nach Kenia geschickt. Keine Frage, dass der Benediktiner fließend Swahili spricht.

Pater Florian als Kind mit seinen sechs Geschwistern in Rieden. Im Hintergrund die Kapelle St. Peter und Paul.

„Ich habe mehr Kinder als meine Geschwister“, sagt er, als er von den Kindern in der Station am Turkana-See berichtet. Am Wochenende hat er viele Verwandte beim Familientreffen in Feldafing getroffen, darunter Bruder Prinz Christoph und Mutter Prinzessin Theresia von Bayern. „Wir sind sieben Kinder, es gibt 28 Enkelkinder und 18 Urenkel“, erzählt er begeistert. Besuche wie diese stehen in den drei Monaten Aufenthalt in Deutschland auf dem Plan, dazu Vorträge über die Missionsarbeit. „Aber zu allererst eine Woche Ruhe in St. Ottilien“, um sich ganz langsam wieder an die Gepflogenheiten hier zu gewöhnen.

Am heutigen Mittwoch ist Pater Florian persönlich im Pfarrzentrum St. Maria in der Mühlbergstraße 6, um von seiner Mission in Kenia zu berichten. Das „Meet and Greet“ beginnt um 20 Uhr. Gäste sind willkommen.

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