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Preis für Patientensicherheit geht auch an Klinik-Apotheke

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Stolz auf die Auszeichnung: Dr. Angela Ihbe-Heffinger, Katrin Bayerlein und Professor Dr. Hans-Paul Schobel (v.l.).
Stolz auf die Auszeichnung: Dr. Angela Ihbe-Heffinger, Katrin Bayerlein und Professor Dr. Hans-Paul Schobel (v.l.). © Klinikum

Die Krankenhaus-Apotheke des Klinikums Starnberg hat mit drei anderen den Deutschen Preis für Patientensicherheit erhalten. Das Projekt ist einzigartig.

Starnberg – Als eine von nur vier Krankenhaus-Apotheken in Deutschland hat die des Klinikums Starnberg am zweijährigen Projekt „Renal Pharmacist“ der Stiftung Patient und Klinische Pharmazie teilgenommen. Inhalt: „Medikations- und Risikomangement für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und arzneimittelbezogenen Problemen im interdisziplinären, crossfunktionalen Team“. Die vier Apotheken sind eng vernetzt und nun preisgekrönt, denn sie erhielten den mit 10 000 Euro dotierten Deutschen Preis für Patientensicherheit.

„Wir sind natürlich sehr stolz darauf, und es ist uns zugleich ein Ansporn, unsere Arbeit auf diesem Gebiet noch weiter zu intensivieren“, erklärte Dr. Angela Ihbe-Heffinger. Zusammen mit Professor Dr. Hans-Paul Schobel, Leitender Arzt Nephrologie am Klinikum, sowie ihren Kolleginnen Ann-Kristin Gerke und Katrin Bayerlein hatte die Leiterin der Krankenhausapotheke das Projekt betreut. „Über diese ungewöhnliche Auszeichnung freuen wir uns natürlich außerordentlich“, so Schobel, durch dessen Einbindung als Nierenspezialist das Starnberger Projekt noch einmal hervorstach, teilte das Klinikum mit. „Unsere interdisziplinären Fallbesprechungen sind schon eine Besonderheit im deutschen Krankenhauswesen und sonst nur in Kliniken der Maximalversorgung wie Unikliniken üblich beziehungsweise möglich.“

Zusammenarbeit erhöht Patientensicherheit

Die Zusammenarbeit erhöhe die Patientensicherheit während des Aufenthaltes wie auch danach. Eine Niereninsuffizienz betrifft etwa 20 Prozent der stationären Patienten und gilt Risikofaktor für das Auftreten von arzneimittelbezogenen Problemen (ABP). Studien zeigtsen, dass Apotheker bei stationären Patienten mit einer Niereninsuffizienz bis zu 81 Prozent nicht angepasste Verschreibungen identifizieren. „Die Folgen sind mehr unerwünschte Arzneimittelwirkungen, längere Krankenhausaufenthalte und eine erhöhte Mortalität“, schildert Ihbe-Heffinger.

Zusammen mit Gerke und Professor Schobel hat sie an 183 Tagen 1435 Medikationsanalysen durchgeführt. Dabei wurde bei rund 55 Prozent mindestens ein ABP festgestellt; am häufigsten in der Kategorie Dosierung (36,8 Prozent), gefolgt von Interaktionen (21,3), Indikation (11,9) und Kontraindikation (7,7) auf. „Durch die Auswertung konnten wiederkehrende Fragestellungen identifiziert und somit das ärztliche und pflegerische Personal gezielt geschult werden“, erläuter Ihbe-Heffinger. Zusammen mit Dr. Katharina Endres wird sie als so genannte Intensive Care Pharmacists ab Oktober pharmazeutische Risikominimierungsstrategien für Patienten der interdisziplinären internistischen und anästhesiologischen Intensivstation etablieren.

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