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Freuen sich auf den Umzug in einen geräumigeren Laden: Merlin-Inhaber Stefan Kranz, seine Geschäftsführerin Susann Kindler (M.) und Mitarbeiterin Steffi Mauser.

Einzelhandel

Ende einer Ära lässt Traum wahr werden

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Ein alteingesessener Starnberger Handwerksbetrieb schließt. Ein seit 22 Jahren in Starnberg gewachsenes Unternehmen mit Zukunftspotenzial wird die in der Maximilianstraße entstehende Lücke schließen. Es geht um Pelz Gebhard und Merlin, das Fachgeschäft für Schmuck und Accessoires, das den Stadtmarkt (SMS) verlassen muss.

StarnbergSeit mehr als 60 Jahren, gegründet 1954, hat sich Pelz Gebhard in Starnberg einen Namen gemacht. Vom Firmengründer Helmut Gebhard hat dessen Sohn Herbert das Geschäft mit angeschlossener Kürschnerwerkstatt übernommen. Auslaufende Verträge mit Zulieferern waren mit ein Grund, dass der 57-Jährige und seine Frau Petra längst entschieden haben, den Betrieb zu schließen – letzte Konsequenz für ein aussterbendes Handwerk.

Seit gut einem Jahr sucht Gebhard nach einem Mieter für die Betriebsflächen an der Maximilianstraße. Jetzt ist er mit dem Betreiber des Schmuckgeschäfts Merlin handelseinig geworden. Ab Februar 2018 übernimmt der Vertragspartner als Mieter das Ladenlokal samt Nebenräumen. Nach Sanierung und Umbau soll möglichst noch vor Ostern Eröffnung sein, hofft Merlin-Geschäftsführerin Susann Kindler. Und dem Ehepaar Gebhard fällt ein Stein vom Herzen. Der Warenbestand, vor allem die Pelze, ist schon weitgehend abverkauft. Denn der Räumungsverkauf läuft schon seit dem Frühjahr.

Susann Kindler hatte schon seit mehreren Jahren ein Auge auf den Standort an der Maximilianstraße geworfen. Sie war vor 22 Jahren zunächst noch bescheiden im Stadtmarkt Starnberg mit dem Angebot von Modeschmuck gestartet. Im Laufe der Jahre konnte sie das Warenangebot auch dank der guten Nachfrage weiter aus bauen. Es kam Echt-Schmuck hinzu, ebenso modische wie hochwertige Uhren und ausgefallene Accessoires. Mittlerweile platzt Merlin aus allen Nähten.

Zunächst war es für Susann Kindler ein Schock, als ihr vor einigen Wochen ein Einschreiben auf den Tisch flatterte. Darin kündigte ihr die Erbengemeinschaft Keiler als Eigentümerin des Stadtmarktes an, der Ende Juli 2018 auslaufende Mietvertrag werde nicht verlängert. Kindler versuchte zunächst noch, bei der Eigentümerin das Blatt zu wenden – ohne Erfolg. „Und dann erkannte ich, welche Chance darin liegt“, sagt sie.

Denn ihr Lieblingsstandort wurde zur Miete angeboten, und ihr Geschäft ist mittlerweile so gut aufgestellt, dass auch die höhere Miete für die insgesamt 170 Quadratmeter große Betriebsfläche von Gebhard (110 Quadratmeter Verkauf, 60 Quadratmeter Nebenräume) zu stemmen ist. Mit dem jetzigen Inhaber von Merlin, Stefan Kranz, wird Susann Kindler das neue Merlin gemeinsam und als gleichberechtigte Gesellschafter führen.

Nicht nur der Schmuckladen wird übrigens den Stadtmarkt verlassen müssen. Auch die benachbarte Änderungsschneiderei muss sich neue Räume suchen. Die Flächen will die Drogerie Müller übernehmen, wie Susann Kindler erfahren hat. Dem Drogisten geht es darum, sich mit der gesamten Front links vom Haupteingang zur Josef-Jägerhuber-Straße hin präsentieren zu können.

Diesen Wunsch will ihm die Erbengemeinschaft erfüllen. Angeblich, so Kindler, als Entgegenkommen dafür, dass Müller bereits die weniger attraktiven Ladenflächen in der hinteren rechten Ecke des Innenhofs angemietet hat. Die hatte zu Jahresbeginn der Haushaltwaren- und Küchenspezialist Cucinella aufgegeben. Müller hat dort bereits sein Angebot für Papier-, Büro- und Schulbedarf deutlich erweitert.

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