+
Freut sich auf die Arbeit mit den Menschen: der neue Gemeindereferent Richard Ferg.

Pfarreiengemeinschaft Starnberg

Neuzugang mit Fragen und Ideen

Die katholische Pfarreiengemeinschaft Starnberg hat mit Richard Ferg einen neuen Gemeindereferenten. Der macht sich Sorgen – und will Menschen in die Kirche zurückholen.

Starnberg – Während in der katholischen Kirche der Streit tobt, während der Missbrauchsbericht der Deutschen Bischofskonferenz für Wirbel sorgt, während mal wieder der Zölibat in Frage gestellt wird und sogar dem Papst selbst Verschleppung von Aufklärung und Reformen vorgeworfen wird, vergessen viele fast, dass an der Basis die Arbeit weitergeht. Dafür, dass die gut funktioniert, ist seit 1. September für die katholische Pfarreiengemeinschaft Starnberg auch der neue Gemeindereferent Richard Ferg verantwortlich.

Dabei sieht sich der 40-Jährige auch hier einer besonderen Konstellation gegenüber, ist doch Stadtpfarrer Dr. Andreas Jall ebenfalls erst seit einem guten Jahr im Amt. „Es ist relativ spannend“, erzählt Ferg nüchtern. Künftig wird er in den Gemeinden Starnberg, Söcking und Perchting unter anderem die katholische Kinder- und Jugendarbeit verantworten, Religionsunterricht erteilen, die Vorbereitung auf Firmung und Erstkommunion gestalten und in der Pfarreiengemeinschaft mitarbeiten. „Ich freue mich auf die Begleitung der Kinder und vor allem auch darauf, zu sehen, was mit ihnen passiert“, sagt Ferg.

Die Arbeit für die Kirche liegt dem gebürtigen Augsburger schon seit langer Zeit am Herzen. Direkt nach der Erstkommunion hat er ministriert, später wirkte er ehrenamtlich in der Jugendarbeit mit. Mit 16 begann er eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker, arbeitete fast zehn Jahre lang in dem Bereich. Irgendwann stellte er sich die Frage: „Will ich das ein Leben lang machen?“ Ferg beschloss, mehr mit Menschen zu arbeiten und fand so seinen Weg zur Kirche als Arbeitgeber.

Anschließend an sein Studium der Religionspädagogik in Neuburg an der Donau wurde er 2007 für drei Jahre Gemeindeassistent in Stauden. Nach acht Jahren als Referent der Pfarreiengemeinschaft Utting-Schondorf gelangte er jetzt auch auf Wunsch des Bistums Augsburg zu seiner neuen Arbeitsstelle. Das passt ihm selbst gut: „Es war an der Zeit, etwas Neues anzufangen“.

Nichtsdestoweniger werfen die Missbrauchsskandale gerade auf sein Arbeitsfeld einen Schatten. „Ich bin sehr erschüttert“, erklärt Ferg. Viele Eltern kämen mit kritischen Fragen zu ihm, seien besorgt, wollten wissen, was man zu ändern gedenke. Die Vorgänge würden das schlechte Gefühl noch verstärken, das viele gegenüber der Kirche hegen. Damit reihen sie sich ein in die langfristigen Probleme des institutionalisierten Katholizismus. „Mir bereitet Sorgen, dass sich viele Menschen von der Kirche abwenden“, sagt er. „Ich weiß nicht, wie es die nächsten Jahrzehnte weitergehen soll.“

In Utting hat er sich dafür eingesetzt, neue Formate zu schaffen, die auch kirchenferne Menschen erreichen könnten. Mit Aktionen wie der Nacht der offenen Kirche, kulturellen Veranstaltungen und Jugendangeboten hat er versucht, das Ruder herumzureißen. „Das sind Dinge, die mir wichtig waren“, sagt er. Vielleicht könne man sich in Starnberg Ähnliches überlegen.

Von Josef Städter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schockierender Fund: Spaziergänger entdecken totes Reh - „Relativ klar, dass das ein Hund war“
Erneut schreckt der Fall eines mutmaßlich von einem Hund gerissenen Rehs Landwirte und Jäger auf – diesmal bei Drößling. Die Gemeinde Seefeld prüft nun das Aufstellen …
Schockierender Fund: Spaziergänger entdecken totes Reh - „Relativ klar, dass das ein Hund war“
Starnberger Voltigiererinnen trumpfen bei erstem Heimturnier seit 15 Jahren auf
Große Freude beim Voltigierverein Starnberg, der erstmals seit 15 Jahren wieder ein offizielles Turnier ausgerichtet hat - und dann gleich richtig erfolgreich war.
Starnberger Voltigiererinnen trumpfen bei erstem Heimturnier seit 15 Jahren auf
Täterin wollte Mädchen auf S-Bahn-Gleis schubsen: Polizei suchte mit Fotos - mit überragendem Erfolg
Eine Planeggerin und eine Starnbergerin wurden am Ostbahnhof massiv körperlich bedrängt und verletzt. Die Polizei bat die Bevölkerung um Hilfe - mit Erfolg.
Täterin wollte Mädchen auf S-Bahn-Gleis schubsen: Polizei suchte mit Fotos - mit überragendem Erfolg
Jungfernfahrt geglückt: Bürgerbus in Betrieb
Seit Mittwoch fährt der Bürgerbus von Starnberger Sozialwerk und Evangelischer Kirchengemeinde. Das Angebot ist zunächst auf drei Tage beschränkt, eine Ausweitung ist …
Jungfernfahrt geglückt: Bürgerbus in Betrieb

Kommentare