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Zum Prosit auf elf vergangene Jahre und die Zukunft stößt Pfarrer Werner Haas (Mitte) mit Dr. Richard Leopold, Anton Modl und Norbert Kraxenberger (v.l.) an – umrahmt von Mitgliedern der Starnberger Stadtkapelle.

Abschiedsgottesdienst

„Ich nehme Sie in meinem Herzen mit“

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Elf Jahre hat Werner Hass die Stadtpfarrei St. Maria, Hilfe der Christen, geleitet. Am Sonntag hat er sich mit einem Gottesdienst und einem Empfang von Starnberg verabschiedet. Er wechselt als Pfarrer ins Ostallgäu.

Starnberg „Wenn bei einer Verabschiedung mehr kommen als bei einer Einführung, dann ist das das beste Zeichen.“ Bei seinem letzten Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Maria in Starnberg wertete es Pfarrer Werner Haas als Erfolg seiner elfjährigen Amtszeit, dass das Kirchenschiff nahezu bis zum letzten Platz gefüllt war. Unter den Ehrengästen waren Renate Widmann, Witwe des früheren Landrats Rudolf Widmann, Alt-Landrat Heinrich Frey nebst Gattin, Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger in Begleitung seiner Frau und die amtierende Bürgermeisterin Eva John, die Pfarrer Haas für sein Wirken in Starnberg gedankt hat.

Die Fahnenabordnungen der Freiwilligen Feuerwehren Starnberg, Hanfeld, Söcking und Perchting, des katholischen Frauenbunds und der Schützen zogen mit den Geistlichen und mehr als 40 Ministranten in die Kirche ein. Im Altarraum gaben die handgestickten Fahnen ein festliches Bild ab in der sonst schlicht gehaltenen Kirche. Das große Spektakel, die wuchtige Inszenierung war nie die Sache des manchmal zurückhaltend wirkenden Pfarrers Haas. Er hatte es sich von Anfang an nicht bequem einrichten wollen, betonte Haas später beim Empfang im Pfarrsaal. Der Gottesdienst selbst stand ganz im Zeichen des Gotteslobes. Bezeichnend für Haas, für den es als Priester kein schöneres Lob als das einer Gläubigen gibt, die ihm mit den Worten „Sie haben mir Jesus näher gebracht“ gedankt habe.

„Starnberg ist nicht nur ein Haifischbecken, wie mir von meinem Vorgänger angekündigt wurde“, stellte Haas rückblickend auf seine Amtszeit fest, als er seinen Gläubigen dankte, „dass ich mit Ihnen ein Stück gehen durfte“.

Hartnäckigkeit ist das Attribut, das ihm immer wieder bescheinigt wird. In den Worten von Pastoralratsvorsitzendem Norbert Kraxenberger klingt es etwas milder. „Sie haben es sich nie leicht oder bequem gemacht“, sagte er. Haas hatte keinen leichten Start in der Kirchengemeinde nach der 33-jährigen Amtszeit seines überaus beliebten Vorgängers Konrad Schreiegg. Kraxenberger erinnerte die Festgemeinde daran, dass es auch lange gedauert hat, bis ein Nachfolger gefunden war: „Manch einer hatte den Gang nach Starnberg abgelehnt.“

„Stur, aber sachlich in der Sache“, beschrieb Anton Modl, früherer Pfarrgemeinderatsvorsitzender, Pfarrer Haas. Kirchenverwalter Dr. Richard Leopold erinnerte daran, dass es nicht einfach war, „mit der Zusammenlegung der Pfarrgemeinden neue Akzente zu setzen“. Eva John, die ihre Dankesrede im Urlaub „im Liegestuhl“ verfasst hatte, schrieb ihm ins Logbuch, das Schiff seetauglich gemacht zu haben. Für Alt-Landrat und Caritasvorsitzenden Frey verkörpert Haas als Pfarrer Mitgefühl. Als „Radprofi“ habe er allerdings einen Knick in Freys Radkarriere zu verantworten. Haas hat den Ex-Landrat 2007 beim Stadtradlrennen lässig abgehängt. Auch im Tennis zeigt sich Haas als Kämpfer und schreit schon mal, wenn er mit seinen Leistungen hadert. Ein Pfarrer mit Gefühlen also. Wehmut zeigte er bei seiner Abschiedsrede. „Ich werde Sie in meinem Herzen mitnehmen und bin voller dankbarer Erinnerungen, die nicht auszulöschen sind.“ Es klang so, als ob er ein wenig mit den Tränen kämpfte.

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