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Dr. Richard Leopold bei der Begehung der Baustelle im katholischen Pfarrzentrum St. Maria.

Pfarrzentrum St. Maria

Umbauarbeiten laufen auf Hochtouren

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Ende gut, alles gut: Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, seit im Pfarrheim Starnberg gravierende Brandschutzmängel festgestellt wurden. Derzeit laufen nach langer Planungsphase die Umbauarbeiten auf Hochtouren.

Starnberg – Dr. Richard Leopold ist bestens gelaunt. Endlich geht es los. Behände klettert er an den Gerüsten vorbei zur Empore des Saals im Pfarrzentrum „St. Maria“ in Starnberg. Jetzt sind die Handwerker dran. Die Arbeit des Kirchenverwalters der katholischen Kirchenstiftungen und -gemeinde zahlt sich aus.

Zwei Jahre lang wurde geplant, wurden Provisorien organisiert, ging es darum, Geld für die Brandschutzmaßnahmen im Pfarrzentrum aufzutreiben. Seit einigen Tagen sind die Arbeiten im Gange.

Als im Rahmen einer Routineüberprüfung durch das Landratsamt vor zwei Jahren festgestellt wurde, dass der Brandschutz des 30 Jahre alten Gebäudes nicht mehr den aktuellen Vorstellungen entspricht, ahnte keiner, was alles geändert werden muss.

Architekt des preisgekrönten Gebäudes war skeptisch

Neben zahlreichen baulichen Veränderungen wird auch jede Menge Technik eingebaut. „Alles ist miteinander vernetzt, das ist wirklich kompliziert“, sagt Dr. Leopold. Registrieren die neuen Rauchmelder Qualm, dann lärmen sie los. Gleichzeitig geht bei der Feuerwehr ein Brandmeldealarm ein, während sich die Brandschutztüren schließen und sich die neuen Rauchabzugsklappen im Dach öffnen.

Damit besagte Rauchabzugsklappen eingebaut werden konnten, musste die geschwungene Bambusdecke im Treppenaufgang entfernt und durch feuerfeste Gipskartonplatten ersetzt werden. Das behagte dem Architekten des preisgekrönten Gebäudes, Prof. Bernhard Winkler, nicht sonderlich. Auch mit den beiden Nottreppen, die an der Ost- und der Nordseite neu errichtet werden müssen, konnte er sich nur schwer anfreunden, so Kirchenpfleger Dr. Leopold weiter. 

Schlussendlich willigte der Architekt, der auf seinen Bau ein jahrzehntelanges Urheberrecht hat, dennoch ein. Sämtliche Türen im Gebäude werden gerade ausgetauscht und durch Brandschutztüren ersetzt. Die schicken Lampen an der Decke des Saals im Pfarrzentrum können zwar hängen bleiben, allerdings wurden sie totgelegt. Zu gefährlich, die heißen Lampen direkt unter der Holzdecke zu belassen.

Geschätzte Summe von 350 000 Euro fällt an

Das alles brauchte nicht nur intensive Planungen, sondern kostet auch ein Heidengeld, so Dr. Richard Leopold weiter. „Ich rechne damit, dass wir am Ende rund 350 000 Euro für die Brandschutzmaßnahmen im Pfarrzentrum ausgeben werden“, sagte er. Die Hälfte der Summe übernimmt das Bistum, die Stadt Starnberg schießt rund 100 000 Euro zu. Auch die Kolpingsfamilie, die den Saal für zahlreiche Veranstaltungen nutzt, beteiligt sich an den Kosten. Der Restbetrag verbleibt bei der Kirchenstiftung.

Viel Geld, aber die Sicherheit der Besucher geht vor. „Dass 30 Jahre lang nicht passiert ist, zählt nicht. Wir wollen, dass die Nutzer und Besucher so sicher wie möglich sind“, so Dr. Leopold. Selbst wenn die Arbeiten weiterlaufen, könne der Auftritt der Kolpingbühne im Herbst wie geplant stattfinden. Und spätestens im nächsten Jahr dann endlich wieder ganz normal das gesamte Gebäude genutzt werden – vom Pfarrfasching über das Kasbrettl bis zur Kolpingbühne.

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