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Pflegebedürftige oder ihre Angehörigen sollen sich ab 2021 zentral informieren können.

Sozialausschuss befürwortet Einrichtung 

Pflegestützpunkt in Starnberg ab 2021: Kreis plant zentrale Anlaufstelle

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Was ist das Beste für einen Angehörigen, der pflegebedürftig wird? Mit dieser Frage sollen die Landkreis-Bürger ab 2021 in eine zentrale Anlaufstelle in Starnberg kommen können. Pflegestützpunkte sind bayernweit in Planung. 

Landkreis – Der Landkreis Starnberg will mit finanzieller Unterstützung des Freistaats ab 2021 einen Pflegestützpunkt in Starnberg aufbauen – also ein Büro, das über die vielfältigen Pflegeleistungen beraten sowie vernetzend und koordinierend wirken soll. Einstimmig sprach sich der Sozialausschuss des Kreistages diese Woche für die Einrichtung aus. Laut Friedrich Büttner, Leiter des Fachbereichs Sozialwesen im Landratsamt, habe man barrierefreie und gut zugängliche Mieträume im Zentrum Starnbergs dafür im Auge. Es sei aber noch nicht alles in trockenen Tüchern.

Was ist das Beste für einen Angehörigen, der pflegebedürftig wird? Welche Leistungen gilt es zu beantragen? Und wie bekommt man sie überhaupt? Dass zur Klärung dieser Fragen eine zentrale, neutrale und kostenlose Anlaufstelle nötig ist, darüber waren sich die Ausschussmitglieder weitgehend einig. Landrat Stefan Frey hatte sie vor der Diskussion „von Herzen“ gebeten, den Startschuss für den Pflegestützpunkt zu geben.

Eine Befürchtung: Es könnten Parallelstrukturen entstehen

Etwas skeptisch äußerte sich Dr. Wolfgang Weber-Guskar (FDP). Er zweifelte daran, dass sämtliche Betroffene aus dem Landkreis nach Starnberg fahren werden, um sich zu erkundigen. In Tutzing etwa gebe es den Verein Ambulante Krankenpflege, an den sich die Tutzinger weiterhin wenden würden. Büttner hatte zuvor klargestellt, dass es im Landkreis mit 33 ambulanten Pflegediensten „eine sehr passable Struktur“ gebe. Und auf Nachfrage von Peter Unger (Grüne) sagte er: „Wir wollen keine Parallelstrukturen schaffen.“ Auch die beiden Fachstellen für pflegende Angehörige werde man nicht überflüssig machen. Im Gegenteil: Sie sollen stark eingebunden werden. Zudem erfordere der demographische Wandel mehr Beratungsangebote. Die pflegerische Beratung, also den medizinischen Teil, überlasse man weiter den bestehenden Einrichtungen.

Frey ist fest überzeugt, dass das Angebot Pflegediensten zugute kommt. Wer als Betroffener oder Angehöriger von heute auf morgen in eine Pflegesituation gerate, frage sich: „Was muss ich eigentlich tun? Es gibt ja ganz verschiedene Einrichtungen – von vollstationär bis ambulant“, so Frey. Büttner betonte mehrfach, dass der Stützpunkt vor allem vernetzen soll – und „den Dschungel an Rechtsvorschriften auflösen“.

Endgültige Entscheidung fällt am 27. Juli

Die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 27. Juli. Die Kosten für die Einrichtung des Büros, in dem drei Teilzeitkräfte arbeiten sollen, würde der Freistaat mit 20 000 Euro übernehmen. Der Kreis müsste jährlich etwa 40 000 Euro für Personal- und Sachkosten beisteuern. Die Finanzierung der Pflegestützpunkte ist in einem Rahmenvertrag der Kommunalen Spitzenverbände mit Pflege- und Krankenkassen geregelt. Ende 2019 hatte der Landtag die Grundlage für die Einrichtung der Stellen geschaffen, im Landkreis war es die CSU, die Anfang 2018 einen Antrag zur Prüfung stellte. Bei der Umsetzung könnte der Kreis im Jahr 2021 zu den ersten in Oberbayern gehören.

Der Sozialausschuss stimmte für ein Angestellenmodell und gegen ein Kooperationsmodell. Letzteres würde den Kreis nicht nur teurer kommen, es wäre laut Sozialamtsleiter Büttner auch nicht neutral: Die Pflegeberater würden wechseln und nicht vom Landkreis angestellt, sondern von den jeweiligen Trägern entsandt. 

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