Die Feuerstelle des Jugendtreffs Nepomuk ist nicht mehr nutzbar, von den angezündeten Möbeln sind nur noch Gerippe übrig. Die Zerstörungswut macht Nepomuk-Leiterin Michaela Hoffstedt fassungslos.
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Die Feuerstelle des Jugendtreffs Nepomuk ist nicht mehr nutzbar, von den angezündeten Möbeln sind nur noch Gerippe übrig. Die Zerstörungswut macht Nepomuk-Leiterin Michaela Hoffstedt fassungslos.

Sachbeschädigung in der Nacht auf Donnerstag

Platz zum Chillen mutwillig abgefackelt: Unbekannte verbrennen Terrassenmöbel des Jugendtreffs Nepomuk in dessen Feuerstelle

  • Katja Brenner
    VonKatja Brenner
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Es sieht wüst aus auf der Terrasse des Starnberger Jungendtreffs Nepomuk. Unbekannte haben in der Nacht auf Donnerstag Möbel des Jugendzentrums verbrannt - und damit einen immensen Schaden angerichtet.

Starnberg – Als die Mitarbeiter des Starnberger Jugendzentrums (JUZ) Nepomuk am Donnerstag in den Treff gleich hinter dem Landratsamt kamen, merkten sie erst nur, dass die Sicherung der Außenbeleuchtung herausgeflogen war. Den Grund fand der Praktikant des JUZ wenig später: Unbekannte hatten wohl in der Nacht auf Donnerstag in der Feuerstelle auf der rückseitig gelegenen Terrasse des Nepomuk ein Feuer gemacht. Doch für das Feuer verwendeten sie nicht etwa Holz, sondern das Mobiliar, das rund um die Feuerstelle stand. Und das war nicht aus Holz, sondern aus Kunststoff. Von den drei Sitzbänken und zwei Sesseln aus Rattan-Imitat wurde offenbar je eine/r verbrannt, nur noch die Eisengerippe blieben übrig, ein Sessel ist komplett verschwunden.

Die Polizei beziffert den Sachschaden auf etwa 4000 Euro, Nepomuk-Leiterin Michaela Hoffstedt kann sich vorstellen, dass es durchaus 5000 Euro sind. Außer den Terrassenmöbeln wurde nämlich der gesamte Bereich in Mitleidenschaft gezogen. Die ursprünglich quadratische, im Boden eingelassene Feuerschale selbst ist verzogen, ob sie noch nutzbar ist, wird sich zeigen. In der Schale und auf dem Boden darum: Überall geschmolzenes Plastik, selbst die festinstallierten Holzsitzbänke an der Schale sind angekokelt. Es grenzt an ein Wunder, dass der Brand sich nicht weiter auf das JUZ ausgebreitet hat. Die Elektrik hatte sich zur Sicherheit automatisch abgeschaltet.

Mutwillige Zerstörung: Als nächsten kommen die Gutachter

Die Flammen waren wohl so hoch, dass das geschmolzene Plastik am Kamin hochgespritzt ist. Und es war so heiß, dass am Kamin selbst mehrere Nieten herausgeflogen sind. Er hielt den Flammen nur bedingt stand. Auch die vorher helle Holzdecke darüber ist schwarz. Die Verschalung muss runter, damit man sehen kann, ob der Schaden bis in die Decke reicht. Nachdem am Donnerstagnachmittag die Polizei da war, seht nun der Besuch der Sachverständigen und der Fachfirmen ins Haus. JUZ-Leiterin Hoffstedt findet die mutwillige Zerstörung jedenfalls „einfach nur unnötig“. Ihr Kollege Daniel Ternyik kommentiert es mit Galgenhumor als „Corona-Wut“.

Jugendliche im Nepomuk verärgert über die Aktion

Das, was von den Möbeln übrig ist, bleibt zumindest noch übers Wochenende an der ruinierten Feuerstelle stehen. „Das soll ruhig jeder mitbekommen“, sagt die Pädagogin. Wer es gewesen sein könnte? „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Jugendliche waren, die sonst unser Haus besuchen“, so Hoffstedt. Die jugendlichen Nepomuk-Besucher ärgern sich ebenfalls darüber, dass ihre Sitzecke im Außenbereich kaputtgemacht wurde. „Ich find’s scheiße, dass man so was macht“, sagt der 15-jährige Filip, schließlich sei das JUZ für alle da. Der 13-jährige Christian findet es „schrecklich“, dass man fremdes Eigentum zerstört. „Die haben das ja nicht bezahlt“, gibt er zu bedenken.

Das Nepomuk hat den Schaden zusammen mit einem Zeugenaufruf auf seiner Instagram-Seite gepostet, bislang ohne Erfolg. Auch die Starnberger Polizei bittet alle, die Hinweise auf die Täter geben können, sich mit der hiesigen Dienststelle unter Telefon (0 81 51) 36 40 in Verbindung zu setzen.

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