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Polizeistatistik

Starnberger See: Zahl der Einbrüche verdreifacht

Starnberg – Die Zahl der Einbrüche hat sich verdreifacht. In der Statistik 2015 der Starnberger Inspektion taucht das aber nicht auf.

Die Zahl der Einbrüche am Starnberger See ist in der „Saison“ 2015/2016 auf das Dreifache früherer Jahre angestiegen. In der gestern vorgestellten Kriminalstatistik allerdings taucht dieser Zuwachs nicht auf. Starnbergs Polizeichef Bernd Matuschek würde mehr Beamte zur Einbrecherjagd einsetzen – er hat sie aber nicht.

Verwirrung um Auslaufstatistik

Die Zahl der Straftaten insgesamt ist im Jahr 2015 in den Gemeinden Berg, Tutzing, Pöcking und Feldafing sowie in der Stadt Starnberg gesunken – um 78 auf 2057, was einem Rückgang von 3,6 Prozent entspricht. Im ganzen Landkreis gab es derweil deutlich mehr Straftaten. Das Problem ist die Art der Statistik. Es handele sich, sagte Matuschek, um eine Auslaufstatistik. 

Heißt: Sie beinhaltet alle Fälle, die im Jahr 2015 abschließend bearbeitet wurden. Darunter sind daher auch Fälle aus dem Dezember 2014, aber nur wenige aus dem Dezember 2015. Mit dieser potenziellen Verwirrung muss man leben, sie gibt es in ganz Bayern – aber nicht zwingend in anderen Ländern.

Nach Angaben von Fritz Kaiser, Leiter des Ermittlungsdienstes, machten die Starnberger Beamten 2015 1118 Verdächtige dingfest, deutlich mehr als in früheren Jahren. Mehr als zwei Drittel waren Deutsche. Unter den Nicht-Deutschen sind auch einige Asylbewerber. Straftaten von Flüchtlingen gegen Einheimische sind selten, untereinander geraten die Asylbewerber in den Unterkünften durchaus aneinander. 

Matuschek führt darauf den starken Anstieg um 50 Prozent bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen zurück. Diese Asylbewerber sind ebenfalls Tatverdächtige im Sinne der Statistik. Die Straftaten in Feldafing und Pöcking sind teils deutlich gestiegen, wohl auch, weil es dort zuerst größere Unterkünfte gab. Das gilt nicht für Tutzing und Starnberg, in denen mehr Flüchtlinge leben als in den anderen Gemeinden: Die Zahl der Taten ging um 1,1 bzw. 11,6 Prozent zurück.

Gestiegen ist die Zahl der geklärten Fälle, nämlich im Schnitt auf 60,5 Prozent – den höchsten Wert seit Jahren. Durch Straftaten entstand in 2015 ein Gesamtschaden von fast 2,9 Millionen Euro.

Laut Statistik ist die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle, wie Einbrüche offiziell heißen, von 50 in 2014 auf 43 in 2015 gesunken. „Gefühlt waren es mehr“, sagte Matuschek und zählte nach. Im Winterhalbjahr 2015/2016 waren es 47, ein Jahr zuvor nur 15. 

Inspektionschef: "Das wird uns noch um die Ohren fliegen"

In der Kriminalstatistik taucht diese Entwicklung erst nächstes Jahr auf. „Das wird uns um die Ohren fliegen“, sagt der Inspektionschef. Aktionen wie Flyerverteilung in Wohngebieten oder direkte Ansprache, verstärkte Streifen und dergleichen kämen bei den Leuten zwar gut an, doch fehlen Beamte. „Wir sind immer schlechter besetzt“, sagt er. Derzeit sind im Schnitt sechs Stellen unbesetzt – bei 64 Planstellen. Matuschek hofft, dass er ab Herbst wieder mehr Personal bekommt, denn Polizisten würden viele eingestellt. „Über zwei würde ich mich schon freuen.“  ike

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