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Lasst es blühen, aber richtig: Dr. Reinhard Witt (rote Jacke) demonstrierte vor dem Starnberger Bahnhof Nord, wie man richtig eine Wildblumenwiese anlegt – so einfach ist das nämlich nicht. Mit dabei waren Andechs’ Bürgermeisterin Anna Neppel (M.), ihre Starnberger Kollegin Eva John (4.v.r) und Jana Schmaderer (links, mit Kiste) vom Initiator „Starnberger Land“. 

Praxistag für den Artenschutz im Landkreis

Wie man es richtig blühen lässt

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Wer Insekten mit Wildblumenwiesen helfen will, der sollte nicht einfach Samen aussäen. Als Teil des Projekts „Starnberger Land blüht auf!“ gaben Experten beim ersten Praxistag im Landkreis am Donnerstag in Starnberg wertvolle Hinweise.

Landkreis – „Starnberger Land blüht auf!“ Das ist das Motto und zugleich Ziel eines Pilotprojektes der Solidargemeinschaft „Starnberger Land“ und des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Starnberg, mit dem die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren geschützt und bewahrt werden soll. Neben Andechs, Seefeld und Tutzing ist die Stadt Starnberg als Pilotgemeinde seit 2018 daran beteiligt und hatte nun zum ersten Praxistag im Landkreis eingeladen.

Zum Auftakt begrüßte Bürgermeisterin Eva John die Gäste, meist Stadtgärtner und Bauhofmitarbeiter. „Sie sind die Helden des heutigen Tages“, lobte sie die Anwesenden, die Jahr für Jahr vorbildlich unterwegs seien, „wenn es darum geht, naturnahe Flächen anzulegen“. Auch die Andechser Bürgermeisterin Anna Neppel, Vorsitzende des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, war anwesend sowie Dorothea Burger von der Starnberger Stadtgrünplanung und Jana Schmaderer vom „Starnberger Land“. Letzterer hatte das Ganze initiiert und organisiert.

Den Fachvortrag hielt Dr. Reinhard Witt vom Freisinger Fachbetrieb „Naturgarten“. Nach einer kurzen Kaffeepause hieß es dann für alle „Ärmel hochkrempeln“ und ab ins Freie zur Pflanzaktion!

Auch ein naturnahes Stadtbeet braucht eine gute Vorbereitung. Wichtig sei, so erklärte Witt am Rondell vor dem Bahnhof Nord, das Gras und Unkraut sorgfältig zu entfernen. Beim Untergrund sollte mineralisches Material wie Kies, Schotter oder Sand verwendet werden. Darauf wird eine zwei Zentimeter dicke, saubere Kompostschicht ohne Unkrautsamen aufgetragen und eingearbeitet. Zum Bepflanzen reiche nur eine Initialstaude pro Quadratmeter. Mitgebracht wurden Zittergras, weidenblättriges Rindsauge, Glockenblumen, Mädesüß, Scabiosen und Heil-Ziest, Blumenzwiebeln wie Windröschen, Traubenhyazinthen und Wildtulpen und diverses Saatgut, Glockenblumen, Bittere Schleifenblume, Pechnelke, Acker-Wachtelweizen, Hauhechel, Steppensalbei und Nelken-Leimkraut. Auch ein naturnahes Beet muss rechtzeitig gemäht werden, sechs bis acht Wochen nach dem Auskeimen, damit sich die Pflanzen gut entwickeln.

Stadt legt ihre Blühgebiete schon fest

Im kommenden Jahr wird man also in den Beeten der Stadt noch nicht viel sehen. In den Folgejahren dafür umso mehr. „Das müssen Sie der Bevölkerung beibringen“, gab der Naturgärtner der Verwaltung mit auf den Weg. Es werden wohl Schilder aufgestellt werden. In Starnberg werden die Streuobstwiesenfläche am Mausoleum Söcking, die Fläche am Bahnhof Nord, eine Wiesenfläche an der Possenhofener Straße und ein Randstreifen an der Gautinger Straße in naturnahe öffentliche Wildblumenwiesen umgewandelt, teilte das Starnberger Rathaus ergänzend mit. Die Flächen an der Gautinger Straße gehörten ebenfalls zum Praxistag. Die Stadt beschäftigt 16 Stadtgärtner, die sich um 30 Hektar Grünflächen kümmern. Es gibt auch finanzielle Förderung, die man bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragen kann. Laut Anna Neppel sei das Genehmigungsverfahren problematisch. „Ich hab es aber hingekriegt“, ermunterte sie die Anwesenden.

Wer sich generell über naturnahe Gärtnermethoden informieren will, dem seien folgende Links empfohlen: naturgarten-intensiv.de, naturgarten-profi.org und naturgarten.org.

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