Anfahrt nach Starnberg: Birgit Minichmayr und Festivalleiter Matthias Helwig drehten bei schönstem Sommerwetter im Motorboot eine Runde auf dem Starnberger See.
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Anfahrt nach Starnberg: Birgit Minichmayr und Festivalleiter Matthias Helwig drehten bei schönstem Sommerwetter im Motorboot eine Runde auf dem Starnberger See.

Hannelore-Elsner-Preis

Preisträgerin adelt das Filmfestival

  • Peter Schiebel
    VonPeter Schiebel
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Die österreichische Schauspielerin Birgit Minichmayr ist am Samstagabend mit dem Hannelore-Elsner-Preis des Fünf-Seen-Filmfestivals ausgezeichnet worden. Die 44-Jährige unterbrach dafür kurz ihren Aufenthalt bei Salzburg, wo sie derzeit als Maria Stuart bei den Festspielen auf der Bühne steht.

Starnberg – Es waren nur rund dreieinhalb Stunden, die Birgit Minichmayr am Samstag in Starnberg weilte. Die reichten aber, um mit ihrer Aura dem Fünf-Seen-Filmfestival (FSFF) ganz besonderen Glanz zu verleihen. Gegen 18 Uhr kam die 44-Jährige auf dem Gelände des Münchener Ruder-Club (MRC) an – auf direktem Weg aus Hallein, wo sie bei den Salzburger Festspielen derzeit als Maria Stuart auf der Bühne brilliert. Ein kurzes Bad im See, eine herzliche Begrüßung durch Festivalleiter Matthias Helwig ohne jede Öffentlichkeit – dann drehten die beiden auch schon auf einem Motorboot eine große Runde über den See, um gegen 20.20 Uhr am blauen Teppich auf dem Festivalgelände festzumachen.

Nach Barbara Auer und Nina Hoss ist Birgit Minichmayr die dritte Schauspielerin, die Helwig mit dem Hannelore-Elsner-Preis des FSFF auszeichnet in Erinnerung an „eine großartige Frau“. Schon der Abend in Hallein reiche diesmal als Begründung, sagte er über seinen Besuch bei der „Maria Stuart“-Inszenierung. „Ein Film oder ein Theaterstück mit Birgit Minichmayr ist ein Ereignis, das einem lange im Gedächtnis bleibt“, so Helwig. Vielen Dank, dankeschön“, erwiderte die Schauspielerin, die sich auch über die 500 Gäste im Strandbad freute. „So viele schöne Menschen hier.“

Die Laudatio überließ Helwig anschließend Bibiana Beglau, die derzeit neben Minichmayr die Königin Elisabeth spielt und zu einer „Lobrede“ ansetzte, wie sie selbst sagte. Die Preisträgerin sei „eine großartige Künstlerin und dazu noch ein feiner Mensch“, betonte Beglau in ihrer Videobotschaft, die Minichmayer sichtlich bewegte. „Ich muss Bibi gleich anrufen“, sagte sie.

Die 2019 verstorbene Hannelore Elsner bezeichnete Minichmayer als „sehr auratischen Mensch“. Wenn sie einen Raum betreten habe, habe man gar nicht anders können, als sie anzusehen. Sie sei dankbar, sie kennengelernt und mit ihr gedreht zu haben, betonte Minichmayr. „Wild und intensiv“ habe Hannelore Elsner spielen können. „Und sie war eine sehr, sehr, sehr schöne Frau.“

Sehr zufrieden mit der Auswahl der Preisträgerin war Bernd Elstner (76), der Bruder von Hannelore Elsner. „Ich fand bis jetzt alle drei Preisträgerinnen ideal“, sagte er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Der Preis bedeute ihm und der Familie „sehr viel“. Er sei Matthias Helwig dankbar, dass er damit auch die Erinnerung an seine Schwester wach halte. Krankheitsbedingt nicht dabei war diesmal Hannelore Elsners Sohn Dominik. Er hat den mit 5000 Euro dotierten Preis heuer erstmals gestiftet – und vom befreundeten Bildhauer Ruben Zickmann gestalten lassen. Die 48 Zentimeter große und drei Kilogramm schwere Figur zeigt ein weibliches Profil und eine stilisierte Maske und ist mit Blattgold verziert.

Nach der Verleihung verließ Birgit Minichmayr Starnberg schon wieder – diesmal gleich mit dem Auto. Die 44-Jährige wurde noch am Abend zurück in ihr Hotel bei Salzburg gebracht. Für Sonntagabend stand bereits die nächste Aufführung von „Maria Stuart“ an.

Die Besucher erfreuten sich derweil an dem Schweizer Filmdrama „Wanda, mein Wunder“, in dem Birgit Minichmayr eine der Hauptrollen spielt. Kinostart in Deutschland ist erst am 27. Januar kommenden Jahres. Die zahlreichen Lacher während und der Beifall nach Ende des Films waren eindeutiger Beleg, wie kurzweilig die 112 Minuten sind – und dass Matthias Helwig mit der Preisträgerin die richtige Wahl getroffen hat.

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