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Für mehr Durchblick: Die Stadträte Iris Ziebart, Anton Summer (verdeckt), Winfried Wobbe, Gerd Weger, Bürgermeisterin Eva John und Christiane Falk (verdeckt, von links) vor dem Prinz-Karl-Mausoleum.

Prinz-Karl-Mausoleum

Freie Sicht statt Wildwuchs

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Der verwilderte Park rund um das Prinz-Karl-Mausoleum in Söcking soll wieder in Schuss gebracht werden. Der Kulturausschuss hat erste Rückschnitt- und Fällmaßnahmen gebilligt.

Söcking – Was für ein wunderschöner Fleck. Und wie schade, dass viele ihn nicht sehen können. Der Park rund um das Prinz-Karl-Mausoleum auf dem Kahlenberg oberhalb von Söcking hat alles, was ein außergewöhnlicher Aussichtspunkt braucht: einen guten Überblick, nach Süden ausgerichtete Sitzbänke, dazu ein geschichtsträchtiges Gebäude, eine tolle Fernsicht – halt: Diese Fernsicht existiert derzeit nicht. Der Blick auf Söcking, den See und die Alpen ist dermaßen zugewuchert, dass außer der Spitze von St. Stephan nur Blätter, Büsche und Bäume zu sehen sind.

Damit soll nun aber Schluss sein. Der Kulturausschuss hat am Montagabend einen ersten Schritt zur Wiederherstellung des Parks beschlossen. Demnach sollen noch in diesem Winterhalbjahr Sträucher und Büsche, vor allem überdimensionierte Haselsträucher, massiv zurück geschnitten und erste Bäume gefällt werden. Für alles weitere, inklusive einer Sanierung der Backsteinmauer um den Park, ist die Stadt beauftragt, zunächst einen Maßnahmen- und Kostenplan aufzustellen.

50 Bäume sollen der Säge zum Opfer fallen

Insgesamt können bis zu 50 Bäume im südlichen Bereich des Parks den Arbeiten zum Opfer fallen. Die mächtigen Bäume im Nordosten Richtung Friedhof bleiben unangetastet. „Dieser Park liegt uns sehr am Herzen“, sagte Bürgermeisterin Eva John bei einem Ortstermin vor der Ausschusssitzung. „Aber er genießt leider nicht den Stellenwert, den er genießen könnte.“ Weder lasse sich vom Mausoleum aus in die Weite schauen, noch sei das denkmalgeschützte Gebäude von Söcking aus zu sehen. Die Stadt ließ deswegen nach Rücksprache mit den Denkmalschutzbehörden ein Parkpflegewerk erstellen, auf dessen Basis nun die Wiederherstellung angegangen werden soll.

„Vor allem der untere Teil des Parks ist ein Ergebnis von übertriebenem Naturschutz“ der vergangenen 50 Jahre“, resümierte Diplom-Ingenieurin Theresa Edelmann, die für die Stadt an dem Pflegewerk beteiligt war. „Ein Urwald ist aber nicht zwangsläufig das Ziel aller Dinge.“ Zudem zeigen historische Ansichten das 1838/40 erbaute Mausoleum weit sichtbar auf der Höhe thronen, umgeben von einzelnen Bäumen, die auch erhalten bleiben sollen, etwa der Hohen Linde. John: „Es ist unser Wunsch, aus dieser Anlage wieder das Schmuckstück zu machen, das es ist.“

Die Stadträte sind im Grundsatz einhellig dafür

„Das Konzept ist sehr sorgsam abgewogen“, sagte etwa SPD-Fraktionschefin Christiane Falk. „Da ist viel Wildwuchs und nichts Erhaltenswertes“, sagte BLS-Chef Franz Heidinger. Dennoch gab es für die Sofortmaßnahmen in diesem Winter Gegenstimmen von Grünen, SPD und Parteifreien. Sie wollten ohne genaue Kostenaufstellung nicht zustimmen. Allerdings sind die Ausgaben laut Beschluss auf 25 000 Euro durch Betriebshofleistungen gedeckelt.

Einstimmig wurden die Arbeitsaufträge an die Verwaltung beschlossen: die Vorlage des Maßnahmen- und Kostenplans auf Wunsch von Martina Neubauer (Grüne), Überlegungen zur Herstellung der Barrierefreiheit im Eingangsbereich und bei der Wegeführung auf Wunsch von Gerd Weger (CSU).

Ein großer Brocken des auf mehrere Jahre angelegten Projekts dürfte die ebenfalls denkmalgeschützte Parkmauer sein. Sie ist in einzelnen Bereichen baufällig, des Öfteren seien Menschen dabei beobachtet worden, wie sie die alten Backsteine (Stückpreis im Handel: zwei Euro) abtransportierten, sagte Planerin Edelmann. Die Sanierung könne „eine sehr teure Geschichte werden“, sagte WPS-Fraktionschef Professor Günther Picker.

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