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Den Blick auf den Starnberger See kann Wetterexperte Josef Jägerhuber bei sonnigen 28 Grad umso besser genießen. Täglich misst er mit seiner heimischen Wetterstation Temperatur und Niederschlag.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu

Das prophezeit Hobby-Meteorologe Jägerhuber für Herbst und Winter

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Mit dem August geht auch der meteorologische Sommer zu Ende. War es wirklich ein Spitzensommer? Hobby-Meteorologe Josef Jägerhuber analysiert ihn für den Starnberger Merkur – und wagt eine Prognose für Herbst und Winter.

Update vom 16. Januar 2018: Der Winter wird mild, der Hochsommer beginnt erst so richtig im Juli. Jetzt ist sie da, die Wetter-Prognose von Josef Jägerhuber für das Jahr 2018.

Starnberg – Ein Gespräch mit Josef Jägerhuber über das Wetter beginnt immer gleich. Das bisherige Jahr analysieren? Ja. Eine Prognose für den Herbst? Ja. Vielleicht sogar für den Winter? In Ordnung. „Aber alles ohne Gewähr“, mahnt der Starnberger. Der 91-Jährige legt Wert auf die Feststellung, dass man sich generell nicht hundertprozentig auf Vorhersagen verlassen sollte und er Hobby-Meteorologe sei.

Als solcher erstellt er seine jährlichen Prognosen, gemäß der Theorie, dass sich das Wetter alle sieben Jahre wiederholt. „2003, 2010 und jetzt 2017“, zählt er auf. Wieder ein Sonnenjahr. Den wahrlich schönen Sommer hatte er in seiner Jahres-Prognose vorhergesagt. „Bislang ist es ein typisches Sonnenjahr, das hat sich in etwa bewahrheitet“, sagt er. Im Sonnenjahr von März bis März soll es mehr trocken als feucht sein. Das war es allerdings schon im Februar, sagt Jägerhuber. Der Juni fiel ebenfalls deutlich trockener aus, als gedacht. Nur 80 Liter hat Jägerhuber in seiner heimischen Wetterstation in Starnberg für diesen Monat gemessen – im Vorjahr waren es noch 170 Liter. „Aber heuer gab es wochenlang keinen Niederschlag“, berichtet er. Eine umfassendere Analyse der Niederschlage plant Jägerhuber wie gewohnt in seinem Jahresrückblick.

Die in der Wetterstation in Oberpfaffenhofen gemessenen Temperaturen zeigen: Der Juni war heuer mit durchschnittlich 20,87 Grad (gemessen um 12 Uhr, in zwei Meter Höhe) deutlich wärmer als noch der Juni aus den Vorjahren (2016: 19,55 Grad; 2015: 18,85 Grad).

Bilanz: Insgesamt war es ein besserer Sommer als im Vorjahr

Mehr Sonnenstunden durften die Menschen im Sommer genießen, wie Zahlen aus der DWD-Wetterstation Attenkam in der Nähe von Münsing östlich vom Starnberger See zeigen. Demnach schien die Sonne im Juni durchschnittlich 8,96 Stunden (2016: 6,05), im Juli 7,45 Stunden (2016: 7,59) und im August 8,06 (7,49). Die höchste Temperatur des Somers wurde am 1. August gemessen: 31,8 Grad. Insgesamt also war der Sommer heuer etwas wärmer und sonniger als im Vorjahr.

Liegt das eigentlich am Klimawandel? „Den merkt man langsam schon“, sagt Hobby-Meteorologe Jägerhuber. „Hier vor Ort aber nicht so sehr.“ Er macht seine Bemerkung eher an abbrechenden Felsen und abbrechendem Firneis im Hochgebirge fest. „Das gab es früher nicht. Die Gesamtwitterung verändert sich.“ Vor Ort bedeutet das in der Tat nicht, dass die Monate immer wärmer werden. Die Sommermonate 2017 waren im Landkreis laut Messungen aus Oberpfaffenhofen zum Teil kühler als in den Vorjahren – etwa der Juli mit durchschnittlich 20,96 Grad (2015: 23,52). Auch der August war mit 21,54 Grad kühler als noch vor zwei Jahren, als es 24,20 Grad hatte.

Jägerhuber ist sich sicher: Uns erwartet ein „Goldener Herbst“

An der Prognose von Jägerhuber ändern die aktuellen Temperaturen nichts. Er hält an seiner Vorhersage vom Jahresanfang fest und spricht von einem „Goldenen Herbst“. Warum? „Gibt es im August Gewitter, dann ist der Herbst temperaturmäßig schon da.“ Daher sagt der Starnberger: „Jetzt gibt es noch ein paar Tage mit 30 Grad, aber wenn es auf den September zugeht, werden die Nächte kühl.“ Für die erste Oktoberhälfte sagt Jägerhuber „schöne Herbsttage ohne Niederschlag“ voraus, ein Goldener Herbst eben. Das soll sich in der zweiten Hälfte des Oktobers aber ändern: „Dann wird es kühl, mit Regen. Im Gebirge gibt es dann vielleicht schon Schnee.“

Den erwartet der 91-Jährige in hiesigen Gefilden im November noch nicht unbedingt. „Das wird kein richtiger Wintermonat“, glaubt Jägerhuber. In seiner Jahresprognose schreibt er: „Zum Monatsende können auch erste Schneefälle dabei sein.“ Ausgesprochenes Winterwetter erwartet er in jedem Fall zum Jahresende.

Am Ende seiner Analyse sagt Jägerhuber noch so einen Satz, ohne den kein Gespräch mit ihm über das Wetter und Prognosen auskommt: „Aber der liebe Herrgott macht das Wetter.“

Was Josef Jäger als Prognose für das gesamte Wetter-Jahr 2017 abgab, erfahren Sie hier

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