CSU-Vorsitzende Dr. Charlotte Meyer-Bülow demonstriert, wo es an dieser Stelle hakt: Der Weg zwischen Georg-Bader-Straße und Carolinenstraße ist nur für Fußgänger zugelassen, weswegen Radler auf der Andechser Straße fahren müssen.
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CSU-Vorsitzende Dr. Charlotte Meyer-Bülow demonstriert, wo es an dieser Stelle hakt: Der Weg zwischen Georg-Bader-Straße und Carolinenstraße ist nur für Fußgänger zugelassen, weswegen Radler auf der Andechser Straße fahren müssen.

Mobilität auf zwei Rädern

Radfahrer-Offensive im Stadtrat: Gleich mehrere Anträge

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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CSU und BMS im Starnberger Stadtrat haben unabhängig voneinander Anträge eingebracht, um die Sicherheit für Radfahrer im Stadtgebiet zu verbessern. Die CSU setzt auf ein Bündel von 21 kurz- und mittelfristig umsetzbaren Maßnahmen. Das BMS hat sich drei Schwerpunkte vorgenommen.

Starnberg – Gar nicht oder nur zu gering abgesenkte Bordsteine, Radwege in schlechtem Zustand, mangelhafte Beschilderungen, gänzlich fehlende Verbindungen ... Radfahrer haben es in Starnberg nicht immer leicht. Deren Situation will Matthias Frühauf und mit ihm die CSU-Stadtratsfraktion nun nachhaltig verbessern.

„Nicht nur bedingt durch die Corona-Pandemie verändert sich das Mobilitätsverhalten vieler Bürger hin zum Fahrrad“, sagt der begeisterte Freizeitsportler und CSU-Stadtrat aus Perchting. Auch die jährlich steigenden Teilnehmerzahlen und Kilometerwerte beim STAdtradeln seien ein Indiz dafür, dass immer mehr Starnberger mit dem Rad unterwegs sind. Und außerdem: „Durch die neuen E-Bikes wird das Rad auch für weniger sportlich ambitionierte Einwohner in der anspruchsvollen topografischen Lage Starnbergs zur Alternative“, sagt Frühauf.

Unter seiner Federführung hat die CSU deswegen ein Radkonzept erstellt, das insgesamt 21 konkrete Maßnahmen auflistet – 14 kurzfristig umsetzbare und sieben mittelfristig anzugehende Vorhaben. Maßgeblich beteiligt waren auch die CSU-Ortsvorsitzende Dr. Charlotte Meyer-Bülow und ihr Stellvertreter Robert Weiß.

An mehreren Straßen will die CSU weitere Fahrradschutzstreifen prüfen und und umsetzen, wie es ihn zum Beispiel an der Hanfelder Straße bereits gibt. Als Beispiele nennt Frühauf die Possenhofener Straße, die Würmstraße, die Berger Straße, die Buchhofstraße, die Söckinger Straße, die Andechser Straße, die Riedeselstraße und die Prinz-Karl-Straße. Vom Stadtzentrum Richtung Angerweide wünscht sich die CSU als alternative Wegführung zum Hanfelder Berg eine Beschilderung über Blumensiedlung und Hochwald. Generell soll die Radwegbeschilderung ausgebaut werden.

Darüber hinaus gelte es, bestehende Schwachstellen zu verbessern. In Percha etwa empfindet Frühauf die Situation an der Einmündung des Radweges vom Schiffbauerweg kommend als unübersichtlich, ebenso am Alten Berg in Söcking. Weiter westlich zwischen Georg-Bader-Straße und Carolinenstraße gibt es zwar einen Fußgängerweg, dieser ist aber nicht für Radfahrer freigegeben. „Als Verbindung von Söcking West ins Ortszentrum ist diese Verbindung wichtig, damit man nicht auf der viel befahrenen Andechser Straße fahren muss“, sagt Frühauf.

In Söcking, in Leutstetten, zwischen Percha und Wangen an der Olympiastraße sowie in Starnberg an der Ecke Zeppelinpromenade/Prinz-Karl-Straße sind Bordsteine stellenweise bis zu fünf Zentimeter hoch. Absenkungen könnten das Sturzrisiko verringern, sagt Frühauf. Riskant kann es auch werden, wenn Radwege uneben sind – so wie im Bereich Starnberger Wiese/Schlosshölzl oder zwischen Perchting und Hadorf.

Zu den mittelfristigen Maßnahmen gehört für die CSU ein Radweg zwischen Hanfeld und dem Abzweig nach Oberbrunn, der schon einmal im Gespräch war. Durch den Bau der Westtangente sei die für Radfahrer wichtige Verbindung bei Mamhofen gekappt worden, erklärt Frühauf zum Hintergrund. Bei Mamhofen selbst kann sich der Stadtrat einen Radweg bis in Höhe der Abzweigung Mamhofen oder einen Durchstich durch den Wald vorstellen.

In der Innenstadt brauche es zum einen ausreichend Abstellmöglichkeiten – zum anderen eine Vervollständigung der Ost-West-Achse aus Percha-Süd, die bislang am Tutzinger-Hof-Platz ende. Nach Fertigstellung des B 2-Tunnels soll auch die Hauptstraße einen Fahrradschutzstreifen bekommen. Zwischen Perchting und Hadorf wünscht sich die CSU zudem einen Radweg entlang der Kreisstraße. Diese sei nicht nur stark befahren, dort würden viele Autos aufgrund einer langen Geraden auch sehr schnell fahren, erklärt Frühauf. Der Radweg von Perchting nach Söcking an der Andechser Straße soll zudem bis Bründlwiese verlängert werden. Mindestens Ausbesserungen seien an der Straße zwischen Hanfeld und Mühlthal erforderlich, die sich in einem schlechten Zustand befindet.

„Uns ist es wichtig, Lösungen für alle Verkehrsteilnehmer zu finden“, sagt Charlotte Meyer-Bülow. Deswegen sei der CSU-Vorstoß auch nicht als einseitige Bevorzugung von Radfahrern zu verstehen. Es gehe darum, an bestimmten Punkten Verbesserungen zu erzielen. Der Antrag, die Angelegenheit in den zuständigen Ausschüssen zu beraten, liegt nun bei Bürgermeister Patrick Janik.

Er hat dieser Tage auch von seiner Vorgängerin Eva Pfister Post bekommen, die im Namen ihres Bündnis Mitte Starnberg (BMS) ebenfalls Verbesserungen für Radfahrer beantragt hat. Pfister will zwei weitere Einbahnstraßen für die Benutzung durch Radfahrer in der Gegenrichtung freigeben, wie es zum Beispiel auf der Maximilianstraße bereits der Fall ist. Konkret schlägt das BMS die Ludwigstraße zwischen B 2 und Wittelsbacherstraße sowie den Lindenweg zwischen B 2 und Dinardstraße vor.

Der bestehende Radweg entlang der B 2 zwischen Oberem Seeweg und Grubenstraße soll durchgehend auch so ausgewiesen, die Straßenquerungen sollen entsprechend markiert werden. Beim dritten Punkt bemängelt das BMS das Vorfahrt-achten-Schild am Radweg an der Andechser Straße im Bereich der aufgelassenen alten Staatsstraßeneinfahrt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Radfahrer dort anhalten müssten, erklärte Eva Pfister.

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