Idee für Starnberger Bahnhöfe

Riesen-Radl-Ständer gegen Diebe

Starnberg - Bekommt Starnberg ein regelrechtes Radl-Parkhaus? Ginge es nach der FDP, würde es gebaut. Der Mobilitätsausschuss will die Sache immerhin einmal genauer anschauen lassen. Erste Vorschläge allerdings sorgen mehr für Schaudern als für große Freude.

Radfahren ist gesund, hilft der Umwelt und verhindert Staus. Wird einem Starnberger das Radl geklaut, ist damit allerdings schnell Schluss – das will die FDP mit Radlparkhäusern verhindern, zumal immer mehr teure Räder nutzen oder gar E-Bikes im Wert mehrerer Tausend Euro. Der Mobilitätsausschuss des Stadtrates hat Sympathien für die Idee, reichte sie jedoch an ROEK weiter. Dahinter verbirgt sich ein Verein, der sich unter anderem der Verbesserung der Situationen an Bahnhöfen verschrieben hat und in dem die Stadt Mitglied ist.

Für Pendler an den Bahnhöfen Nord und See sei eine sichere Verwahrung der Fahrräder wichtig, schrieben die FDP-Stadträte Iris Ziebart und Anton Wiesböck in ihrem Antrag. Schnelle Zugriffszeiten und Sicherheit seien entscheidend, und ein geringer Platzverbrauch. Deswegen regte die FDP als Beispiel einen so genannten Bikesafe an, einen großen Fahrrad-Panzerschrank einer Firma aus dem Schwäbischen. Im Prinzip ist das ein großer Turm mit mehreren Etagen in Radlhöhe mit einem Fahrstuhl. Man stellt das Radl in eine Schiene – schwupps, wird es automatisch geparkt. Ähnlich wie im Parkhaus werfen solche Systeme kleine Karten aus, mit denen man sein Fahrrad auch wieder zurückbekommt. Gegen Geld zumeist, versteht sich. Billig sind die Systeme nicht: 1000 bis 1500 Euro pro Radlplatz.

Bürgermeisterin Eva John sieht die Idee beim ROEK am besten aufgehoben. ROEK steht für Regionales Entwicklungskonzept München Südwest, es ist ein Verein mit Sitz in Gauting und einer Expertin für solche Fragen. Zu den ROEK-Zielen gehören auch die Bahnhöfe, neudeutsch Schnittstellen, weil dort Verkehrsarten aufeinandertreffen (Fußgänger und Zug, Radler und Zug, etc.). Beim ROEK gibt es dafür eine eigene Arbeitsgruppe, die sich dann der ganzen S 6-Linie annehmen könnte.

„Ein bisschen Ordnung“ würden solche Systeme an die Bahnhöfe bringen, sagte Wiesböck in der Sitzung am Dienstagabend. Und ästhetisch sollten sie auch sein. Am vorgeschlagenen System jedoch entdeckte John das nicht unbedingt: „Ich hoffe, dass wir was Besseres finden.“ Stefan Frey (CSU) mahnte, auf die Kosten zu schauen, und Tim Weidner (SPD) verwies auf Förderprogramme. Der Ausschuss stimmte einhellig für eine Prüfung beim ROEK.

Die könnte durchaus interessant werden, denn mit Beispielen in der vorgelegten Art konnte Thomas Bachmann, Umweltingenieur im Rathaus, noch nicht dienen. Viele Systeme seien auffälligerweise wieder abgebaut worden, sagte er; eines wurde bei einem Sturm zerstört. Jedoch: Viele Radlparkhäuser funktionieren und werden angenommen, etwa in Leipzig.

Rubriklistenbild: © dpa

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