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Klasse Idee: Mit ihren kreativen Quiz-Aschenbechern animieren Kerstin und Helena Jann Raucher dazu, ihre Kippen nicht einfach achtlos wegzuschnippen.

Ehrenamtliche Müllsammler

Das Ergebnis des täglichen Ramadama

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Ramadama ist nur einmal im Jahr? Von wegen. Kerstin Jann aus Starnberg und ihre Tochter Helena sammeln seit gut einem halben Jahr regelmäßig Müll in der Natur – freiwillig und unentgeltlich, versteht sich.

Starnberg– Zwischen drei bis zehn große Abfallsäcke – das ist die wöchentliche Ausbeute von Kerstin Jann und ihrer Tochter Helena. Die beiden Starnbergerinnen haben ein eher ungewöhnliches Hobby, sie sammeln regelmäßig Müll in der Natur. „Wenn wir mit unseren Hunden spazieren gehen, dann schwärmen wir eigentlich nur noch mit entsprechenden Geräten aus“, sagt Kerstin Jann. Ausgerüstet mit einem Greifarm, Mülltüten und Eimer gehen die beiden mal am Maisinger Bach, mal an der Würm entlang, streifen durch die Wälder der Umgebung oder grasen den Fuß-/Radweg von Percha nach Starnberg an der Autobahn ab und sammeln alles ein, was da nicht hingehört. „Es ist unglaublich, wie viel Müll herumliegt.“

Begonnen hat alles vor einem guten halben Jahr. Die 51-Jährige wandert nahezu täglich zusammen mit ihrer Tochter Helena (21) und ihren beiden Mischlingshunden durch die Natur. „Eines Tages hat meine Tochter angefangen, Müll mitzunehmen“, erzählt Kerstin Jann. Anfangs entsorgten sie den Unrat in ihrer privaten Mülltonne und in öffentlichen Abfalleimern. „Doch es wurde immer mehr“ – sogar Autofelgen oder alte Fahrräder zählten zu den Fundstücken des fleißigen Ramadama-Duos. Der Zufall wollte es so, dass eines Tages ein Bediensteter des städtischen Betriebshofes die beiden beim Schleppen ihrer Ausbeute beobachtete und sie ansprach. Der Müllfahrer war vom Engagement der beiden Starnbergerinnen sofort begeistert. Er gab ihnen graue Müllsäcke und bot ihnen die Möglichkeit an, das Sammelgut an vereinbarten Stellen zu deponieren, von wo aus er es dann abtransportiert. „Mittlerweile holt er es sogar von meiner Einfahrt ab“, sagt Kerstin Jann. Und so kann es auch nicht mehr zu Missverständnissen kommen, wie bereits geschehen. Als sie ihre Beute wieder einmal am vereinbarten Ort abstellen wollten, informierte jemand die Polizei, die auch sogleich anrückte. „Da dachte jemand, dass wir unseren privaten Müll illegal entsorgen, aber das hat sich ganz schnell aufgeklärt“, lacht Kerstin Jann.

Bislang kuriosestes Fundstück war ein Negligé.

Zum Lachen ist ihr bei ihrer Tätigkeit allerdings nur selten zu Mute. „Es ist erschreckend, was die Leute alles einfach in der Natur liegen lassen. Da ist man schon manchmal den Tränen nahe“, beklagt sie. „Unmengen Flaschen, Plastikverpackungen, sogar Kinderklamotten“, zählt sie auf. „Und sehr viele Tempotaschentücher, das ist ekelhaft.“ Der bislang wohl kurioseste Fund: „Ein rotschwarzes Negligé.“

Aber mit am meisten stören Mutter und Tochter die „unzähligen Zigarettenkippen am Boden“ – meist neben einer Ruhebank. Um die unachtsamen Raucher dazu zu erziehen, ihre Filterstummel nicht einfach wegzuschnippen, hatte Helena Jann eine zündende Idee. Sie bastelte Schilder, an denen zwei Flaschen angebracht sind, in die die Glimmstengel geworfen werden können. Damit die Raucher die kreativen Aschenbecher auch tatsächlich nutzen, werden sie mit einem witzigen Quiz animiert. „Was ist schöner? Ostufer oder Westufer“, lautet beispielsweise eine Frage auf den Holzschildern. Mit dem Einwerfen der Kippe in eine der beiden Flaschen können die Paffer abstimmen.

Vier solcher Sammelstellen haben Kerstin und Helena Jann inzwischen installiert – am Percha Beach, am Wilden Kaiser in Söcking, am Riedener Weg und hinter dem Bahnhof Nord beim Vereinsheim des Trachtenvereins in Starnberg. Das Prinzip funktioniert offenbar bestens. „Mittlerweile liegen da fast keine Kippen mehr rum“, versichert Kerstin Jann. Während sie beispielsweise am Wilden Kaiser noch vor einiger Zeit innerhalb von zwei Wochen über 190 Zigaretten gefunden haben, waren es nur noch zehn, nachdem der Aschenbecher „Pizza mit Ananas? Ja/Nein“ dort angebracht worden war.

Ihre Sammelerfolge dokumentieren die beiden Starnbergerinnen seit Mitte April auch im Internet. Unter dem Instagram-Account „trashbuddies_“ (Müllfreunde) veröffentlichen sie Fotos ihrer Fundstücke und hoffen damit, eventuell Nachahmer zu finden oder – noch besser – Menschen zu sensibilisieren, ihren Müll nicht einfach in der Natur abzuladen.

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