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Raus aus der Krise, rein in die Natur: DAV-Sprecher mit Liebeserklärung ans Wandern

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Von: Simon Nutzinger

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Genießt die Zeit in der Natur: Joachim Deutschenbaur, Pressesprecher der DAV-Sektion Starnberg.
Genießt die Zeit in der Natur: Joachim Deutschenbaur, Pressesprecher der DAV-Sektion Starnberg. © Privat

Die Einsamkeit greift um sich in Zeiten der Pandemie. Joachim Deutschenbaur vom Alpenverein Starnberg meint, die beste Therapie gefunden zu haben: Ab in die Natur, lautet seine Devise.

Starnberg – Die Corona-Pandemie hat die Welt auf den Kopf gestellt. Statt umarmen, feiern und gemeinsam Spaß haben, heißt es nun zumeist: Abstand halten, Kontakte minimieren, vorsichtig sein. Das bleibt nicht ohne Folgen, ist Joachim Deutschenbaur überzeugt. „Viele Menschen sind einsam, ängstlich und frustriert“, sagt der Pressesprecher der DAV-Sektion Starnberg. Er selbst hat dabei für sich einen ganz eigenen Weg aus der Krise gefunden: Raus aus den eigenen vier Wänden, rein in die Natur. „Nichts macht dich freier und glücklicher – das ist die beste Therapie, die ich kenne“, sagt er.

Der 77-jährige Soziologe und Psychologe ist, so oft es irgendwie geht, draußen unterwegs. Und hat dabei bereits einige positive Effekte festgestellt: Durch den Abstand vom Alltag, der sich beim Wandern zwangsläufig einstellt, komme er etwa besser mit den Einschränkungen zurecht. Die körperliche Betätigung biete Ablenkung, Ruhe, Über- und Weitblick, Zuversicht und Aufmunterung. „Da ist die Stimmung gleich viel positiver“, unterstreicht Deutschenbaur.

Insbesondere beim Wandern in den Bergen hat er einen weiteren positiven Faktor zu Corona-Zeiten ausgemacht. „Nirgendwo ist es gerade einfacher neue Menschen kennenzulernen“, sagt er. Auf dem Berg ist die Stimmung untereinander stets locker, ein „Sie“ gibt es nicht, jeder ist von Haus aus per Du. „Du kommst sofort entspannt ins Gespräch.“ Eine Nähe, die derzeit im Alltag kaum gegeben ist – und daher umso nötiger erscheint. Deutschenbaur betont: „Es tut einfach gut, auch einmal mit Menschen zu sprechen, die nicht zu deinem nächsten Umfeld zählen.“

Wichtig ist ihm dabei, dass es für Erlebnisse in der Natur nicht automatisch an die sogenannten Hotspots wie den Eibsee oder das Gebirge rund um Garmisch-Partenkirchen gehen muss. „Bei uns an einem der Seen entlang zu wandern, ist nicht weniger schön und erholsam“, stellt er klar. Und in den Bergen müsse es nicht jedes Mal die Tour sein, auf der gefühlt halb München und das Oberland unterwegs sind. „Es gibt auch genügend Routen abseits des Mainstreams.“ Im DAV-Jahresbericht von 2021 gebe es etwa zahlreiche solcher Anregungen. Zu finden ist dieser im Internet unter www.dav-starnberg.de.

Damit der Alpenverein auch zu Pandemiezeiten mit Leben gefüllt ist, hat sich die Starnberger Sektion für ihre derzeit rund 2300 Mitglieder auch in diesem Winter wieder einiges einfallen lassen. Das Angebot reicht von Ausbildungen zur Lawinen-Verschüttetensuche im Vereinsheim und im Gebirge bis zum Skitourentraining für Einsteiger. „Es ist wichtig, dass wir trotz Corona irgendwie weitermachen“, sagt Deutschenbaur. Dabei liegt ihm besonders die Jugendarbeit am Herzen. Als goldwert hat sich hierbei der Kletterturm erwiesen, den die Stadt Starnberg am Schlosshölzl hat aufstellen lassen. „Genau so etwas brauchen wir – wir sind ja schließlich kein Alten-, sondern ein Alpenverein.“

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