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Der Bahnsteig wäre zu kurz: Der heutige Bahnhof Nord ist für einen Regionalzughalt ungeeignet. Er m üsste mit Millionenaufwand verlängert werden. Der Stadtrat wird sich morgen mit dieser Frage befassen. 

Starnberger Stadtrat

Gretchenfrage Regionalzughalt

Der Starnberger Stadtrat wird sich auf Drängen mehrerer Stadträte am Donnerstagabend in öffentlicher Sitzung mit der Verlegung des Regionalzughalts vom Bahnhof See an den Bahnhof Nord befassen. Und einen regelrechten Beschluss dafür gibt es nicht, sondern eine Festlegung aus dem Jahr 2013, dass die Verlegung des Halts Basis für Planungen am Bahnhof See sein soll.

Starnberg– Als die Seeanbindung mit Verlegung der Gleise im Bereich Bahnhof See noch aktuell war – was sie nicht mehr ist –, kam die Idee auf, den Regionalzughalt zu verlegen. Der hart diskutierte Beschluss dafür fiel im Juli 2013, also vor fast fünf Jahren, mit wenigen Stimmen Mehrheit. Hintergrund waren die unterschiedlichen Anforderungen an die Bahnsteige für S-Bahnen und Regionalzüge, die sich nur optisch ähneln. Regionalzüge, so die damaligen Aussagen, benötigten Bahnsteige mit einer Höhe von 76 Zentimetern. Bei S-Bahnen sind es 96 Zentimeter. Da am Bahnhof See nach der damaligen Planung neue Bahnsteige gebaut worden wären, war die Frage, wofür. Ein Grund für den Verlegungsgedanken.

Sollen die Regionalbahnen am Bahnhof Nord halten, müsste der erst aufwendig und teuer umgebaut werden – eben wegen der Bahnsteighöhen. Der heutige Bahnsteig dort ist auf S-Bahnen ausgelegt. Daher müsste der Bahnsteig verlängert werden, um einen Bereich mit der Regionalzug-Höhe zu schaffen. Pläne dafür gibt es, die bevorzugte Variante sieht einen neuen Bahnsteig nördlich des heutigen vor, der bis zum Getränkemarkt am Lidl-Gelände reichen würde. Es gab auch zwei andere Varianten, die einen S-Bahn-Halt südlich des Bahnhofsgebäudes vorsahen und den Regionalzughalt im Norden. Diese Möglichkeiten wurden wegen nötiger Umbauten am bestehenden Bahnsteig und den Bahnanlagen und damit aus Kostengründen verworfen. Billig ist das Ganze sowieso nicht. 2013 war von etwa 4,1 Millionen Euro Kosten die Rede.

Für den Umbau gibt es eine Machbarkeitsstudie, bestätigt Bürgermeisterin Eva John auf Anfrage. Und eine Kostenschätzung, nach der der Umbau hochgerechnet auf das Jahr 2022 rund 6,1 Millionen Euro kosten würde.

Dass Regionalzüge dann am Bahnhof Nord weitgehend im Stundentakt halten sollten, hat Befürworter ebenso wie entschiedene Gegner. Vor fünf Jahren waren CSU und WPS gegen die Verlegung. Argumente waren unter anderem der Aufwand, die weiten Wege für Reisende und die Regelungen für den Busverkehr. Zudem wäre nach Einschätzung von Experten im Jahr 2013 ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren erforderlich, das vermutlich mehrere Jahre dauern würde.

Seit 2014 ist in der Sache nicht mehr viel passiert – wohl ein Grund, weswegen mehrere Stadträte den Punkt auf der Tagesordnung der Sondersitzung am Donnerstag haben wollten. Beraten und wohl auch beschlossen werden soll eine Haltung der Stadt zur Verlegung. Patrick Janik, Fraktionschef der UWG und einer der Stadträte, die die Sondersitzung beantragt haben, sieht Diskussionsbedarf im Zusammenhang mit den laufenden Gesprächen mit der Bahn über die Verträge von 1987, in denen die Seeanbindung mit Gleisverlegung geregelt worden war. Mithin sei eine Position der Stadt zum Regionalzughalt für diese Gespräche von Bedeutung. Wie berichtet, läuft eine Mediation zwischen Stadt und Bahn AG über die Verträge – vereinfacht gesagt, wie man gemeinsam eine für beide Seiten akzeptable Lösung findet. Hauptziel ist, den Bahnhof See in einen ordentlichen Zustand zu versetzen und barrierefrei zu gestalten.

Wie am Ende ein Beschluss aussehen wird, ist völlig offen. Schon 2013 waren die Mehrheiten andere als die gewöhnliche Blockbildung hatte vermuten lassen. Die Sitzung morgen ist öffentlich und beginnt um 19 Uhr. 

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