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Nicht nur Bienen sind bedroht: Die lokalen Unterstützer des Volksbegehrens weisen unter anderem darauf hin, dass seit 1965 bereits 65 Prozent aller Vogelarten verschwunden sind.

Netzwerken für die Tierwelt

„Rettet die Bienen“: Aktionskreis für Artenschutz im Landkreis gegründet

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Drei Wochen vor dem Start des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ gründet sich ein Aktionskreis im Landkreis. Das Ziel: Möglichst viele Bürger in die Rathäuser lotsen.

Landkreis– Wie Netzwerken in einem Landkreis funktionieren kann, demonstrierten am Mittwochabend etwa 65 Menschen im Café des Bayerischen Hofs in Starnberg. Mit vielleicht 25 hatte die Organisatorin des Abends, Grünen-Kreissprecherin Kerstin Täubner-Benicke, gerechnet.

Der ÖDP-Kreischef Ernst Sporer hatte sie angesprochen: Man müsse sich im Landkreis gemeinsam für den Artenschutz stark machen. Und genau damit begannen Vertreter aus dem ganzen Fünfseenland nun. Per Handzeichen gründeten sie einen Aktionskreis zum Volksbegehren „Rettet die Bienen!“, das die ÖDP ins Rollen gebracht hatte. Die Landkreis-Gruppe will dafür werben, dass möglichst viele Bürger zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar ihre Stimme in den Rathäusern abgeben.

Bayernweit müssen zehn Prozent der Wähler unterschreiben, damit es zu einem Volksentscheid kommen kann. Die Unterstützer fordern eine Verbesserung des bayerischen Naturschutzgesetzes – konkret mehr Ökolandbau und Blühwiesen sowie ein Pestizidverbot. Und sie plädieren dafür, Biotope zu verbinden und den Naturschutz in den schulischen Lehrplan zu integrieren.

Der neue Aktionskreis wird neben den Kreisgruppen von ÖDP, Grünen und SPD von einer langen Liste an Verbänden und Initiativen unterstützt – darunter auch konkrete Artenschutz-Gruppen wie „Berg summt“ oder „Wörthsee für Artenvielfalt“. Im Bayerischen Hof wurde schnell und effektiv beschlossen, wer sich in den einzelnen Gemeinden um was kümmert: Infostände müssen aufgebaut, Veranstaltungen organisiert, Referenten gewonnen und Erstunterzeichner bestimmt werden, die den Akt am 31. Januar mit kreativen Fotos dokumentieren und in den sozialen Medien posten.

Das Sprecher-Team des Aktionsbündnisses.

Die Versammlung brachte eine Reihe weiterer Ideen hervor: So wolle man versuchen, die Doku „Das große Insektensterben“ nochmal in die regionalen Kinos zu bringen, Schülersprecher einzubinden und Fahrdienste für weniger mobile Menschen zur Abstimmung zu organisieren. Außerdem kam die Frage auf, ob man nur im Rathaus seines Heimatortes unterzeichnen kann. Die Antwort: Wer bei der Gemeinde zuvor einen Eintragungsschein beantragt hat, kann sich auch andernorts am Volksbegehren beteiligen.

In allen Gemeinden sollen sich demnächst lokale Aktionskreise gründen – der in Tutzing kommt wie berichtet am Montag um 19 Uhr im Tutzinger Keller erstmals zusammen. Für den gesamten Landkreis bestimmten die Anwesenden am Mittwoch in Starnberg ein Sprecher-Team: Öffentlich auftreten sollen neben Kerstin Täubner-Benicke und Ernst Sporer die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Sissi Fuchsenberger, die Bio-Imkerin Katrin Stefferl, Kreisjugendring-Vorsitzender Claus Piesch und Vogelschutz-Kreisgruppenchef Stefan Schilling.

Lesen Sie auch: Ein Volksbegehren zur Unzeit

Wo man im Landkreis für den Artenschutz ansetzen sollte, macht Günter Schorn, Kreischef des Bund Naturschutz, deutlich: „Viele Bauhöfe und auch das Weilheimer Bauamt lassen an Straßenrändern zu viele Pflanzen wegschneiden. Sie verhindern, dass sich Insekten niederlassen und Vögel Futter finden können.“ Außerdem kritisiert Schorn Projekte wie das geplante Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz in Gauting. Auch die Bevölkerung könne sich für Artenreichtum einsetzen. „Gartenbesitzer sollten, statt nur auf Sauberkeit zu achten, im Herbst Sträucher stehen lassen.“

Rathaus-Öffnungszeiten

Die Rathäuser im Landkreis erweitern während des Volksbegehrens ihre Öffnungszeiten. Sie sperren an Samstagen auf oder haben abends länger geöffnet. Genaue Infos zu einzelnen Rathäusern gibt es unter https://rathausfinder.volksbegehren-artenvielfalt.de.

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