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Berlin war für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Starnberg eine Reise wert: Hannah Hallweger, Theresa Roth, Chiara Keßel, Katharina Schacht (linkes Bild v.l.) und Steuerfrau Pauline Geiger sowie Luca Schneider, Robin Oswald, Eric Heineck, Robin Fritsch, Kilian Brandner, Paul Kirschnek, Leo Dudek, Azem Rama und Severin Strauß (rechts).

Rudern

Gymnasiasten wachsen über sich hinaus

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Die Ruderer des Gymnasiums Starnberg haben beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ überascht. Beide Boote kamen ins Finale, der Mädchen-Gig-Doppelvierer wurde Vierter, der Buben-Achter Fünfter.

Starnberg – Eigentlich werden die oberbayerischen Schulen beim Bundesfinale Jugend trainiert für Olympia immer belächelt. Doch dieses Mal sorgten die Ruderer vom Gymnasium Starnberg, die von Georg Kendl und Oberstudienrätin Barbara Keßel betreut wurden, in Berlin für Furore. Sowohl der Doppelvierer mit Steuerfrau als auch der Achter schafften den Sprung ins Finale. „Das grenzt an ein Wunder“, findet Thomas Thallmair. Der Trainer aus dem Münchener Ruder- und Segelverein, der auch die Starnberger Gymnasiasten betreut, wird nicht müde, darauf hinzuweisen, welchen Standortnachteil die Athleten aus dem Süden der Republik gegenüber den privilegierten Schulen aus dem Norden haben. Das Schlimmste für ihn ist aber, „dass der Sport in Bayern keinen Stellenwert besitzt“.

Diese Einschätzung mag vielleicht auf das Kultusministerium in München und auf so manche Schule zutreffen, nicht aber auf die Einstellung der jungen Athleten aus dem Fünfseenland, die sich mutig einem Wettbewerb stellten, bei dem sie eigentlich chancenlos sind. Mit einer Zeit von 4:27,64 Minuten waren Chiara Keßel, Theresa Roth, Hannah Hallweger, Katharina Schacht und Steuerfrau Pauline Geiger aus dem Vorlauf im Gig-Doppelvierer gekommen. Damit belegten sie in der Startgruppe A zwar den zweiten Platz, aber insgesamt fünf Teams waren schneller als sie. Im Hoffnungslauf verbesserten die Starnbergerinnen ihre Zeit um fast 14 Sekunden und wurden in ihrer Startgruppe Erste.

Im Finale waren die Unterschiede dann gar nicht mehr so groß. Nur sechs Sekunden lagen zwischen dem Sieger und dem Fünften. Dazwischen reihten sich Thallmairs Damen auf dem vierten Rang ein. Mit 4:13,30 Minuten verpassten sie eine Medaille nur um wenige Wimpernschläge. „Sie haben gut gearbeitet“, lobte der Trainer die Crew, die mit Hallweger und Schacht im kommenden Jahr zwei Ruderinnen aus Altersgründen verliert. An Ersatzleuten mangelt es jedoch nicht.

Eine weitere Chance wird der Achter im nächsten Jahr erhalten. Leo Dudek, Paul Kirschnek, Eric Heineck, Kilian Brandner, Mario Sieweck, Severin Strauß, Luca Schneider, Robin Fritsch und Steuermann Robin Oswald zählen zum jüngeren Jahrgang und können noch eine Saison dranhängen. „Es wäre eine grandiose Geschichte.“ Thallmair freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit den Buben, die in Berlin über sich hinauswuchsen, auch wenn das nach dem Vorlauf noch nicht so aussah. Mit 3:46,19 Minuten stellten sie die zweitschwächste Zeit auf und wurden in ihrer Gruppe Letzte. Aber sie hatten sich ihre Körner für den Hoffnungslauf aufgehoben. Die Crew drehte auf und steigerte sich um elf Sekunden. Als Vierte zog sie ins Finale ein. Mit 3:21,66 Minuten stellte sie eine Zeit auf, die ihr niemand zugetraut hatte, da sie sich wegen der langen Sommerferien in Bayern auf den Wettbewerb kaum vorbereiten konnten. Ihr fünfter Rang war ein Eintrag in die Geschichtsbücher wert. Seit 1989 hatte eine solche Platzierung kein Achter des Gymnasiums Starnberg mehr geschafft.  

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