Hüter der Nachtruhe: Wie diese beiden Polizisten in Dresden kontrollieren auch die Beamten im Landkreis Starnberg die Einhaltung der nächtlichen Ausgangssperre.
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Hüter der Nachtruhe: Wie diese beiden Polizisten in Dresden kontrollieren auch die Beamten im Landkreis Starnberg die Einhaltung der nächtlichen Ausgangssperre.

Party mit elf Erwachsenen aufgelöst

Polizei im Landkreis Starnberg erlebt ruhige Feiertage – mit wenigen Ausreißern

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Der Großteil der Landkreisbürger hat sich an Weihnachten an die Regeln gehalten. Verstöße gegen die Ausgangssperre oder zu große Zusammenkünfte bildeten die Ausnahme. Beim Blick auf Sylvester rechnet die Polizei jedoch mit mehr Arbeit.

Landkreis – Die Weihnachtsbilanz fällt positiv aus. Da sind sich die Polizeichefs im Landkreis einig. „Unsere Bürger sind eben brav“, sagt etwa Alfred Ziegler von der Dienststelle in Dießen. Lediglich einen nicht weiter dramatischen Pärchenstreit hatten seine Mitarbeiter während der Feiertage zu schlichten. Mehr war nicht. Nicht ganz so ruhig, aber zumindest ähnlich entspannt lief das Weihnachtsfest in den restlichen Inspektionen ab.

Zu späte Heimfahrten von den Eltern - 500 Euro Strafe

Wenn dann doch mal jemand gegen das Gesetz verstieß, ging es meistens um das Missachten der nächtlichen Ausgangssperre. So waren in Herrsching, Gauting, Gilching und Starnberg insgesamt rund zehn Autofahrer sowie ein Fußgänger nach 21 Uhr ohne triftigen Grund auf den Straßen unterwegs. Sie alle erwartet ein Bußgeld von 500 Euro. Versuche, sich aus der Nummer herauszureden, blieben erfolglos, wie Starnbergs Vize-Chef Frank Brosch betont. „Weder das Ansinnen, das Grab von Angehörigen pflegen zu wollen, noch die Flucht nach dem Streit mit der Freundin, sind gewichtige Gründe, um die Ausgangssperre zu missachten“, stellt er klar. Auch eine 29-jährige Starnbergerin, die am Sonntag um 22.30 Uhr während der Heimfahrt vom weihnachtlichen Elternbesuch in Niederbayern aufgehalten wurde, kam um die Strafe ebenso wenig herum wie ein Ehepaar aus Berg, das kurz vor Mitternacht aus dem Rheinland zurückkehrte. Brosch unterstreicht: „Da hätten die Heimfahrten zeitlich besser geplant werden müssen.“

Der gravierendste Verstoß ereignete sich bereits in den frühen Morgenstunden des 24. Dezembers. In einer Gartenhütte in Berg feierten elf Erwachsene, allesamt aus Berg und 18 bis 26 Jahre alt, eine kleine Party. Als die Polizei eintraf, war’s ganz schnell vorbei mit dem Spaß. Die Beamten schickten alle Beteiligten nach Hause – und kassierte den Schlüssel für die Gartenhütte ein. Wollte sich doch zunächst niemand als Verantwortlicher erkenntlich zeigen. Dies holte der Eigentümer der Gartenhütte jedoch am kommenden Tag nach. Alle Beteiligten erwartet nun ein Bußgeldbescheid.

Zu viele Leute in einer Wohnung - Nachbar gibt Hinweis an Polizei

Eine Zusammenkunft von fünf Personen aus drei verschiedenen Haushalten in einer Wohnung löste am Sonntag zudem die Polizei in Gauting auf – erlaubt wären lediglich fünf Personen aus zwei Haushalten gewesen. Den Hinweis dazu hatte ein Nachbar gegeben. Eine Tatsache, die Gautings Dienststellenleiter Ernst Wiedemann Bauchgrummeln bereitet. Zwar habe jeder selbstverständlich das Recht, sich nach dem Beobachten solcher Verstöße bei der Polizei zu melden. „Das steht außer jeder Frage“, betont Wiedemann. Doch hat er Sorge, dass durch solche Aktionen das Vertrauen unter den Menschen schwindet. „Es darf trotz dieser wirklich ernsten Situation nicht so weit kommen, dass wir uns gegenseitig bespitzeln – das wäre das schlimmste.“

So vernünftig sich der absolute Großteil rund um Weihnachten verhalten hat, so interessant ist schon jetzt der Blick auf Silvester. „Da könnte es womöglich mehr Verstöße geben“, unkt etwa Erich Schilling von der PI in Herrsching. Ebenso wie alle weiteren Dienststellen-Chefs im Landkreis wird er am 31. Dezember mehr Streifen losschicken als sonst. Vor allem an den beliebten Sylvester-Feierplätzen rund um Ammersee und Starnberger See ist mit Polizeipräsenz zu rechnen. Wer dort nach 21 Uhr erwischt wird, darf nicht mit Gnade rechnen. „Wir alle ziehen die Strafen konsequent durch“, stellt Ernst Wiedemann aus Gauting klar.

Landratsamt mit Allgemeinverfügung zu Silvester

Mit einer Allgemeinverfügung hat das Landratsamt Starnberg zudem noch einmal klargestellt, an welchen Plätzen das Zünden von Böllern und Ähnlichem an Sylvester untersagt ist. In Starnberg betrifft dies den Kirchplatz, die Seepromenade, den Bereich des Schlossparks zwischen St.Josef-Kirche und dem Schloss Starnberg sowie den S-Bahnhof. In Herrsching ist an der Seepromenade ab dem Bereich vor der Wasserwachtstation bis zum Sportplatz an der Rieder Straße Böllern verboten. In Andechs im Bereich des Klosters.

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