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Ein Teil der über 200 Teilnehmer an der mittlerweile fünften Auflage der eRuda-Rallye.

Rundfahrt eRuda

E-Mobilität unter Hochspannung auf dem Kirchplatz

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Wie breit das Angebot an Elektroautos mittlerweile ist, zeigte sich am Sonntag beim eRuda-Stopp auf dem Starnberger Kirchplatz. 212 Teilnehme waren mit ihren Fahrzeugen dabei - sogar aus Weißrussland und Schweden.

Starnberg – Als vor fünf Jahren die erste eRuda (Elektromobilität rund um den Ammersee) an den Start ging, wurde sie von so manchem belächelt. „Damals waren vor allem Twikes – im Prinzip Elektroräder mit einer leichten Fahrgastzelle – und Tesla Roadster am Start“, erinnert sich Organisator Werner Hillebrand-Hansen aus Inning.

Ganz anders am Sonntag: Der Kirchplatz reicht schon lange nicht mehr aus, um sämtliche Elektroautos der Teilnehmer zu fassen. Die Wittelsbacherstraße ist gesperrt, dicht an dicht parken die Elektroautos auf der Straße. Der Maserati-Fahrer muss miesepetrig dreinschauend umdrehen und über die Hauptstraße fahren.

212 Teilnehmer zählt Organisator Hillebrand-Hansen heuer. Die weiteste Anreise hatte ein Tesla-Fahrer aus Minsk in Weißrussland, auch Schweden sind nach Starnberg gestromert, Norddeutsche, Tschechen und Österreicher. „Für viele ist es die erste Fernreise mit ihrem Elektroauto“, berichtet Hillebrand-Hansen.

Im vergangenen Jahr hätten sich die Zulassungszahlen für Elektroautos glatt verdoppelt. Und es könnten noch viel mehr verkauft werden, „wenn die Hersteller mit der Produktion hinterherkommen würden“, sagt er. Auf den Hyundai Ioniq, der beim Alltagstauglichkeitswettbewerb in gleich mehreren Kategorien ganz vorn platziert war, wartet man laut Hillebrand-Hansen mittlerweile bis zu 18 Monate, bis das Auto geliefert wird. Selbst der Renault Zoe komme erst nach vier bis fünf Monaten beim Kunden an.

Auch das Ladesäulennetz werde immer schneller ausgebaut. Dennoch zapften die eRuda-Teilnehmer auf dem Kirchplatz die Stromanschlüsse für die Händler an. Rund 3000 Kilowattstunden – der Jahresbedarf eines Singlehaushaltes – wurden in den zwei Stunden verbraucht, um die Flotte für die Weiterfahrt aufzuladen. Die Rechnung dafür übernimmt die Stadt Starnberg.

Deren Bewohner bummelten durch die Reihen, fachsimpelten mit den wahren Experten in Sachen Elektromobilität – den Fahrern und Besitzern der Autos. Dabei bekamen sie einen nahezu kompletten Überblick über alle Autos, die derzeit erhältlich sind. Und noch viel mehr: Die Elektroschwalbe, ein Retroroller für den Stadtverkehr, kam kaum zum Aufladen, so oft drehten Probefahrer ihre Runden.

Dicht umlagert war auch der 65 000 Euro teure Brennstoffzellen-Hyundai von Christof Ferling aus München. 400 Kilometer schafft der mit einer Tankfüllung Wasserstoff, der mit Windanlagen erzeugt wurde. Und im Gegensatz zu Elektroautos ist sein Tank im Anschluss in nur drei Minuten wieder randvoll.

Zwei Stunden machte die elektrische Zukunft Station auf dem Starnberger Kirchplatz. Dann setzte sich der Tross in Bewegung, steuerte die nächste Station an. Flüsterleise ohne ein einziges Rauchwölkchen aus dem nicht vorhandenen Auspuff.

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