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Beschädigt: Ein Regionalzug war gegen den ins Gleis gestürzten Baum gekracht.

Regionalzug musste evakuiert werden

Nach Bahnunfall Strecke wieder frei

Starnberg/Tutzing - Bei Baumfällarbeiten zwischen Pöcking und Niederpöcking fiel ein Stamm auf das Gleis und wurde von einem Regionalzug erfasst. Seit der Nacht auf Sonntag ist die Strecke wieder frei.

Aus noch unbekannter Ursache löste sich dabei ein Baum während des Schneidens und stürzte mit ganzer Länge über beide Gleise. Der Triebwagenführer der Regionalbahn kam aus einer Rechtskurve und erkannte das Hindernis. Er leitete bei einer Geschwindigkeit von rund 120 km/h sofort eine Schnellbremsung ein, konnte aber einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Dabei wurden das Triebfahrzeug, der Stromabnehmer sowie die Oberleitung beschädigt.

Umgehend wurde von der Integrierten Leitstelle Großalarm für Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst. Der Zugführer überstand den Aufprall unverletzt. Insgesamt erlitten vier Personen einen Kreislaufkollaps, drei davon konnten von Notarzt und Rettungsdienst gleich vor Ort versorgt werden, ein Mann wurde zur Behandlung ins Krankenhaus transportiert.

Zugunfall bei Niederpöcking

Von der Feuerwehr musste die Oberleitung kurzgeschlossen werden, um die Passagiere gefahrlos aus dem Zug zu evakuieren. Derweil wurden Getränke verteilt, um die Wartezeit bei den sommerlichen Temperaturen erträglich zu gestalten. Die Fahrgäste wurden von der Feuerwehr beim Verlassen des Zuges über Podeste unterstützt und anschließend zu bereitstehenden Mannschaftstransportfahrzeugen geleitet, mit denen sie zum Bahnhof Possenhofen gebracht wurden. 

Bahn richtete Schienenersatzverkehr ein

Von dort aus hatte die Bahn einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Insgesamt waren etwa 90 Kräfte der Feuerwehren Pöcking, Feldafing, Traubing, Starnberg, Tutzing, Aschering, Percha, Berg und Erling-Andechs sowie fünf Rettungswagen des BRK, zwei Notärzte sowie das Kriseninterventionsteam, das THW mit zwei Fachberatern und Nofallmanager der Bahn vor Ort.

Die meisten der knapp 250 betroffenen Fahrgäste nahmen es ausgesprochen gelassen, als ihre Fahrt auf den Bahngleisen mitten im Wald endete. „Bong, bong, bong hat es gemacht. Ich hab gedacht es sind Steine, aber dann bremste der Zugführer ab und der Zug kam ganz sanft zum Stehen“, erzählt einer der Fahrgäste.

Viel Lob gab es für die Arbeit der Rettungskräfte: „Die haben das toll gemacht“, erzählt eine Mitfahrerin, die neben Gästen aus San Francisco saß. 

Seit Samstag ist die Bahnstrecke wieder eingleisig befahrbar. Am späten Samstagabend waren alle Schäden behoben. Die S-Bahnen und Regionalzüge fuhren wieder nach Fahrplan.

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