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10 Kilo täglich rauf und runter: Mutter Acsainé Beata bemängelt den fehlenden Aufzug am Starnberger Bahnhof.

Sanierung

„Der Bahnhof ist eine Schande“

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Starnberg – Der Starnberger Bahnhof erregt die Gemüter – und das keineswegs positiv. Von Säulen fallen Eisenteile herab. Auch an anderen Stellen hapert es. Starnberger, Touristen und Ladenbesitzer kritisieren den Zustand.

Zwei Geschäfte hat Werner Gschwendtner am Starnberger Bahnhof. Aber nur ein Stimmungsbild erlebt er in seinem Kiosk und Tabakladen: „In einer Tour kommen die Leute rein und meckern.“ Der Grund: „Greislich und chaotisch“ sehe der Bahnof aus. Noch wichtiger als die Optik: Derzeit müssen sich Bahnfahrer in Acht nehmen. An den Bahnsteigen lösen sich Eisenteile von den denkmalgeschützten Säulen – zuletzt wurde ein zwei Kilo schweres gefunden (wir berichteten). Für Kritiker des Bahnhofs ist es ein weiteres Ärgernis. Für Gschwendtner ist vor allem die Optik des Bahnhofs fatal. 

Ladenbesitzer Werner Gschwendtner kritisiert den Zustand. 

Er hat seine Geschäfte direkt vor und hinter der Unterführung. Erst kürzlich hat er die Fassade seines Tabakladens gestrichen. „Ich gebe mir zwar Mühe, aber mehr kann ich nicht machen.“ 

Taxifahrer: "Manchmal muss ich Kunden den Koffer zum Gleis tragen"

Was den Bahnhof angeht, ist Gschwendtner machtlos: „Man schaut rein und sieht überall Schmutz.“ Oft höre er von Touristen: „So einen greislichen Bahnhof habe ich noch nie gesehen.“ 

Gschwendtner sagt deshalb: „Der ganze Bahnhof ist nicht schön und gehört aufgepeppt.“ Damit meint er vor allem: „Die Treppen sollten sauberer sein, die Unterführung öfter gereinigt werden.“ Acsainé Beata stört sich weniger an der Optik. Der Mutter eines Kleinkinds fehlt ein Aufzug zu den Gleisen. So muss sie täglich mit Kind und Wagen die Treppen nehmen. „Das sind zehn Kilo. Da ist es schwer, mit dem Wagen hochzukommen“, klagt sie. Die Läden direkt am Gelände machen den Bahnhof für sie eigentlich attraktiv – „aber es gibt keinen Aufzug und auch keine Rampe“. 

Taxifahrer Helmut Sommer und Hasan Özer 

In solchen Fällen kommt Ladenbesitzer Gschwendtner hinzu. „Man schaut, wo man den Leuten helfen kann.“ Er ist oft im Einsatz, wenn Rollstuhlfahrer nicht weiter wissen oder ältere Bahnfahrer mit schweren Koffern oder E-Bikes nicht hinauf zum Gleis kommen. 

Von solchen Fällen weiß auch Taxifahrer Hasan Özer zu berichten: „Manchmal muss ich meinen Kunden den Koffer hochtragen. Für ältere Leute ist es schwer.“ Den Unmut der Menschen bekomme er oft zu hören. 

Sein Kollege Helmut Sommer bestätigt: „Das gehört schon zum Alltag. Manche steigen auch am Bahnhof Nord aus und sind dann auf ein Taxi angewiesen.“ 

Urteil einer Starnbergerin: "Note sechs. Der Bahnhof ist eine Schande"

Dr. Andrea Schiecke nutzt ihre Mittagspause gerne für einen Spaziergang – auch durch die Unterführung am Bahnhof. Sie urteilt: „Note sechs. Der Bahnhof ist eine Schande. Er sollte die Visitenkarte der Stadt sein.“ Der gesamte Komplex „ist schwer sanierungsbedürftig“. Auf den Bahnsteigen fehlt ein Dach, „die Leute können sich ja nicht mal unterstellen“. 

Daran stört sich auch Hischam El-Danasouri. Zu seinem Segelkurs kommt er wöchentlich aus München und moniert: „Ein sinnloses Gerüst ohne Dach. Ich stand schon mehrmals im Regen und habe mich in die Unterführung geflüchtet."

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