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Da fing der Ärger an: Vor einer Woche begannen die Arbeiten für den Weg, der Streit darüber dauert weiter an. Das Landratsamt allerdings sieht keinen Handlungsbedarf.

Am Hochwald

Neuer Weg: Scharmützel im Buchenwald

Starnberg - Anwohner, Stadt und Landratsamt sind weiter uneins über neuen Waldweg und dessen Werdegang.

Die Anwohner haben den Kampf gegen den im Bau befindlichen Waldweg, der parallel zur Egerer Straße verlaufen soll, aufgegeben. „Die Natur ist kaputt. Es gibt nichts mehr, um einzuschreiten“, stellt Klaus Ferstl fest. Doch die Wut über den Bau ist damit nicht abgeklungen, im Gegenteil. Eine einige Tage alte Pressemitteilung der Stadt sorgt für Unruhe.

Darin heißt es, dass bei den Arbeiten „Wurzelbereiche von Bestandsbäumen nicht berührt werden“ und mit den verärgerten Anwohnern in einem Gespräch Einigkeit erzielt worden sei. Ottmar Maier bezeichnet das als „unrichtig, das ist nicht mehr feierlich“. Lediglich ein Teil davon stimme: Statt der geplanten 50 Zentimeter Kiesunterbau sei nun nur etwa die Hälfte angebracht worden, damit die Wurzeln weniger Schaden tragen. In zahlreichen anderen Punkten aber widersprechen die Anwohner der Stadt.

Besorgter Anwohner: "Der Kies ist der Tod des Waldes"

Bis Ende März soll ein durchgängiger Geh- und Radweg sowie in Teilen auch ein Rückeweg für forstwirtschaftliche Fahrzeuge entstehen – laut Stadt auf maximal drei Metern Breite. In einem Abschnitt hat Maier nachgemessen: „Im Durchschnitt ist auf 6,30 Metern Breite gerodet worden.“ Das werde nun aber mit Erde zugeschüttet, „damit es nicht so breit aussieht.“ Ohnehin findet es Maier „sehr übel, was da stattgefunden hat“. Statt schonender Arbeiten seien „Wurzelteller freigelegt worden. Auf die angegriffenen Wurzeln kam dann noch Rollkies.“

Dieser ist die größte Sorge des Anwohners. „Der Kies ist der Tod des Waldes. Bei starkem Regen schwemmt es den weg.“ Der Waldboden werde geschädigt. Auch Ferstl ist enttäuscht von der Stadt. Man habe es im Dialog und ohne den juristischen Weg probiert. „Damit sind wir bei der Bürgermeisterin auf Granit gestoßen.“ Er fordert „ein Widerspruchsrecht für die Bürger, weil es um öffentliche Belange geht. Einen Stadtratsbeschluss würden wir aber selbstverständlich respektieren.“ Und überhaupt: „Fünf bis zehn Personen pro Jahr“, schätzt Ferstl, würden den Weg nutzen. Ergo gebe es „keine Notwendigkeit für die Naturzerstörung“.

Landratsamt: Darstellung der Stadt "sehr gewagt"

Die Stadt vermutet hingegen, dass „die direkten Anwohner eine Beeinträchtigung ihrer Privatsphäre fürchten“. Laut Stadtsprecherin Lena Choi wisse die Stadt um den Wert des Gebietes für die Naherholung und schließt eine Schädigung von Wurzeln der Buchen aus. Das Amt für Landwirtschaft und Forsten hatte den Weg als „für die Forstwirtschaft erforderlich“ eingestuft – deswegen hätte es den Weg wohl auch ohne den Plan der Stadt für einen Geh- und Radweg gegeben.

Neben den Anwohnern zeigt sich auch das Landratsamt verwundert über die Mitteilung der Stadt. Darin ist von einer abgestimmten Planung die Rede. Davon weiß man im Landratsamt aber nichts, wie dessen Sprecher Stefan Diebl sagt: „Es gab im Vorfeld keine Abstimmung. Das ist einfach falsch.“ Diebl findet die Darstellung der Stadt „sehr gewagt“. Das Landratsamt sei nämlich gar nicht für das Projekt zuständig. Die Stadt ihrerseits spricht von „diversem Schriftverkehr mit dem Landratsamt“. Anwohner, Landratsamt und Stadt – es stehen Aussagen gegen Aussagen. Klaus Ferstl hatte am Sonntag Landrat Karl Roth zum Handeln aufgefordert, die Kreisbehörde jedoch sieht den Arten- und Naturschutz nicht gravierend beeinträchtigt und lehnte ein Einschreiten deswegen am Montag ab.

Am Projekt ändern wird sich nichts mehr, wie Maier glaubt. „Aber es wäre schön, wenn nicht noch mehr zerstört wird. Der Wald hat in den letzten Jahren so gelitten, dass wir befürchten, er geht bald ein.“

Von Sebastian Raviol

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