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Ein Trümmerhaufen: Das abgebrannte Bootshaus war nur mit Schaum zu löschen. Dass der negative Folgen für den See hatte, darauf hat das Wasserwirtschaftsamt keinerlei Hinweise.

Umweltschutz

Unberechtigte Kritik an Starnberger Feuerwehr 

Starnberg - Der Brand des Bootshauses des Münchner Yacht-Clubs Anfang November ist weiter ungeklärt. Einige machen inzwischen der Feuerwehr Vorhaltungen, weil sie am See Löschschaum eingesetzt hatte. Die Behörden sehen keinen Grund, das Vorgehen der Wehren zu beanstanden.

Starnberg – Seit dem Brand des historischen Bootshauses des Münchner Yacht-Clubs Anfang November, der die Feuerwehr stark gefordert hatte, müssen sich die Ehrenamtlichen mit Gerüchten herumschlagen. Der Löschschaum soll womöglich den See belastet haben, argwöhnen manche – selbst übergeordnete Behörden haben schon einmal nachgefragt. Die Behörden geben Entwarnung: Dem See ist nichts passiert – und es war auch nicht sehr viel Schaum.

Als das Bootshaus am ersten November-Freitag am späten Nachmittag im Wortsinne in Flammen aufging, war für die Wehren nichts zu retten. Sie schützten erfolgreich andere Gebäude und konnten am Ende nur noch die glimmenden Reste des Holzbaues ablöschen. Das hatte sich als nicht so einfach erwiesen, denn Glutnester lagen unter Schutt begraben und konnten auf normale Weise mit Wasser nicht erreicht werden. Ins Gebäude konnten die Löschmannschaften nicht, weil es einsturzgefährdet war. Normalerweise würde man die Reste verteilen, wie etwa beim Brand landwirtschaftlicher Anwesen. Auch das ging nicht, schließlich mussten die Brandermittler der Kripo den Fall erst untersuchen. Daher entschied sich die Einsatzleitung dazu, geringere Mengen Löschschaum einzusetzen und damit Glutnester zu ersticken. Eine Alternative habe es nicht gegeben, erklärt der Einsatzleiter, Starnbergs Kommandant Christian Reichert – auch zum Schutz der Einsatzkräfte, die nicht ins Bootshaus konnten. Der Schaumeinsatz sei in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt erfolgt, ergänzt Kreisbrandmeister Markus Reichart. Dabei ließ sich nicht verhindern, dass Schaum auch ins Hafenbecken floß. Das hatten die Wehren vorsorglich mit einer Ölsperre gesichert.

Nach Angaben Reicharts habe die Wehren einen normalen Löschschaum eingesetzt, keinen für Tanklagerbrände oder dergleichen. Die Feuerwehr nahm auch selbst Wasserproben aus dem See und reichte sie zur Untersuchung an das Wasserwirtschaftsamt Weilheim weiter.

Dort hat man die Proben untersuchen lassen – vor allem auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die bei Bränden entstehen und durch Trümmerteile in den See gelangen. Die Werte seien nicht bedenklich gewesen, erklärt Walter Schramm, zuständiger Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt Weilheim.

In Sachen Löschschaum ist Schramm tiefenentspannt. Früher habe es andere Schäume gegeben, die fürs Wasser gefährlich waren. Die seien aber schon lange verboten und eingezogen – das bestätigen die Feuerwehren, die diese Chemikalien schon lange entsorgt haben. Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass der Schaumeinsatz Folgen für den See gehabt habe. Das liegt auch an der „Wahnsinnsverdünnung“ – wenn Schaum in den See gelangt, wird er angesichts dessen Wassermenge bis zur Unmessbarkeit verdünnt. Schramm zufolge war der Schaum nur an Land eingesetzt worden. Der Brand an sich, so die Einschätzung einiger Feuerwehrler, habe mehr Folgen für den See gehabt als der Löschschaum. Und der Brand hatte, wie die Proben zeigten, keine gravierenden Auswirkungen.

Nach wie vor ungeklärt ist die Brandursache. Die Kripo tappt immer noch im Dunkeln. „Wir geben die Hoffnung nicht auf“, meinte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, Hans-Peter Kammerer, am Freitag auf Anfrage. Bei dem Feuer war das rund 100 Jahre alte Bootshaus komplett zerstört worden, der Schaden betrug rund zwei Millionen Euro. Mehrere Feuerwehrler und Wasserwachtler hatten bei dem mehrstündigen Einsatz leichte Verletzungen erlitten.

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