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Der Starnberger Hafen muss dringend ausgebaggert werden. Der Schifffahrt fehlen aber Flächen zum Zwischenlagern des Schlamms.

Schifffahrt auf Ammer- und Starnberger See

Fast 600 000 Fahrgäste und ein Steg weniger

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Die Saison für die Seenschifffahrt auf Ammer- und Starnberger See ist gut gelaufen. Derzeit plagen sie allerdings ein paar Sorgen.

Starnberg/Stegen – Für die Bayerische Seenschifffahrt auf Ammer- und Starnberger See ist es ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Vor allem die Fahrgastzahlen am Ammersee geben Grund zur Freude – mehr als 340 000 Passagiere wurden auf den Dampfern gezählt. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, sagte Michael Grießer (52), Geschäftsführer der Seenschifffahrt. „Das liegt vor allem an dem neuen Schiff, der MS Utting. Sie war sehr gut besucht.“

Die Flotte am Starnberger See transportierte 2018 rund 250 000 Fahrgäste – diese Zahl sei laut Grießer durchschnittlich, aber höher als im Vorjahr. Zur positiven Bilanz habe das Wetter beigetragen. „Im Vergleich zu 2017 hatten wir heuer während des Sommers konstant gutes Wetter“, resümierte Grießer.

Doch die Freude über die erfolgreiche Saison wird von zwei Problemen am Starnberger See getrübt: Schlamm im Hafen sowie die künftige Schließung der Haltestelle Ammerland in Münsing machen Grießer Sorgen.

„Der Schlamm im Hafen muss ausgehoben werden, damit die Wassertiefe nicht zu niedrig wird“, erklärte Grießer. Nur so könnten die Schiffe im Hafen gut rangieren. Während der Schlamm in den vergangenen Jahren im See verkappt werden durfte, musste die Seenschifffahrt heuer einen anderen Lagerungsort finden (wir berichteten). Der Grund: ein zu hoher Wert von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. „Der Schlamm soll nun zuerst trocknen, bevor er auf einer Deponie entsorgt wird“, erklärte Grießer.

Die Schifffahrt fand jedoch kein geeignetes Gelände, das groß genug ist, um die gesamten Schlammmassen zu lagern. Als provisorische Lösung soll nun ein Teil des Schlamms auf dem Gelände in Starnberg trocknen. „So können wir zumindest das nötigste an Schlamm ausbaggern“, sagte Grießer. Über eine weitere Flächen laufen Gespräche.

Sorgenkind Ammerland

Grießers zweites Sorgenkind ist die Haltestelle Ammerland. Wie berichtet, muss die Schifffahrt den Steg erneuern, jedoch ist langfristig nicht gesichert, dass der Steg auch erreichbar ist. Gemeinsam mit der Gemeinde Münsing, dem Starnberger Landratsamt sowie der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung sollen bei einem Treffen im November mögliche Standorte für eine neue Haltestelle besprochen werden. „Für 2019 wird es aber keinen Alternativstandort geben“, sagte Grießer vorab. „Die notwendigen statischen Untersuchungen und Genehmigungen dauern eine Zeit.“ Frühestens zur Saison 2020 können Passagiere dann mit einer neuen Haltestelle rechnen. 

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