Der Fall wird am Amtsgericht in Starnberg verhandelt.
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Der Fall wird am Amtsgericht in Starnberg verhandelt.

Aus dem Gerichtssaal

Schläge im Restaurant – Wirt vor Gericht

Mit seiner Mitarbeiterin soll ein Starnberger Gastronom im September 2019 nicht gerade zimperlich umgegangen sein. Dieser Tage saß der 46 Jahre alte Mann wegen vorsätzlicher Körperverletzung auf der Anklagebank des Starnberger Amtsgerichtes. Ihm wird zur Last gelegt, seine ehemalige Servicekraft (33) im Streit übel zugerichtet zu haben.

Starnberg - Der Angeklagte bestritt den Vorwurf gleich zu Beginn der Verhandlung: „Es stimmt nicht, dass ich sie geschlagen habe“, sagte er. Vielmehr sei es die 33-Jährige gewesen, die nach Mitternacht ins bereits geschlossene Lokal gestürmt sei: „Sie wummerte von außen gegen die Tür und machte dann eine Riesenszene. Sie beschimpfte mich, warf mir vor, ihre Freundin angebaggert zu haben, bewarf mich mit Gegenständen und trat gegen das Mobiliar. Ich hatte Sorge, dass das komplette Restaurant kaputtgeht.“ Als er dann auch noch eine Ohrfeige von der Angestellten kassiert habe, habe er sie mit einem „Griff“ aus dem Restaurant geworfen. „Daher kamen wohl auch die Rötungen am Nacken“, mutmaßte der 46-Jährige. Weil seine Angestellte alkoholisiert gewesen sei, sei sie „eventuell auf dem Heimweg gestürzt“, sagte er zudem über die aktenkundigen Verletzungen der Frau.

Die 33-Jährige schilderte die Tatnacht aus ihrer Perspektive. Demnach sei der Ärger im Zuge einer feuchtfröhlichen Runde der Restaurantangestellten nach Lokalschluss entstanden, als der Gastronom ihrer ebenfalls dort angestellten Freundin Avancen gemacht habe: „Ich habe gesehen, dass er Annäherungsversuche machte.“ Als sie ihren Chef daraufhin zur Rede stellte, habe dieser sie übel geschlagen: „Das weiß ich zu 100 Prozent. Er hat mich brutal geschlagen, mich am Kopf gepackt und gegen ein Brett geschlagen.“ Als sie am Boden gelegen habe, habe er sie getreten. „Ich dachte, er bringt mich um.“ Als Folge der Attacke leide sie noch heute täglich an Kopfweh, Schlafstörungen und Panikattacken.

Erst in den Abendstunden des Folgetages suchten die 33-Jährige und ihre Freundin das Krankenhaus sowie die Polizei auf und brachten die Sache zur Anzeige. Im Zuge der Krankmeldung endete dann auch das Arbeitsverhältnis bei dem 46-Jährigen.

Zu einem Urteil für den bisher unbescholtenen Angeklagten kam es noch nicht. Für Aufklärung soll die Aussage eines Taxifahrers beitragen. Der Mann hatte die Geschädigte nach dem Disput nach Hause gefahren und soll zu den Verletzungen der Frau aussagen. Der Prozess wird fortgesetzt.  Nilda Frangos

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