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Ulrich Baur an der Haltestelle Einbettl West, wo die Busse schon zu spät ankommen.

Linie 904

Hoffnung für leidgeplagte Bus-Eltern

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Starnberg - Seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember kommen Schüler aus Wangen und Leutstetten kaum noch pünktlich mit dem Bus zum Gymnasium. Jetzt naht Hoffnung.

Manchmal steckt der Teufel im Detail. Und bei der neuen Stadtbuslinie 904 scheint genau das der Fall zu sein. Aber der Reihe nach ...

Die Ausgangssituation: Seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember verbindet die Linie den S-Bahnhof Starnberg Nord mit dem Kloster Schäftlarn. Von 6.30 Uhr in der Früh bis 21.25 Uhr am Abend verkehrt der Bus im Stundentakt und fährt dabei auch Percha, Wangen und Leutstetten an. Für 15 Schulkinder allein aus Leutstetten ist der 904er die Busverbindung in Richtung Gymnasium Starnberg. Planmäßige Abfahrt an der Haltestelle Einbettl West ist um 7.22 Uhr, sieben Minuten später soll der Bus den Bahnhof Nord erreichen. Von dort sind es für die Kinder etwa zehn Minuten zu Fuß zum Gymnasium. Ein enges Zeitfenster, denn Unterrichtsbeginn ist bereits um 7.40 Uhr.

Das Problem:Bislang war der Bus kein einziges Mal pünktlich – und die Schüler damit auch nicht. Ulrich Baur (42) aus Leutstetten führt seit über einer Woche Buch über die Fahrzeiten, weil auch seine elf Jahre alte Tochter das Gymnasium besucht und mit dem 904er fahren muss. An einem Tag sei der Bus sogar erst um 7.42 am Bahnhof Nord gewesen – also zwei Minuten nach Unterrichtsbeginn am Gymnasium. Baurs Fazit: „Das ist für die Kinder ein Riesen-Drama, und auch die Lehrer sind genervt.“

Der Vertriebsleiter hat für die dauernden Verspätungen zwei Ursachen ausgemacht: Zum einen komme der Bus bereits mit bis zu fünf Minuten Verspätung aus Schäftlarn an. Zum anderen fahre der 904er nicht auf direktem Weg an der Tengelmann-Kreuzung über die Leutstettener Straße Richtung Bahnhof Nord, sondern nehme einen großen Umweg über die B2 (siehe Grafik).

Die Diskussion: In mehreren E-Mails an den Münchner Verkehrs- und Tarif-Verbund (MVV) und die Stadt hat Baur auf das Problem hingewiesen. „Aktuell wälzen Sie Ihre Planungsfehler zulasten der Kinder ab, was nicht akzeptabel ist“, schreibt er. Vom MVV gab’s keine Reaktion, von der Stadt dagegen Unterstützung. Aus dem Rathaus gibt es im Namen von Bürgermeisterin Eva John die Aufforderung an den MVV, die Linie 904 morgens über die Haltestelle am Gymnasium zu leiten.

Die Hoffnung:Mittlerweile hat sich das Landratsamt eingeschaltet – und möglicherweise den Teufel im Detail entdeckt. Behördensprecher Stefan Diebl zum Starnberger Merkur: „Der MVV hat dem Bus am Bahnhof Nord eine falsche Haltestelle zugeordnet.“ Diese könnten die Busfahrer nicht aus Richtung Tengelmann anfahren, müssten deshalb den Umweg in Kauf nehmen und würden so zu spät ankommen. „Ab Mittwoch ist die Haltestelle direkt vor den Bahnhof Nord verlegt“, verspricht Diebl. „Ich hoffe, dass das die Lösung ist. Wir werden das auch kontrollieren“ Außerdem geht er davon aus, dass sich die Fahrtzeit aus Schäftlarn verbessert, sobald sich die neuen Fahrer an die Strecke gewöhnt hätten. Ein dickes Lob zollt Diebl den Eltern: „Sie haben uns sehr unterstützt.“

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