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Stolze Künstler: Schüler aus der Q12-Stufe am Starnberger Gymnasium haben unter Lehrer Fritz Güllich (r.) Vögel für den Kirchplatz angefertigt. Als ersten Schritt überzeugten die Gymnasiasten Bürgermeisterin Eva John mit einem Plakat, auf dem die Ideen für das Projekts zu sehen sind.

Projekt des Starnberger Gymnasiums

Kleine Kunst am Kirchplatz

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Mauersegler, Gänse und Blesshühner bevölkern neuerdings den Kirchplatz. Zu verdanken ist das Starnberger Gymnasiasten. Die Schüler haben aber wie auch Künstler mit einem Problem zu kämpfen: Vandalismus.

Starnberg – Die neuen Bewohner wurden gleich herzlich aufgenommen. Noch während die Starnberger Gymnasiasten ihr halbjähriges Kunstprojekt vollendeten und ihre angefertigten Vögel verteilt über den Kirchplatz anbrachten, blieben Menschen stehen. Kinder streichelten die tierischen Beton-Exemplare und wetteiferten darum, wer die meisten Vögel findet. „Touristen waren ganz empört, dass es die Vögel nicht zu kaufen gibt“, berichtet Kunstlehrer Fritz Güllich und lacht.

Strukturierter Kirchplatz - „Die Natur ist aber wilder“

Er blickt mit seinen Schülern auf ein großes Projekt zurück. „Ich wünsche mir von Herzen, dass es sie ein Leben lang begleitet.“ Ja, vielleicht würden sogar „kleine Kunstpropheten aus ihnen“. Das Projekt hat mit Theorieunterricht über die Eigenschaften von Beton und Metall begonnen und mit dem Ziel, den Kirchplatz mit kunstvollen Vögeln zu bevölkern. Verletzungsgefahr, Frostschutz, Vandalismus – für die Schüler war einiges zu bedenken. „Damit kommen sie aus der heilen Schulwelt heraus, das war mir wichtig“, sagt Güllich. 

„Hier geht es nicht darum, ob ich eine gute oder schlechte Note bekomme. Hier muss ich Forderungen erfüllen.“ Schülerin Pia Weißler (17) berichtet von Gesprächen mit dem Ordnungsamt. „Da hat man richtig was gelernt.“ Zugleich sei der Kirchplatz nun natürlicher. „Am Kirchplatz ist alles strukturiert und gerade. Die Natur ist aber wilder.“ Sie hat eine schwarze Beton-Gans angefertigt, die den Kopf gen Boden streckt. „Da können die Leute mit Kreide etwas drauf schreiben“, sagt Weißler. Auf dem Hals steht: „Kopf hoch“.

John appelliert: Trotz Vandalismus weitermachen

Dieses Motto galt auch für die Schüler kurz nach ihrem Projekt. Es hat eine Nacht gedauert, ehe sich Vandalen über die Vögel hermachten. Viele am Boden befestigte Exemplare wurden weggetreten. Einige Stunden hat Lehrer Fritz Güllich zuhause verbracht, um Löcher zu stopfen oder abgerissene Hälse wieder anzubringen. Auch wenn er seine Schüler auf möglichen Vandalismus vorbereitet hat, ist die Enttäuschung groß. „Das ist sehr schade – da steckt viel Arbeit drin“, sagt Aaron Mooser (18). Zu Beginn des Projekts berichtete ihm seine Oma davon, dass sie Mauersegler am Kirchplatz gesehen hat. 

Der Schüler hat also einen Mauersegler angefertigt, der seinen Platz an der Kirche finden soll. Bürgermeisterin Eva John zeigte das Plakat, das die Schülern zu Beginn des Projekts mit ihren Ideen angefertigt hatten. „Fast alles umgesetzt“, freute sich John. „Das hat den Kirchplatz auf der Stelle schöner gemacht. Der Vandalismus darf uns nicht daran hindern, es trotzdem zu machen.“ John erinnerte an das Starnberger Trafohäuschen, das zum Zeichen der Partnerschaft mit Dinard verziert und dann auch von Unbekannten besprüht wurde.

Die Vögel sind als Konsequenz nun nicht mehr auf dem Boden, sondern auf Geländern am Kirchplatz angebracht. Auch ein neonfarbener Vogel ist dabei. „Was dieser Langschnäbler wohl darstellt“, sinniert der Lehrer. Künstlerische Freiheit.

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