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Platz für Radfahrer: Die Aufstellfläche an der Leutstettener Straße soll keine Ausnahme bleiben. Die Stadt plant, eine solche Fläche auch an der Söckinger Straße zu schaffen.

Radverkehr

Schutzstreifen noch chancenlos

Je besser die Bedingungen für Radfahrer, desto mehr lassen das Auto stehen – diese Hoffnung treibt auch in Starnberg viele Projekte für Alltagsradrouten voran. 

Starnberg– Für das Alltagsradroutenkonzept des Landkreises haben die Gemeinden, der Kreis und das Staatliche Bauamt Weilheim nach rund einem Jahr immerhin rund 13 Prozent der Sofortmaßnahmen erledigt. In dieser Zahl nicht enthalten ist die Stadt, wie Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster am Dienstagnachmittag im Kreis-Verkehrsausschuss sagte. Nur wenige Stunden später befasste sich dessen städtischen Pendant mit Alltagsradrouten – und da ist einiges passiert, wie der Bericht der Verwaltung zeigte. An einigen Stellen geht es der Stadt aber nicht schnell genug mit Genehmigungen durch das Landratsamt.

Katharina Schaller von der Straßenabteilung des Stadtbauamtes hatte sich für die Alltagsradrouten vor allem mit Vorschlägen des Starnberger ADFC befasst, die schon mehr als ein Jahr alt sind. Punkte aus dem Paket:

Fahrradschutzstreifen: 

Drei Vorschläge gibt es vom ADFC, weitere vom Kreis. Einen solchen Streifen auf der Fahrbahn für die Andechser Straße zwischen Ortsmitte Söcking und Klenzestraße lehnt die Stadt derzeit ab – wegen Straßenbreite und Verkehrsaufkommen wäre das ohne Chance auf Genehmigung. Nach einer Abstufung zur Gemeindestraße zum Jahresende, wenn die Westumfahrung befahrbar ist, werde die Straße sowieso überplant. 

Gleiches gilt für einem Streifen auf der Hanfelder Straße zwischen Angerweide und Riedeselstraße. Einen einseitigen Schutzstreifen an der Würmstraße, wie vom Kreis t angeregt, hält die Stadtverwaltung wenig. Allerdings ist es eine Staatsstraße, für die Landratsamt und Staatliches Bauamt das Sagen haben. Wegen der Überlastung der Weilheimer Behörde durch Projekte wie den Tunnel dauern manche Vorhaben aber länger.

Öffnung der Seepromenade: 

„Die Öffnung der Seepromenade für Radfahrer zwischen Unterführung Undosa und Bürgerpark ist aufgrund der beengten Situation am Ruderclub nicht möglich“, heißt es in den Unterlagen der Verwaltung. Ein Geh- und Radweg müsste 2,5 Meter haben, in beiden Richtungen fast vier – vorhanden sind an den schmalsten Stellen 1,2 Meter.

Umwandlung des Unteren Seewegs: 

Der ADFC hatte auch eine Sperrung des Unteren Seewegs für den Fahrzeugverkehr angeregt. Ein „saisonales Thema“, urteilte die Bürgermeisterin. Wegen Anlieferungen sei das jedoch nicht möglich. „Die Lösung schlechthin ist uns da noch nicht eingefallen“, gestand sie ein. Ein Fahrradstreifen sei vom Landratsamt wegen des Lieferverkehrs abgelehnt worden. Man prüfe noch andere Möglichkeiten, erklärte Schaller im Ausschuss.

Radlständer: 

Der ADFC wollte mehr und auch überdachte. Neue gebe es am Kirch- und am Tutzinger-Hof-Platz, sagte Schaller. Künftige Planungen sollen immer Radabstellplätze beinhalten. Überdachungen seien wichtig, sagte Angelika Wahmke (BLS), zugleich im ADFC: „Es gibt auch Leute, die bei Regen fahren.“ Und immer im Winter schneiten auf Fahrräder ein.

 

Wie auf der Maximilianstraße, so sollen möglichst viele Einbahnstraßen für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung für Pkw befahrbar sein. „Wir versuchen, alle zu öffnen, bei denen es möglich ist“, erklärte Schaller. Alle Straßen seien bereits geprüft worden. Konkret geht es derzeit um die Dinardstraße, für die die Stadt einen Antrag beim Landratsamt stellen will. Für den Lindenweg und die Ludwigstraße zwischen Haupt- und Wittelsbacherstraße seien Anträge gestellt, jedoch habe man vom Landratsamt nichts gehört. „Wir sind da seit Wochen dran und mahnen das an“, sagte Schaller. Das Landratsamt ist zuständig, sobald die Straße an eine Staats- oder Bundesstraße grenzt oder eine ist (wie die Dinardstraße). Ein Umbau des Lindenwegs an der Weilheimer Straße ist geplant, laut Bürgermeisterin John gibt es aber auch dort wegen der B 2 eine ablehnende Haltung der Behörden.

Unterführung in der Au:

Dem ADFC ist es dort zu dunkel, der Stadt auch. Eine LED-Beleuchtung wurde bereits installiert, allerdings nur seitlich. An die Decke kann keine Lampe – sonst wäre die Unterführung zu niedrig.

Radweg Percha-Kempfenhausen: 

Auch dort ist es dem ADFC zu dunkel, „definitiv zu dunkel“, wie Wahmke sagte. Da der Weg außerorts verläuft, ist das Bayernwerk für die Beleuchtung zuständig, dass laut Schaller keinen Handlungsbedarf sieht.

Schranke am Alten Berg:

Dort gibt es eine Schranke, die der ADFC gerne verkürzen würde, um Radfahrern die Fahrt bergauf zu erleichtern. Das lehnt die Stadt aus Sicherheitsgründen ab – wegen der bergab fahrenden Radfahrer, die sonst in die an dieser Stelle unübersichtliche Söckinger Straße ungebremst einfahren könnten. So müssen sie an der Schranke halten. Wenn die Söckinger Straße ab 2019 keine Staatsstraße mehr ist, soll diese Frage neu geprüft werden, sagte John.

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