Endlich beruhigt: In den ersten Stunden bei Tierheimleiterin Christine Hermann war Schweinchen Rudi geradezu hysterisch. Irgendwann schlief er gemeinsam mit seiner Ziehmama auf der Couch ein.
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Endlich beruhigt: In den ersten Stunden bei Tierheimleiterin Christine Hermann war Schweinchen Rudi geradezu hysterisch. Irgendwann schlief er gemeinsam mit seiner Ziehmama auf der Couch ein.

G‘schicht aus dem Tierheim Starnberg

Schweinchen gehabt: Minipig Rudi übersteht aufregende erste Stunden seines Lebens - „Anstrengend, aber so süß“

  • Michael Grözinger
    vonMichael Grözinger
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Für Schweinchen Rudi schaut es nach der Geburt schlecht aus. Dann nimmt Christine Hermann vom Tierheim Starnberg den Kleinen zu sich heim. Und der macht Rabatz.

Starnberg – Christine Hermann ist seit über 30 Jahren im Tierschutz aktiv. Aber so einen Fall hat die Leiterin des Tierheims Starnberg noch nicht erlebt. „Das war das anstrengendste Tier, das ich bisher hatte“, sagt sie – und ergänzt: „Aber so süß.“ Sie spricht von Rudi. Das Minipig, eine kleine Schweinerasse, ist erst gut einen Monat alt, hat aber schon ein bewegtes Leben hinter sich.

Rudis Mama starb bei seiner Geburt, und seine Besitzer suchten verzweifelt einen Platz für das Neugeborene. Eine ehrenamtliche Helferin des Tierheims entdeckte die Anzeige auf einer Internetplattform – dann ging alles ganz schnell. „Ich habe ihn erst mal eine Nacht zu mir genommen“, erzählt Christine Hermann.

Rudis erste Nacht: Zitternd, schreiend, nicht zu beruhigen

Und was für eine Nacht das gewesen sei. „Er war nicht zu beruhigen, hat gezittert und die ganze Zeit geschrien“, erzählt die 54-Jährige. Rudi war erst 24 Stunden alt und hatte noch keine Nahrung aufgenommen.

In „Tierheim-Notgruppen“ (Hermann) holte sich die Ziehmama Hilfe. Zwar bringt sie häufiger mal tierische Arbeit mit nach Hause, zurzeit sind es Küken, „aber ein Schweinchen hatte ich noch nie“.

Reptilien-Auffangstation gibt die besten Tipps

Die besten Tipps bekam Christine Hermann ausgerechnet von der Reptilien-Auffangstation. Die Tierheimleiterin erklärt sich das damit, dass ihre dortigen Kollegen immer wieder mit außergewöhnlichen Tieren konfrontiert würden und gut informiert seien.

Dank der Hilfe fanden Rudi und seine Ziehmama irgendwann doch noch ein bisschen Schlaf – gemeinsam auf der Couch. Da musste sogar Hermanns Dogge klein beigeben. Sirius war zunächst etwas irritiert gewesen, als das Frauchen mit dem Minipig angekommen war, beschnupperte es und arrangierte sich schnell mit dem süßen Teilzeit-Mitbewohner.

Auf der Couch geschlafen, dann folgt Umzug Nummer zwei

Am nächsten Tag brachte Christine Hermann das Schweinchen ins Tierheim Starnberg. Kleintierpflegerin Bianca Heilrath habe sich sofort verliebt, berichtet die Chefin. Sie sei es auch gewesen, die Rudi seinen Namen gegeben habe. „Vermutlich wegen Rennschwein Rudi Rüssel“, sagt Hermann und lacht.

Nur wenige Stunden später stand für den Kleinen der nächste Umzug an – der dritte binnen eines Tages und wohl letzte für lange Zeit: „Wir haben eine ganz tolle Familie im Landkreis gefunden“, erzählt Christine Hermann, „mit Kindern, Hund und Katz’ und zwei Minischweinchen“.

Tierheim-Leiterin warnt: Schweinchen nicht in Wohnungen

Da habe Rudi auch genügend Auslauf, was wichtig sei. „Es war mal eine Modeerscheinung, sich ein Schweinchen zu halten“, kritisiert die 54-Jährige. Wohnungen seien für die Tiere nichts, erklärt sie.

Rudis neuer Familie ist Hermann „unwahrscheinlich dankbar“. Und für diesen speziellen Fall sei Corona ein glücklicher Zufall. Denn so haben Rudi und seine neue Familie viel Zeit, sich kennenzulernen.

mg


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