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H1N1

Grippewelle erreicht den Landkreis Starnberg

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Landkreis Starnberg - Die Zahl der Grippeerkrankungen ist in den vergangenen 14 Tagen sprunghaft angestiegen. Wir sprechen mit dem Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Lorenz Schröffl.

Fast jeder kennt es: Morgens ist alles noch komplett in Ordnung. Irgendwann auf Arbeit kommt der Hammer. Husten, Kopfschmerzen, hohes Fieber. Nichts geht mehr. Grippe. Derzeit erwischt es wieder deutlich mehr Menschen im Landkreis.


"In den vergangenen zwei Wochen verzeichneten wir einen deutlichen Anstieg der gemeldeten Grippeerkranungen", sagt der Amtsarzt des Landkreises Starnberg, Dr. Lorenz Schöffl. Allerdings sei man derzeit noch weit von der riesigen Grippewelle entfernt, die im vergangenen Jahr über die Region schwappte. "Im Februar 2015 hatten wir 171 nachgewiesene Grippefälle, in diesem Jahr waren es gerade einmal 46", sagt Schröffl.

Im März seien bislang 25 Neuerkrankungen gemeldet worden. Das entspricht aber nicht der Zahl der tatsächlich Erkrankten. Nicht jeder geht zum Arzt, nicht jeder Arzt macht bei jedem Patienten einen Abstrich in Rachen- oder Nasenraum und lässt den Erreger bestimmen. Die Dunkelziffer liegt um einiges höher. Damit liegt der Landkreis im bayernweiten Trend.

Anlass zu erhöhter Sorge gibt es freilich derzeit nicht, meint der Experte. Die Zahlen würden sich im "normalen" Bereich bewegen, es sei nicht verwunderlich, dass gerade Ende Februar/Anfang März mehr Menschen an der Grippe erkranken. Besonders häufig tritt derzeit der H1N1-Virus auf - besser bekannt als die Schweinegrippe.

Wie erkennt man, dass einen die Grippe erwischt hat?

Die Unterscheidung zwischen einem Infekt und einer echten Grippe ist schwierig. Ein deutliches Anzeichen sei, wenn die Erkrankung sehr schnell sehr schwer ausfällt, berichtet Dr. Schröffel. Husten und Fieber treten dabei sehr häufig auf. Schlussendlich wirklich nachweisen lässt sich die Erkrankung aber erst nach einem Test beim Arzt.

Was tun, wenn man erkrankt ist?

"So schnell wie möglich zum Arzt gehen", rät Dr. Schröffel. Gegen die Viren selbst könne der zwar nicht viel ausrichten, aber helfen, die Symptome zu lindern - durch Medikamente oder Inhalationen. Was ganz wichtig ist: Wer die Grippe hat, bleibt zu Hause und geht nicht auf Arbeit. Der Amtsarzt formuliert es drastisch: "Erstens ist man ohnehin maximal halb so leistungsfähig wie sonst. Und wenn man die Kollegen erst einmal angesteckt hat, dann sind die das demnächst auch." Was hilft, sei "absolute körperliche Schonung -  am besten Bettruhe - und viel trinken". Wie lange es dauert, bis man wieder auf den Beinen ist, hängt von der Stärke des Immunsystems ab. "Fünf bis sieben Tage, oft aber auch länger" kann es laut Schröffel dauern, bis man wieder auf dem Damm ist. Wieder auf Arbeit gehen sollte der Erkrankte erst, wenn Fieber und Husten komplett abgeklungen ist. Denn beim Husten verteilt man besonders viele Viren in seiner Umwelt.

Wie kann man sich schützen?

"Händewaschen, so oft wie möglich", sagt der Amtsarzt. Wer kann, der solle größere Menschenansammlungen - gerade in geschlossenen Räumen - besser meiden. Versammlungsräume sollten regelmäßig durchgelüftet werden. Und eine der Grippeschutzimpfungen im Herbst sei immer zu empfehlen, so Schröffl. "Es lassen sich immer noch zu wenige impfen", meint er. Dabei sei dieses Mal gegen die richtigen Erreger immunisiert worden.

Wer ist derzeit betroffen?

Das lasse sich im Landkreis Starnberg nicht so genau sagen, meint Dr. Schröffl. Bayernweit werden besonders viele Fälle bei jungen Erwachsenen registriert, "hier bei uns sind aber alle Altersgruppen gleichermaßen betroffen".

Also: Nicht in Panik ausbrechen, Hände waschen und allen, die es erwischt hat, gute Besserung!

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